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MKGE 5 Nr. 21

MKGE 5 Nr. 21

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25 No. 21

l. Nach der Rechtsprechung des l(assationsgerichts hãngt die psy-,chiatrische Begutachtung eines Angeklagten nicht von einem Parteian- trag ab. Vielmehr hat das Gericht von Amtes wegen zu prüfen, ob Zweifel an der Zurechnungsfãhigkeit des Angeklagten bestehen. Freilich enthãlt ·das Militãrstrafgesetz keine dem Art. 13 StGB entsprechende Bestim- mung. Sie fehlt aber nicht deshalb, weil s-ich das Militãrgericht nicht vom gleichen Grundsatz sollte leiten lassen, wie d er bürgerliche Strafrichter. Sie ist vielmehr im Militãrstrafgesetz als entbehrlich eracht~t worden, \veil Art. 95 MStGO für das Militãrstrafverfahren allgemein die Befra- :gung von Sachverstãndigen anordnet, wenn «es im Interesse der Unter- .suchung erforderlich erscheint». Das Kassationsgericht hat diese Vor- .schrift dahin ausgelegt, dass sie das Gericht immer dann, aber auch nur dann, verpflichtet, den Geisteszustand des Angeklagten untersuchen zu 1assen, wenn es an dessen Zurechnungsfãhigkeit zweifelt, wobei es immer- hin, wie der bürgerliche Strafrichter '(BGE 69, IV, 53), die Zweifel nicht unterdrücken darf, wenn sie sich normalerweise aufdrãngen (Urteil des MKG vom 21. August 1945 i. S. Suter). Dass der Beschwerdeführer den Antrag auf psychiatrische Begut- achtung erst im Parteivortrag gestellt ha~, ist deshalb belanglos. Als das Gericht vom Bericht des Professors Hanhart I(enntnis erhielt, musste es von Amtes wegen'prüfen, ob er Zweifel an der Zurechnungsfãhigkeit des Angeklagten erwecke. Anderseits gab der gestellte Antrag dem Angeklag .. ten nicht ein,Parteirecht auf psychiatrische Begutachtung, und ·er hãtte ihm ein solches Recht auch dann nicht gegeben, wenn er schon zu Beginn der Hauptverhandlung gestellt worden wãre (MI(G l, Nr. 99, 2, Nr. 12, ferner Urteil Suter vom 21. August 1945).

3. Das Strafmass kõnnte mit der l(assationsbeschwerde nur ange- fochten werden, wenn das Divisionsgericht den gesetzlichen Strafrahmen überschritten, eine andere Bestimmung über die Strafzumessung, ins- besondere Art. 44 MStG, verletzt oder willkürlich streng geurteilt hãtte. W eder das eine no eh das an dere ist d er Fali. Endlich ist auch Art. 45 MStG nicht verletzt, schon dehalb nicht, weil die zur Deckung des Schadens hinterlegten Fr. 1000.- nicht vom Beschwerdeführer, sondern von seiner Mutter aufgebra~ht worden sind. (6. Mãrz 1946, l(ym e. D. G. 6) 21. Fremder Militãrdienst (Art. 94 MStG): Straflosigkeit gemass BRB vom 11. Juni 1940 nur für solche Schweizer, welche das Bürgerrecht des Staates, in dessen Heer sie eintreten, vor Eintritt in den fremden Militãr- dienst besitzen (Erw. A). - Willkürlich und gemãss Art. 188, Ziff. l MStGO mit der Kassationsbeschwerde anfechtbar ist nur eine Beweis-

No. 21 26 würdigung, wenn die festgestellten Tatsachen unmoglich die gezogenen Schlussfolgerungen zulassen. Der Satz «in dubio pro reo» gilt nicht., wenn das Gericht keine Zweifel über die Schuld hat (Erw. C). Service militaire étranger (art. 94 CPM): Seules les Suisses possé-· dant la nationalité de l'Etat, dans l'armée duquel ils servent, déjà avant de s'engager dans l'armée étrangere, bénéficient de l'impunité prévue par l'ACF du 11 juin 1940 (cons. A). - Pour pouvoir être qualifiée d'arhit- raire et être des lors susceptihle d'un recours en cassation conformément à l'art. 188, eh. l PPM, I' appréciation des preuves devrait être telle que les faits établis ne permettent absolument pas d'en tirer les conclusions auxquelles s'est arrêté le tribunal. Si ce dernier n'a eu aucun doute quant à la culpabilité de I' accusé, o n ne peut Ini reprocher d'avoir violé le prin- cipe «in duhio pro reo» (cons. C). Servizio straniero (art. 94 CPM): Secondo il DCF 11 giugno 1940, va esente da pena unicamente il cittadino svizzero che possedeva la nazio- nalità dello Stato estero già prima di entrare in servizio presso l'esercito di detto Stato (cons. A). - Arhitrario e, secondo l'art. 188, cif. l, No. l, impugnahile in via di cassazione, e la valutazione dei mezzi di prova solo quando esiste conclamata incongruenza tra i fatti provati e le conclusioni tratte dagli stessio - L'aforismo «in dubio pro reo» non e invocahile quando il trihunale e convinto della colpevolezza dell'accusato (cons. C). A. N ach Art. 94, Abs. l MStG ist der Schweizer, de1· ohne Erlaubnis des Bundesrates in fremden Militãrdienst eintritt, strafhar. Gemãss dem BRB vom 11. J uni 1940 betreffend die Anwendbarkeit des Art. 94 MStG auf Doppelbürger ist auf den Schweizer, der die Staats- . angehõrigkeit eines anderen Staates besitzt und wãhrend der Dauer des Aktivdienstes in der Armee dieses Staates Militãrdienst leistet, Art. 94 MStG nicht anwendbar. Das Divisionsgericht hat als erwiesen er~chtet, dass der Beschwerde- führer in den Dienst d er deutschen W ehrmacht eingetreten ist, bevor er die deutsche Reichsangehõrigkeit erworben hatte, dass er also zur Zeit seines Eintrittes in fremden Militãrdienst nur Schweizer und noch nicht Doppelbürger war. Das angefochtene Urteil ist daher davon ausgegangen, dass die Voraussetzungen des BRB vom 11. Juni 1940 auf den Be- schwerdeführer nicht zutreffen. C. Die Frage, ob der Beschwerdeführer, als er in die deutsche Wehr- macht eintrat, schon das deutsche Reichsbürgerrecht erworben hatte und infolgedessen schweizerisch-deutscher Doppelbürger war, oder ob er in jenem Zeitpunkte nur das Sch,veizerbürgerrecht besass, ist tatsãch- licher N atur. Im Sinne von Art. 158 MStGO hatte das Divisionsgericht darüber auf Grund des Beweisergebnisses im Rahmen seines freien Er- messens zu befinden. Das l(as·sationsgericht _ist an die Beweiswürdigung