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MKGE 5 Nr. 32

MKGE 5 Nr. 32 — Sigrist e. D. G. 6

Mkg · 1946-05-14 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 32

42

32.

Erldarungen des Angeklagten in d er V oruntersuchung konnen im

Sinne von Art. 152 MStGO zur Würdigung seiner Aussagen in der Haupt-

verhandlung herangezogen werden (Erw. A). -

Auch eine im Inilitari-

schen Strafvollzug verbüsste Strafe schliesst den bedingten Strafvollzug

aus (Art. 32, Ziff. l, Abs. 3 MStG) (Erw. B).

Aux termes de l'art. 152 PPM rien n~empêche le tribunal, appelé à

apprécier les dépositions recueillies aux débats, de tenir compte des décla-

rations faites par l'accusé au cours de l'enquête (cons. A). -

Une peine

privative de liberté pour infraction intentionnelle, suhie dans les cinq ans

qui ont précédé la commission du crime ou du délit~ exclut toujours

l'octroi du. sursis (art. 32, eh. 1., al. 3 CPM)., même si cette peine a été

exécutée sous régime militaire (cons. B).

Dichiarazioni fatte dall~ accusato durante rinchiesta preparatoria pos-

sono essere conosciute dai Giudice a mente dell~ art. 152 PPM per apprez ..

zare le disposizioni rese dall~ accusato stesso al dibattimento (cons. A). -

Anche una pena scontata in via militare durante i cinque anni che prece-

dono il nuovo reato esclude la sospensione condizionale (art. 32., cif. l.,

al. 3).

A. Die Behauptung des V erteidigers, dass die V orschrift von Art. 159

MStGO missachtet worden sei, weil die Vorinstanz auf das Ergebnis der

Voruntersuchung statt auf die Hauptverhandlung abgestellt habe, ist

nicht stichhaltig. Die Vorinstanz konnte die Erklãrungen, die der An-

geklagte in der V oruntersuchung abgegeben hatte, im Sinne von Art. 152

MStGO zur Würdigung seiner Aussagen in der Hauptverhandlung mit

heranziehen, wie dies geschehen ist.

B. Die An(echtung der V erweigerung des hedingten Strafvollzuges

ist ebenfalls nicht begründet.

Der Beschwerdeführer war vom Divisionsgericht 6 am 8. Mai 1945

wegen Ungehorsarns (Art. 61, Ziff. l MStG) und wegen unerlaubter Ent-

fernung (Art. 84, Abs.l MStG), also wegen zwei vorsãtzlicher Vergehen

zu drei Monaten Gefãngnis mit militãrischem Strafvollzug verurteilt

worden. Diese Strafe hat er im J ahre 1945 bei der Strafvollzugs-I(p. ver-

busst. Eine Gefãngnisstrafe ist, auch wenn sie im militãrischen Strafvoll-

zug verbüsst worden ist, eine Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 32, Zifl'. l,

Abs. 3 MStG. Für die neuen vom Beschwerdeführer begangenen Ver-

gehen 'var somit die Gewãhrung des hedingten Strafvollzuges gesetzlich

ausgeschlossen.

(14. Mai 1946, Sigrist e. D. G. 6)