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MKGE 6 Nr. 71

MKGE 6 Nr. 71 — R. e. T. D. l

Mkg · 1954-05-25 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 71

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ment du Trib. mii. div. l, la prescription ahsolüe était acquise et, en

punissant disciplinairement R., les premiers juges ont violé l'art. 183

CPM.

(25 mai 1954, R. e. T. D. l)

71.

V erweis (Art. 184 MStG) o d er blosse Ermahnung zur Pflicht

seitens mitfahrender Offiziere an einen Motorfahrer ? Selhst eine

vollzogene Disziplinarstrafverfügung schliesst gerichtliche V erfol-

gung nach Art. 72 MStG nieht aus.

Distinction entre un rappel à l'ordre adressé à un chauffeur

par l"offieier passager de la voiture et une réprimande (art. 184

CPM)., celle-ei n"excluant d'ailleurs pas la répression pénale en

applieation de l'art. 72 CPM.

Distinzione fra un riehiamo all'ordine rivolto all'autista da

un uffieiale che viaggia sulla stessa vettura, e una riprensione see.

art. 184 CPM la quale non esclude la repressione penale see. art. 72

CPM.

Der Beschwerdeführer hal t die V erurteilung wegen Nichtbefolgung

von Dienstvorschriften für unzulassig, weil seine vorsc:hriftswidrige Fahr-

weise wiederholt von den mitfahrenden Offizieren gerügt worden sei.

Diese Rügen hatten den Charakter disziplinarischer Verweise. Es liege

also res iudicata vor.

Diese Einrede halt nicht stand. Ware sie -

was offen hleihen kann

-

als Rüge eines Verfahrensmangels (Art. 188, Ahs. l, Ziff. 5 MStGO)

aufzufassen, weil der Grundsatz «ne bis in idem » dem Prozessrecht an-

gelloren würde und daher das militargerichtliche Verfahren nicht hatte

durchgeführt werden dürfen, so ware sie im Beschwerdeverfahren nur

zu horen, wenn der Beschwerdeführer sie gemass Art. 188, Ahs. 2 MStGO

schon in der Hauptverhandlung erhohen ltatte. Das hat er nicht getan.

Sollte dagegen anzunehmen sein, der Grundsatz « ne his in idem » gehore

dem materiellen Strafrecht an, seine Verletzung konne daher gemass

Art. 188, Ahs. l, Ziff. l MStGO auch ohne eine entsprechende in der

Hauptverhandltmg erhobene Rüge im l(assationsverfahren geltend ge-

maeht werden, so ware die Einrede schon deshalb unbegründet, weil

der Beschwerdeführer nicht disziplinarisch bestraft worden ist. Die Be-

anstandungen durch die nlitfahrenden Oberleutnants waren nicht Ver-

weise im Sinne des Art. 184 MStG, sondern Ermahntmgen zur Pflicht,

einmal weil Subalternoffiziere gemass Ziff. 61 DR 1954 grundsatzlich

keine Disziplinarstrafgewalt haben und der Beschwerdeführer auch