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4. Als weiteres «strafmilderndes Moment» herücksichtigt das ·Divi-
sionsgericht, dass der Beschwerdeführer nach dem üherzeugenden psy-
chiatrischen Gutachten ganz erheblich vermindert schuldfãhig sei. Unter
den angewendeten Gesetzesbestimmungen nennt es Art. 11 MStG. Dass
es daneben nicht auch noch Art. 47 MStG erwãhnt, auf den Art. 11 ver-
weist, ist helanglos. Strafmilderung nach freiem Ermessen, wie sie bei
verminderter Zurechnungsfãhigkeit des Tãters eintreten muss, bedeutet
nur, dass der Richter nicht an die Strafart uud das Strafmass, die für das
V erbrechen oder V ergehen angedroht sind, gebunden ist, nicht aber, dass
er notwendigerweise auf eine andere Strafart uud unter das angedrohte
Mindestmass erkennen muss. Es liegt in seinem freien Ermessen, statt
dessen die Strafe bloss innerhalb des ordentlichen Rahmens zu mildern.
Das hat das Divisionsgericht getan. Die Strafe, die es ausgesprochen hat,
erscheiut entgegeu der Auffassung des Beschwerdeführers nicht als will-
kürlich hoch. Anders als uuter dem Gesichtspunkt der Willkür aber kanu
sie vom l(assationsgericht nicht überprüft werdeu; dieses hat sie nicht
nach eigenem Ermessen festzusetzeu.
(18. Juni 1947, Bõsch e. D. G. 9 A)
55.
BRB vom 3. August 1945: Die in Art. 9-12 für die «Ühergangszeit»
aufgestellten Bestimmungen gelten nur für Straftaten, die nach Beendi-
gung des Aktivdienstes (20. August 1945) begangen worden sind. Dienst-
verweigerung oder Dienstversaumnis, begangen wahrend des Aktivdien-
stes, ist nach den fiir die Zeit des Aktivdienstes geltenden Strafdrohungen
zu beurteilen, und die Verfolgungsverjahrung (Art. 51 MStG) betragt dem-
nach 10 Jahre.
ACF du 3 aofi.t 1945 mettant fin a r'état de service actif: Les dispo-
sitions de droit pénal militaire «applicables pendant la période de transi-
tion» ne concernent que des infractions commise apres le 20 aoô.t 1945
soit depuis que l~état de service actif a pris fin. Celui qui durant le service
actif s~est rendu coupable de rufus de servir ou d~insoumission, doit,
même apres le 20 aofi.t 1945, être jugé conformément aux dispositions
pénales édictées pour le temps du service actif. 11 en résulte que r'action
pénale se prescrit par lO ans (art. 51 CPM).
DCF del 3 agosto 1945: Le disposizioni concernenti il «periodo tran-
sitorio», contenute negli art. 9-12 valgono solo per gli atti punibili com-
messi dopo la fine del servizio attivo (20 agosto 1945). -
Un reato di
rifiuto o di omissione del servizio commesso durante il servizio attivo
viene giudicato secondo la legge penale vigente nel periodo di servizio at-
tivo: r'azione penale si prescrive quindi in lO anni (art. 5l.CPM).