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MKGE 5 Nr. 79

MKGE 5 Nr. 79

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Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 79 112 dell'art. 160 a, cif. 3 PPM, il trihunále di cassazione puo riesaminare la misura di una pena disciplinare sotto l'aspetto dell'arbitrio. Hinsichtlich der Rüge, das Divisionsgericht habe auch im Rahmen der Beurteilung eines leichten Falles willkürlich gehandelt, indem es nur auf eine Strafe von 5 Tagen Arrest erkannt habe, glaubt der Grossrichter, dass das MI(G das Mass einer Disziplinarstrafe überhaupt nicht über- prüfen kõnne, weil Art. 188, Abs. l, Ziff. l MStGO als Beschwerdegrund die V erletzung des Strafgesetzes nenne, hier aber n ur die Anwendung ·der Disziplinarordnung in Frage stehe. Diese Auffassung ist unrichtig. Art. 160a, Abs. 3 MStGO lãsst die Kassationsbeschwerde gegen richter- liche Entscheide, durch die eine Disziplinarstrafe verhãngt worden ist, unbeschrãnkt zu. Art. 188,, Ahs. 1, Ziff. l MStGO spricht ebenfalls ohne Einschrãnkung von einer V erletzung des Strafgesetzes. Ahgesehen da- vou, dass das Militãrstrafgesetz nicht nur das l. Buch des Militãrstraf- rechtes, sondern auch das 11. Buch der Disziplinarstrafordnung und das III. Buch über die Einführung und Anwendung des Gesetzes umfasst, ist unter dem «Strafgesetz» jede Norm des materiellen Strafrechtes zu verstehen, gestützt auf welche ein Gericht jemanden bestrafen, straflos lassen oder freisprechen kann. Es u.~terliegt also grundsãtzlich auch das Mass einer Disziplinarstrafe der Uberprüfung durch das J(assations- gericht. Dies freilich nur soweit, als die Vorinstanz die Strafe in offen- sichtlicher Missachtung der im Gesetz für die Strafzumessung vorge- schriebenen Grundsãtze festgesetzt, also das ihm zustehende freie Er- Inessen überschritten hat (vgl. Entscheidungen des MI(G 4, Nr. 144 Erw. B). Ein solcher Vorwurf kann indessen dem Divisionsgericht nicht gemacht werden, denn es hat sowohl die Tat objektiv wie auch subjektiv nach dem V erschulden des Tãters, inshesondere nach seinen Be,veg- gründen, gewürdigt. Die Strafe, zu der es darnach gelangt ist, ist freilich sehr milde, liegt jedoch im Rahmen des richterlichen Ermessens. (17. Mãrz 1948, Auditor e. D. G. 3 B i. S. Kernen) 79. Neue Verhandlung bei Bewilligung der Revision (Art. 201 und 203 MStGO): Das Divisionsgericht kann, muss aber nicht das frühere Urteil ganz oder teilweise aufheben (Erw. 1). - Die von1 Divisionsgeri~ht in1 neuen Verfahren ausgesprochene Einstellung in der bürgerlichen Ehren- fahigkeit bemisst siçh gemãss Art. 39, Abs. 2 MStG vom Tage an, an welchem die im neuen V erfahren ausgesprochene Gefangnisstrafe ver- hüsst ist (Erw. 4). Nouveaux débats en cas d'admission d'une demande de revision (art. 201 et 203 PPM). Le tribunal de division a la faculté, mais no n l'obli-

113 No. 79 gation., de mettre le précédent jugement à néant en tout ou en partie (cons. l). - La privation des droits civiques prononcée par le tribunal de division dans la nouvelle procédure se calcule., en vertu de l'art. 39., al. 2 CPM., à partir du jour oil la peine privative de liherté infligée dans la nouvelle procédure a ura été subie (cons. 4). Nuovo dihattimento quando la revisione sia stata ammessa (art. 201 e 203 PPM): 11 tribunale di divisione puo., ma no n «deve»., annullare., in tutto o in parte., la precedente sentenza (cons. l) .. - La privazione dei diritti civici pronunciata dai tribunale di divisione nel nuovo proce<_liinento decorre., a mente delr' art. 39., cif. 2 CPM., dai giot·no in cui la pena inflitta nel nuovo dibattimento risulta scontata (cons. 4). Bremm ist im Februar 1945 des Nachrichtendienstes (Art. 272 und 274 StGB) event. des Ungehorsams gegen allgemeine Anordnungen (Art. 107 MStG, Verletzung der Anzeigepflicht gemiiss Art. 7 der Verordnung über die Wahrung der Sicherheit des Landes vom 22. September 1939) angeklagt worden. Gegen das vom Territorialgericht 2 B am 29. Mai 1945 gefiillte U rteil, das ihn des N achrichtendienstes schuldig erkliirte, verlangte er die Revision, die am 5. Miirz 1946 bewilligt wurde. Mit Urteil vom 18. No- vember 1947 hat das D. G. 4 das Urteil des Territorialgerichtes 2 B giinzlich aufgehoben, Bre1nm von der Anklage des Nachrichtendienstesfreigesprochen, ihn aber wegen Ungehorsams iln Sinne von Art. 107 MStG verurteilt.

l. De r V erteidiger ma eh t geltend, das U rteil des Territorialgerichtes habe mit Bezug auf den Freispruch von der Anklage des Ungehorsams gegen allgemeineAnordnungen einen vernünftigen Sinn gehabt und den- selben bewahrt. Seine Aufhebung habe dahe1· gegen die Prozessõkonomie und gegen die. Grundsãtze «in dubio pro reo» und «ne bis in idem» ver- stossen. Art. 201 und Art. 203 MStGO bestünmen, dass daun, \Venn einem Revisionsbegehren entsprochen wird, di e Ak t en zur erneuten V er han d- lung dem zustãndigen Militãrgericht zu überweisen sind und dass dieses das frühere Urteil ganz oder teilweise aufheben kann. Grundsãtzlich hat das Militãrgericht d en Fallneu zu überprüfen, wie wenn no eh kein U rteil ergangen wãre. Es kann, muss aber nicht das frühere Urteil teilweise be- stehen lassen; es wii·d dies in der Regel dann tun, wenn si eh dasselbe auf verschiedene Anklagepunkte bezieht, von denen ein Teil durch das Re- visionsverfahren nicht berührt worden ist. Aber auch wenn das frühere U rteil ganz aufgehoben \Vird, kann darin keine Benachteiligung des An- geklagten liegen, weil gegen das zweite U rteil wiederum dieselben Rechts- mittel zur V erfügung stehen wie gegen das erste. D ara us ergibt sich, dass der Grundsatz «ne bis in idem» durch das V orgehen des Divisionsgerich ... tes 4 nicht verletzt worden sein kann. W arum derj enige «in dubio p ro reo» verletzt worden sein soll, ist vollends unerfindlich. lm übrigen be- 8