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MKGE 5 Nr. 93

MKGE 5 Nr. 93

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

143

No. 93

93.

Art. 18, Abs. l MStG: Handeln auf «dienstlichen Befehl» .setzt. vor-

aus, dass der Tater im Rahmen des Kriegsrechtes handelt; keine Anwen-

dung auf Zivilkleidung tragende auslandische Saboteure (Haager Ah-

kommen betreffend die Gesetze und Gebrãuche des Landkrieges vom

29. Juli 1899/18. Oktober 1907, Art. l).

Art. 18, al. l CPM: «L'exécution d'un ordre de service» ne se c9nçoit

que si l'auteur de l'infraction a agi dans le cadre du droit de guerre; cette

disposition n~est pas applicable à des saboteurs étrangers vêtus d'habits

civils (art. l er de la Convention de La Haye du 29 juillet 1899/18 octobre

1907 concernant les lois et coutumes de la guerre sur teJ,"re).

Art. 18, cif. l CPM: L'esecuzione di un ordine di servizio presuppone

ebe l'autore agisca nei limiti del diritto di guerra; questa disposizione

legale non trova appücazione nei confronti di sabotatori stranieri portanti

abiti civili (art. l della Convenzione dell'A j a del 29 luglio 1899}18 ottobre

1907 concernente le leggi e gli usi della guerra terrestre.

Als weitere neue Tatsache macht der Gesuchsteller geltend, dass er

auf Befehl gehandelt habe und daher gemãss Art. 18 MStG straffrei hãtte

bleiben müssen.

Demgegenüber ist das Territorialgericht davon ausgegangen, dass

sich Loos freiwillig zu der besonderen Mission bereit erklãrt habe. Es ist

bereits dargetan worden, dass die vom Gesuchsteller neu beigebrachten

Belege die Annahme der Freiwilligkeit nicht zu widerlegen vermõgen.

Damit ist der Berufung auf Art. 18 MStG zum vorneherein die Grund-

Iage entzogen. Allerdings trifft es zu, dass Loos nicht aus eigenem Antrieb

gehandelt hat. Dem urteilenden Richter war aber bekannt, dass der

verbrecherische Anschlag auf unsere Landesverteidigung auf hõhere

W eisung ins W erk gesetzt wurde. Diese Tatsache ist daher nicht neu. Sie

ist aber auch nicht erheblich, denn nach den bereits wiedergegebenen

Aussagen des Loos gegenüber der Bundespolizei und gegenüber dem

Untersuchungsrichter hãtte er sich zu andern Aufgaben melden kõnnen.

Folglich hat er sich dem Befehl zur vorliegenden Sabotagehandlung frei-

willig unterzogen. Er war damit einverstanden und kann sich nicht da-

mit ausreden, er habe auf Befehl gehandelt~ Dazu kommt eine weite1·e,

võlkerrechtliche Überlegung: N a eh Art. l des Haager Abkommens be-

treffend die Gesetze und Gebrãuche des Landkrieges vom 29. Juli 18991,

dem sowohl die Schweiz als auch Deutschland beigetreten sind, gelten

die Gesetze, Rechte und Pflichten des l(rieges neben dem Heer für Frei-

1 Das Urteil zitiert irrtümlicherweise das Haager Abkommen von 1899; dieses

ist ersetzt durch das 2. Haager Abkommen vom 18. Oktober 1907, dessen Art. l,

Ziff. 2 und 3 gleich lanten.

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