opencaselaw.ch

MKGE 6 Nr. 58

MKGE 6 Nr. 58 — Auditeur et B. e. T. D. l

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 58

132

et en le condamnant shnplement pour insoun1ission, le Trib. de div. I a

violé la loi pénale.

Le recours de r auditeur doit en conséquence être admis e t le juge-

Jnent du 25 juin 1953 mis à néant.

2. S ur le recours du condamné:

La cassation du jugement étant prononcée pour fausse application de

la loi, le TMC doit rendre lui-même le jugen1ent définitif (art. 194

OJ PPM). Il est des lor s inutile d'entrer en matiere s ur le recours du

condamné, devenu sans objet. 11 appartient en effet au TMC d'examiner

lui-même si les conditions p o ur l'octroi du sursis son t remplies en

l '

'

espece.

(22 décemhre 1953, Auditeur et B. e. T. D. l)

58.

Das Gericht darf üher den privatrechtlichen Anspruch nur auf

Antrag des V erletzten urteilen (Art. 178 MStGO).

Le tribunal ne doit statuer sur des prétentions civiles que sur

requête du lésé (art. 178 OJPPM).

Il tribunale puo pronunciarsi su .pretese di diritto civile solo

dietro richiesta della parte lesa (art. 178 OGPPM).

Richtig ist dagegen, dass ein zivilrechtliches Begehren auf Zu-

sprache einer Genugtuung ni eh t gestellt wurde un d die V erteidigung

daher auch gar nicht Gelegenheit hatte, sich zu einem solchen ztl

aussern. Da nach Art. 178 MStGO die Zusprechung einer Entschadi-

gung nur auf Antrag erfolgen kann, liegt somit eine Verletzung ',yesent-

licher Verfahrensvorschriften vor, und es hat das Divisionsgericht etwas

zu menschenfreundlich gehandelt, wenn es von Amtes wegen eine Ge-

nugtuung zugesprochen hat. Diese Verletzung der Verfahrensvorschrif-

ten konnte von der Verteidigung an der Hauptverhandlung nicht gerügt

"\verden, weil vou einem solchen Begehren überhaupt nicht die Rede

"\Var. Die Einrede ist daher nicht verwirkt, und es n1uss das Urteil im

Urteilsdispositiv 5 kassiert werden. Das kann die Geschadigte nicht hin-

dern, solche Anspriiche noch vor dem Zivilrichter geltend zu machen.

Da die adhasionsweise Geltendmachung aber gerade in diesem Fali

der Geschadigten die Durchführung eines Zivilverfahrens erspart hatte,

ware es wohl zweckmassig gewesen, sie in der Hauptverhandlung auf die

J\'loglichkeit der Antragstellung aufmerksam zu n1achen.

(22. Dezemher 1953, B. e. D. G. 5)