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MKGE 6 Nr. 25

MKGE 6 Nr. 25 — B. e. D. G. 5

Mkg · 1952-07-16 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 25

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und je hetont, dass der Vorgesetzte die Personlichkeit des Untergebenen

achten soll (DR 1933 Ziff. 33). General Wille ãusserte sich im J ahre

1881 zu diesem Thema wie folgt : « Es müsste jeder auf die Achtung

aller gebildeten und anstandigen Menschen verzichten, wenn er derartige

Exzesse rechtfertigen oder selbst nur beschõnigen wollte, und nach

meiner Ansicht gibt es gar nichts Gemeineres und eines Mannes Unwür-

digeres als das Missbrauchen der übertragenen Macht zur Misshandlung

W ehrloser. Es ist daher ganz in Ordnung, dass alle solche Fãlle unter-

sucht und zu exemplarischer Bestrafung gebracht werden. » Im J ahre

1908 schrieb er : « Der Offizier darf nicht vergessen, dass seine Stellung

als Hõherstehendér in seinem ganzen W esen und Benehmen zntage

treten muss. Roheit der Sprache, verletzende Behandlung der unter ihm

Stehenden, gewissermassen W ehrlosen, beweisen Roheit d er Gesinnung

und Mangel an jener Bildung des Geistes und des Charakters, die den

Offizier zieren soll. » (Gesammelte Schriften S. 69, 211).

Die llier in Frage stehenden Ausführungen in der l(assationsbe-

schwerde gehen übrigens an der allein massgebenden Frage, ob Grund

für eine l(assation vorliege, vorhei.

Die Falle M. (MI(GE 6 Nr. 20) und D. unterscheiden sich vom

vorliegenden Fali dadurch, dass es sich dort um Folgen militarisch an

sich zuHissiger übungen handelte, hier aber von Anfang ·an gesetzlich

verponte Strafmethoden angewendet wurden. Der Unterschied musste

auch im Strafmass zum Ausdruck kommen.

(16. Juli 1952, B. e. D. G. 5)

25.

Solange die dem bedingt Entlassenen gesetzte Prohezeit Hiuft,

ist das Urteil nicht « vollzogen » und daher Wiedereinsetzung in díe

bürgerliche Ehrenfahigkeit ausgeschlossen (Art. 31, 57 MStG).

Tant que le délai d'épreuve imparti au condamné bénéficiant

d'une libération conditionnelle n'est pas expiré, le jugement n'est

pas exécuté et, en conséquence., la réintégration dans l'exercice des

droits civiques est impossihle {art. 31, 57 CPM).

Finche dura il periodo di prova assegnato ad un condannato

ammesso al heneficio della liherazione condizionale, la sentenza

no n e « eseguita »' e, di conseguenza, la reintegrazione nei diritti

civici e impossihile (art. 31, 57 CPM).

Vollzogen ist das Urteil, wenn die als Hauptstrafe verhangte Frei-

heitsstrafe verbüsst ist. Diese Voraussetzung ist im Falle der hedingten

Entlassung (Art. 31 MStG) nicht erfüllt., solange die Probezeit lauft