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MKGE 5 Nr. 7

MKGE 5 Nr. 7 — Schãr e. T. G. 3 B

Mkg · 1945-11-29 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 7

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des unrichtigen Beurkundens einer rechtlich erheblichen Tatsache vor-

liegt, nicht unter Art. 172 1\fStG fãllt. Der Beschwerdeführer hat nicht

n ur durch den Inhalt des Briefes, sondern auch durch di~ von der V or-

instanz festgestellte un d nicht bestrittene V ei~stellung der Handschrift

in Text und Unterschrift eine Tãuschung des V erkãufers über die Person

des l(ãufers der W are bewirkt. Dass er berechtigt ist, sich statt «Friedrich

Sc:hãr» «Fritz Schaer» zu nennen und zu schreiben, ist bei dieser Sach-

lage unerheblich. D er Beschwerdeführer hat eine «U r kun de gefãlscht»

(Art. 172, Ziff. l, Abs. 2 MStG), zwar nicht durch Verwendung der Un-

terschrift eines andern, wohl aber durch unrichtige Beurkundung von

rechtlich erheblichen Tatsachen. Denn bei1n l(aufvertrag ist die Person

des l(ãufers eine rechtserhebliche Tatsache.

(29. November 1945, Schãr e. T. G. 3 B)

7.

Gerüchtemacherei: Strafhar ist das Verhreiten von Gerüchten, die

geeignet sind, Unruhe hervorzurufen (A:rt. 2, Ahs. l BRB über Straf- und

V erfahrensbestimmungen zum Schutze d er Landesverteidigung un d der

Sicherheit der Eidgenossenschaft voin 4. August 1942).

Propagation de faux bruits: Est punissable la propagation de hruits

ou de fausses assertions qui sont de nature à jeter le trouble dans la popu-

lation (art. 2, al. l de l'ACF du 4 aoôt 1942 édictant des dispositions pé-

nales et de procédure pour assurer la défense nationale et la sécurité de la

Confédération).

Diffusione di voci: É punihile la diffusione di voci atte, per loro natura,

a gettare turbamento nella popolazione (art. 2 DCF 4 agosto 1942, ema-

nante disposizioni penali e di procedura per garantire la difesa nazionale

e ]a sicurezza della Confederazione).

Gemãss Art. 2 des BRB vom 4. August 1942 ist strafbar, wer vor-

sãtzlich oder fahrlãssig Gerüchte oder unwahre Behauptungen aufstellt

o d er verbreitet, di e geeignet sin d, die Bevõlke1·ung in U nruhe zu ver-

setzen. Zur Erfüllung dieses Tatbestandes ist es nicht erforderlich, dass

die Person, der das Gerücht oder die unwahre Behauptung zu Ohren

kommt, das Gerücht für begründet oder die Behauptung für wahr hãlt,

und ferner auch nicht, dass sie durch das Gerücht oder die unwahre Be-

hauptung tatsãchlich in U nruhe versetzt wird. E s ist daher unerheblich,

ob l(pl. Lüthi die Erzãhlungen des Beschwerdeführers geglaubt hat und

ob er dadurch beunruhigt wurde oder nicht. W esentlich ist nach Art. 2

des BRB vom 4. August 1942 nur, dass das Gerücht oder die UIJ.Wahre

Behauptung geeignet war, eine Beunruhigung in der Bevõlkerung herbei-