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3.
Die Erschleichung eines Urlaubs unter Anwendung tauschender Mit ..
tel ist als Dienstpflichtbetrug strafhar (Art. 96 MStG); das Delikt der
Dienstverweigerung (Art. 81 MStG) kann wahrend der Zeit des erschliche-
nen Urlaubs nicht begangen werden.
L'obtention d'un congé, en usant de moyen destinés à tromper les
autorités compétentes, est punissable en tant que «fraude pour esquiver
le service militaire» (art. 96 CPM); pendant la durée du congé obtenu
frauduleusement l'inft'action de refus de servir au sens de l'art. 81 CPM
ne peut pas être commise.
11 conseguimento di un congedo con mezzi ingannevoli e punihile
quale frode per liherarsi dai servizio (art. 96 CPM); ma durante il periodo
di congedo l'autot~e no n puo essere ritenuto colpevole di rifiuto del servizio
(art. 81 CPM) se la licenza no n viene prima revocata in via generale o in-
dividuale.
Eine Gesetzesverletzung erblickt der l(assationsklãger weiter im
vorinstanzlichen Schuldspruch wegen Dienstverweigerung. Er bestreitet,
wãhrend der Urlaubszeit j e einem Aufgebot nicht gehorcht zu haben, 'vie
es Art. 81 MStG voraussetze.
Die Anfechtung ist begründet. Durch die verschiedenen Urlaubser-
teilungen ist de r l(assationsklãger j eweils zeitweise von de r Militãrdienst-
pflicht befreit worden. Die wãhrend dieser temporãren Dienstbefreiungen
für seine Einheit ergangenen Aufgebote hatten für ihn keine Gültigkeit,
solange sein Urlaub nicht generell oder individuell aufgehohen war. Für
e ine solche Aufhebung liegt nichts vor. Mangels ei n er Einrückungspflicht
aber konnte sich der l(assationsklãger der Dienstverweigerung nach
Art. 81 MStG nicht schuldig machen. Hieran vermag der Umstand, dass
er die Urlaubsverlãngerungen auf re.chtswidrige Weise erschlichen hat,
nichts zu ãndern. Die Diensthefreiung für die Dauer der je,veils bewillig-
ten Urlaube blieb bestehen. ·Wegen der vorsãtzlichen Anwendung tãu-
schender Mittel zu deren Erlangung wird cler l(assationsklãger nach
Art. 96 MStG hestraft. ·
(7. November 1945, Greef e. D. G. 7 A)
4.
V erletzung militarischer Geheimnisse (Art. 86, Ziff. l, Abs. l un d 2
MStG): W er sich bei einer andern Person nach einem Geheimnis erkun-
digt, spaht aus. W er ein ausgespahtes Geheimnis zwecks W eiterleitung
an einen fremden Staat einem Dritten weitergibt, gibt es im Sinne von
Abs. 2 diesem Staate hekannt.