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MKGE 5 Nr. 16

MKGE 5 Nr. 16

Mkg · · Deutsch CH
Erwägungen (3 Absätze)

E. 19 No. 16 16. V erletzung militarischer Geheimnisse, begangen wãhrend des Aktiv- dienstes (vor dem 21. August 1945), kann auch.nach dem 20. August 1945 mit lebenslanglichem Zuchthaus hestraft werden, wenn die V orausset- zungen von Art. 86, Ziff. 2 MStG erfüllt sind. Art. 12 des BRB vom

3. August 1945 betreffend die Aufhehung des Aktivdienstzustandes steht dem nicht entgegen, d~!ln diese Bestimmung findet nur Anwendung auf Delikte, welche in der Ubergangszeit, beginnend am 21. August 1945, be- gangen werden. Dieser BRB stellt kein milderes Recht für Delikte wah- rend der Aktivdienstzeit auf. Même apres le 20 aout 1945 la violation de s~crets intéressant la dé- fense nationale peut encore être punie de la réclusion à vie, si elle a été commise pendant le service actif (soit avant le 21 aout 1945) et si les conditions du chiffre 2 de l'art. 86 CPM sont remplies. L'art. 12 de l'ACF du 3 aout 1945 mettant fin à l'état de service actif n'y change rien, car cette disposition ne s'applique qu'à des crimes ou délits perpétrés pendant la période transitoire déhutant le 21 aofit 1945. - L'ACF précité n'est pas une lex mitior à l'égard des infractions qui ont été commises durant la période de service actif. U na violazione di segreti militari (art. 86 CPM) commessa durante il periodo di servizio attivo puo essere punita con reclusione perpetua anche dopo la cessazione dello stesso (20 agosto 1945) se risultano adempiute le condizioni fissate all'art. 86, cif. 2 CPM. - L'art. 12 del DCF 3 agosto 1945 sulla cessazione del servizio attivo non e, in casi siffatti, operante, poiche si riferisce solo a reati commessi durante il cosi detto «periodo transitorio» iniziatosi il 21 agosto 1945. - 11 citato DCF non impone la mitior lex per i reati commessi durante il servizio attivo. Der Beschwerdeführer ist von der V orinstanz unter anderem wegen Verletzung militãrischer Geheimnisse im Sinne von Art. 86, Ziff. l MStG verurteilt worden. Gemãss Art. 86, Ziff. 2 MStG kann auf lebenslãng- liches Zuchthaus erkannt werden, wenn die V erletzung militãrischer Ge- heimnisse im Sinne von Art. 86, Ziff. l MStG in einer Zeit verübt wird, da Truppen zum aktiven Dienst aufgeboten sind, und wenn der Tãter durch seine Handlung die Unternehmungen des schweizerischen Heeres gefãhrdet. Dass die V erratshandlungen des Beschwerdeführers eine solche Gefãhrdung bewirkten, hat das vorinstanzliche Urteil (S. 32) aus- drücklich festgestellt. Das ist eine Feststellung tatsãchliche1~ N a tur, an die das I(assatio:t;lsgericht gebunden ist, da sie nicht als willkürlich er- scheint. Dass sie willkürlich sei, hat übrigens der VerteidigeT nicht geltend gemacht. Das MStG schreibt nicht vor, dass auf lebenslãngliches Zuchthaus nicht erkannt werden kõnne., wenn zwar - wie im vorliegenden Falle -

