opencaselaw.ch

MKGE 5 Nr. 22

MKGE 5 Nr. 22 — Trachsel e. D. G. 3 B

Mkg · 1946-04-02 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

27

No. 22

undan die Tatsachenfeststellung des vorinstanzlichen Urteils gebunden~

sofe1~n sie ni eh t als willkürlich erscheinen. Z u U nrecht wirft d er V ertei-

diger dem angefochtenen Urteile Willkür in der Beweiswürdigung und in

der Tatsachenfeststellung vor. Willkürlich wãre die Beweiswürdigung

nur~ wenn die festgestellten indizierenden Tatsachen hei vernünftiger

Üherlegung unmõglich di e im angefochtenen U rteile gezogenen Schluss-

folgerungen zuliessen (Entscheidungen MI(G 4~ Nr. 94). Und die Tat-

sachenfeststellung kõnnte nur dann als willkürlich hetrachtet werden~

wenn sie nach Lage der Akten als widersinnig oder aus der Luft ge-

griffen hezeichnet werden müsste (Entscheidungen M l(G

4~ N r. 7).

Vou Willkür kanu im vorliegenden Falle nicht die Rede sein. Das Divi-

sionsgeTicht hat den gesamten Sachverhalt eingehend und sorgfãltig

geprüft.

Die Beweiswürdigung ~nd die Tatsachenfeststellung des vorinstanz-

lichen Urteiles lassen eine UheTschreitung des dem Divisionsgerichte zu-

stehenden freien Ermessens nicht erkennen. Die Einwendungen~ die der

Verteidige1~ gegen die Beweiswürdigung und die Tatsachenfeststellung

des angefochtenen Urteils erheht, sind daher unhehelflich.

Auch die Berufung des V erteidigers auf den Grundsatz «in duhio pro

Teo» geht fehl. Für die Anwendung dieses Grundsatzes war im voTliegen-

den Falle kein Raum, da für die V orinstanz auf Grund ihrer Beweis-

würdigung und Tatsachenfeststellung ein Zweifel über die Schuld des

Angeklagten~ das heisst üher seinen vorsãtzlichen Eintritt in fremden

Militãrdienst, nicht hestand.

(2. April 1946, Trachsel e. D. G. 3 B)

22.

Die Revision eines Urteils ist zuzusprechen, wenn anzunehmen ist,

das Divisionsgericht hatte bei Kenntnis der neuen Beweismittel die Schuld-

frage voraussichtlich anders heurteilt (Art. 199, Abs. l MStGO).

La demande de revision doit être admise s'il est à prévoir que, con-

naissant les nouveaux moyens de preuve, le tribunal de division aurait

jugé différemment la question de la culpabilité de l'accusé (art. 199,

al. l PPM).

La revisione di una sentenza deve essere ammessa quando v'e mo-

tivo di supporre che, conoscendo i nuovi mezzi di prova, il Trihunale di

divisione avrehbe apprezzato diversamente la colpevolezza dell'accusato

(art. 199, al. l PPM).

Die Berichte des Gemeinderates Unterlunkhofen vom 16. Dezemher

1945 und 11. J anuar 1946 stellen neue Beweismittel im Sinne von Art.199

MStGO dar. Damit, dass sich der Gemeinderat Unterlunkhofen für ihn