Volltext (verifizierbarer Originaltext)
185 Nr. 77 le risque de n"être pas atteint par un ordre de marche et qu"il avait voulu ce résultat pour le cas ou il se produirait. Les premiers juges de- vaient au contraire tirer logiquement des faits la conclusion qu"à aucun moment P. n"avait songé à se déroher à ses devoirs militaires., fut-ce à titre éventuel. Le Tribunal militaire de division 2 A n" a donc pas mal interprété la notion d"intention et n"a pas violé la loi en ne retenant pas le délit d'insoumission. Le recours doit être rejeté. (21 décembr~ 1954, Auditeur e. T. M. 2 A en la cause P.) 77. Befugnis des l(assationsgerichts, das angefochtene Urteil in rechtlicher Hinsicht frei zu üherprüfen (Art. 192 MStGO) (Er,v. 3). - Dienstpflichthetrug (Art. 96 MStG). Der besondere Schiesskurs für V erbliebene ist Militardienst (Erw. 2). Di e Her- stellung der auf Tauschung herechneten Mittel ist nicht strafhar (Erw. 4). - Verhalten nach der Tat (hartnackiges Leugnen) als Grund zur Erhohung der Strafe und zur Ahlehnung des bedingten Vollzugs (Art. 44, 32 MStG·) (Erw. 6). Pol.ivoir du TMC d'examiner des moyens de droit non men- tionnés dans le recours (art. 192 OJPPM) (cons. 3). - Fraude pour esquiver le service (art. 96 CPM). Les cours spéciaux pour tireurs « restés » son t un service militaire (cons. 2). L'art. 96 CPM ne punit pas la création des moyens destinés à tromper les autorités, mais leur usage (cons. 4). - Le comportement des accu- sés apres l'infraction (mensonges obstinés) peut être pris en con- sidération comme motif d'aggravation de la peine et de refus dtt sursis (art. 44, 32 CPM) (cons. 64). Facoltà del TMC di riesaminare liberamente, dai profilo del diritto, la sentenza impugnata (art. 192 OGPPM) (cons. 3). - F ro de p er liherarsi dai servizio (art. 96 CPM) . li corso speciale di tiro per « rimasti » e un servizio militare (cons. 2). - L'art. 96 CPM non punisce la creazione dei mezzi destinati ad ingannare le autorità, ma illoro uso (cons. 4). - 11 contegno dell'imputato dopo il reato (os tina te menzogne) puõ essere tenuto in considerazione come motivo d'aggravamento della pena e di rifiuto della sospen- sione condizionale (art. 44, 32 CPM) (cons. 6).
2. Es ist richtig., dass das divisionsgericl1tliche Urteil versehentlich vou N achs.chiesskurs statt von V erbliehenenkurs spricht, in d en die Be- schwerdeführer bei ungenügenden Schiessleistungen hatten einrücken
Nr. 77 186 müssen. Im Ergehnis kommt dies aher auf das gleiche hinaus. Art. 124 MO hestimmt: Wer der ihm ohliegenden Schiesspflicht nicht nach- kommt oder die vorgeschriehenen Mindestleistungen nicht erreicht., « hat einen hesonderen Schiesskurs ohne Sold zu hestehen ». Der V erhliehe- nenkurs ist somit in gleicher Weise Militardienst wie der Nachschiess- kurs. Dass dieser Militardienst ist, hat das Militarkassationsgericht he- reits festgestellt (MI(GE 5 N r. 118). Die Beschwerdeführer hegründen denn auch ihren ahweichenden Standpunkt mit keinem Wort. Die Ver- hliehenenkurse dienen einem militarischen Zweck., nan1lich der Schiess- aushildrmg. Die Einherufung erfolgt durch die kantonalen Militarhe- horden mit personlichem Aufgehot., das zur freien Fahrt mit Bahn., Post un d Schiff herechtigt. Der V erhliehenenkurs ist militãrisch organi- siert. Die Teilnehmer unterstehen dem Militarstrafrecht und sind gemass Militarversicherungsgesetz gegen die Folgen von Unfallen versichert. Die Dienstleisttmg wird im Diensthüchlein eingetragen (vgl. Verord- nung des Bundesrates vom 29. November 1935 üher das Schiesswesen ausser Dienst; Weisungen der Gruppe für Ausbildung vom 30. April 1949). Dass die Dienstleistung in Zivil und unhesoldet erfolgt., andert an ihrem militãrischen Charakter nichts. Die von den Beschwerdefüll- rern gegebene Begründung ist somit nicht geeignet., den Tathestand des Dienstpflichtbetruges in objektiver Hinsicht auszuschliessen.
3. Wird di e f alsche Anwendnng des Straf gesetzes behauptet un d gestützt darauf die l(assation des divisionsgerichtlichen Urteils ver- langt, so hat das Militarkassationsgericht zu untersuchen., worin die Gesetzesverletzung bestehen konnte., auch insoweit dies in der Beschwer- debegründung nicht zum Ausdruck kommt. Es ist auch zu prüfen., ob die Aufhehung des divisionsgerichtlichen U1·teils aus rechtlichen Erwã- gungen., die dem Verteidiger entgangen sind., erfolgen müsse (Stooss, ICommentar zu Art. 192 MStGO., N. 3 a; MICGE 1914-1916 S. 86, l Nr. 120 S. 200., 3 N r. 34 S. 73).
4. Art. 96 MStG bedroht mit Strafe nicht die Herstellung von auf Tãuschung berechneten Mitteln., sondern nur deren Anwendung. Das vorinstanzliche Urteil lasst es unerortert., worin die Anwendung im vor- liegenden Fall zu erblicken sei. Stellt man auf die Untersuchungsakten ab., so ergibt sich., dass die Beschwerdeführer sofort nach Beendigung des Schiessens von den Organen des Schiessvereins zur Rede gestellt und dass ihnen die als gefalscht erkannten StandhHitter weggenommen wur- den, so dass die Beschwerdeführer gar nicht mehr in die Lage kamen., die Standblatter irgendwie « anzuwenden » oder auch nur zu versuchen., sie anzuwenden. Unter dem Gesichtspunkt des Dienstpflichtbetruges be- trachtet., kam die Tatigkeit der Beschwerdeführer nicht über die V orbe- reitung hinaus. Somit liegt weder Vollendung noch Versuch dieses De- likts vor.