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MKGE 5 Nr. 31

MKGE 5 Nr. 31 — Glusehkow e. D. G. 3 A

Mkg · 1946-05-14 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

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No. 31

erzeugt worden. Übrigens wãre das Gericht selbst dann nicht verpflichtet

ge"\vesen, die Strafe zu mildern, wenn eine der in Art. 45 genannten V or-

aussetzungen zugetro:ffen hãtte; denn diese BestÍlnmung st~llt die Mil-

derung in das I~ichterliche Ermessen (vgl. MKG 4, N r. 34, 144; BGE 71,

IV, 79).

(14. Mai 1946, Glusehkow e. D. G. 3 A)

31.

Frentder Militardienst (Art. 94 MStG) begangen durch Eintritt in den

einer fremden Ar·mee angegliederten Sanitatsdienst seitens einer Schwei-

zerin.

Service militaire étranger (art. 94 CPM)!) commis par un e Suissesse

s'étant engagée dans le Service sanitaire affilié à un e armée étrangere.

Servizio straniero (art .. 94 CPM): con1messo da una cittadina svizzera

con arruolamento in un servizio sanitario affiliato ad un esercito straniero.

Gemãss F eststellung d er V orinstanz ist di e Angeklagte na eh ihren

eigenen Angaben Ende 1943janfangs 1944 als Hilfsschwester in die der

deutschen W ehrmacht eingegliederte deutsche Rotkreuzorganisation

eingetreten und hat dort bis Ende Juli 1945 an verschiedenen Orten

uniformiert Sanitãtsdienst geleistet. Der vom Divisionsgericht aus dieser

nicht willkürlichen und deshalb das J(assationsgericht bindenden Tat-

sachenfeststellung gezogene Schluss, dass die Tãtigkeit der Angeklagten

im deutschen Sanitãtsdienst als Militãrdienst im Sinne von Art. 94 MStG

zu gelten habe, steht im Einklang mit der Auslegung, die das l(assations-

gericht dieser auf Schweizer und Sch,veizerÍI~nen in gleicher Weise an-

wendbaren Bestimmung in stãndiger Praxis gegeben hat (MI(G 3, S. 52).

Als fremder Militãrdienst gilt darnach nicht nur der eigentliche Soldaten-

dienst bei de r Truppe an de r Front, sondern au eh j edwede an dere Dienst-

leistung bei einer nach der in dem betreffenden Staat bestehenden Or-

ganisation dem Heere zugehõrigen oder angegliederten Institution. Dass

es sich vorliegend um die Leistung von Sanitãtsdienst handelte, ist daher

aus dem Gesichtspunkt des Art. 94 MStG unerheblich. Entscheide~d ist

vielmehr, dass sich die Angeklagte unter die Befehlsgewalt einer fremden

Armee begeben hat. Denn Art. 94 MStG will in erster Linie die Schwã-

chung der eigenen W ehrkraft verhindern. Die Angeklagte hãtte als beim

Sanitãts-HD (Rotkreuzchefarzt) eingeteilte FHD wãhrend des Aktiv-

dienstes in der Schweiz V erwendung finden kõnnen, ging aber zufolgé

ihres Eintritts in fremden Militãrdienst für die schweizerische Armee

verloren. D er U mstand, das s si e nicht eigentliche W affenhilfe geleistet

hat., ist von der Vorinstanz offensichtlich bei der Bemessung der Strafe

berücksichtigt worden.

(14. J\iai 1946, Brütseh e. D. G. 6)