No. 16

E. 20 die Voraussetzungen dafür im Sinne von Art. 86, Ziff. 2 MStG gegeben sind, die Beurteilung jedoch erst nach Beendigung des Aktivdienstzu- standes erfolgt. Nach dem MStG kanu somit auch in einem solchen Falle eine lebenslãngliche Zuchhausstrafe ausgesprochen werden. An dieser Rechtslage hat der auf den 21. August 1945 in l(raft ge- setzte BRB vom 3. August 1945 betreffend die Aufhebung des Aktiv- dienstzustandes nichts geãndert. Im Gegenteil schreibt dieser BRB in Art. 17, Abs. l unter den «Ühergangsbestimmungen» ausdrücklich vor, dass die am 21. August 1945 bei den Militãrgerichten hãngigen Verfahren weitergeführt und nach dem im Zeitpunkte der Begehung der Tat gelten- den Rechte beurteilt werden. Diese Bestimmung ist hier anwendbar, da die V oruntersuchung gegen den Beschwerdeführer im Februar 1945, also vor dem 21. August 1945 angeordnet worden ist. Der Hinweis des V erteidigers auf den Art. 12 des erwãhnten BRB ist unbehelflich. Diese V orschrift steht im Abschnitt «III. Militãrstraf- recht und Militãrstrafverfahren in der Übergangszeit» und gehõrt zu den unte1~ dem Titel «Á. Strafrecht» zusammengefassten Art. 9-12, welche Bestimmungen enthalten für .. die im Abschnitt II umschriebene, am

E. 21 August 1945 nicht mehr in l(raft ist, stand dei Verhãngung einer solchen Strafe nicht entgegen. Schliesslich geht auch die Berufung des Verteidigers auf den Grund- satz fehl, wonach d er Tãter, d er eine Straftat un te r d er Hei~rschaft des

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

19 No. 16 16. V erletzung militarischer Geheimnisse, begangen wãhrend des Aktiv- dienstes (vor dem 21. August 1945), kann auch.nach dem 20. August 1945 mit lebenslanglichem Zuchthaus hestraft werden, wenn die V orausset- zungen von Art. 86, Ziff. 2 MStG erfüllt sind. Art. 12 des BRB vom

3. August 1945 betreffend die Aufhehung des Aktivdienstzustandes steht dem nicht entgegen, d~!ln diese Bestimmung findet nur Anwendung auf Delikte, welche in der Ubergangszeit, beginnend am 21. August 1945, be- gangen werden. Dieser BRB stellt kein milderes Recht für Delikte wah- rend der Aktivdienstzeit auf. Même apres le 20 aout 1945 la violation de s~crets intéressant la dé- fense nationale peut encore être punie de la réclusion à vie, si elle a été commise pendant le service actif (soit avant le 21 aout 1945) et si les conditions du chiffre 2 de l'art. 86 CPM sont remplies. L'art. 12 de l'ACF du 3 aout 1945 mettant fin à l'état de service actif n'y change rien, car cette disposition ne s'applique qu'à des crimes ou délits perpétrés pendant la période transitoire déhutant le 21 aofit 1945. - L'ACF précité n'est pas une lex mitior à l'égard des infractions qui ont été commises durant la période de service actif. U na violazione di segreti militari (art. 86 CPM) commessa durante il periodo di servizio attivo puo essere punita con reclusione perpetua anche dopo la cessazione dello stesso (20 agosto 1945) se risultano adempiute le condizioni fissate all'art. 86, cif. 2 CPM. - L'art. 12 del DCF 3 agosto 1945 sulla cessazione del servizio attivo non e, in casi siffatti, operante, poiche si riferisce solo a reati commessi durante il cosi detto «periodo transitorio» iniziatosi il 21 agosto 1945. - 11 citato DCF non impone la mitior lex per i reati commessi durante il servizio attivo. Der Beschwerdeführer ist von der V orinstanz unter anderem wegen Verletzung militãrischer Geheimnisse im Sinne von Art. 86, Ziff. l MStG verurteilt worden. Gemãss Art. 86, Ziff. 2 MStG kann auf lebenslãng- liches Zuchthaus erkannt werden, wenn die V erletzung militãrischer Ge- heimnisse im Sinne von Art. 86, Ziff. l MStG in einer Zeit verübt wird, da Truppen zum aktiven Dienst aufgeboten sind, und wenn der Tãter durch seine Handlung die Unternehmungen des schweizerischen Heeres gefãhrdet. Dass die V erratshandlungen des Beschwerdeführers eine solche Gefãhrdung bewirkten, hat das vorinstanzliche Urteil (S. 32) aus- drücklich festgestellt. Das ist eine Feststellung tatsãchliche1~ N a tur, an die das I(assatio:t;lsgericht gebunden ist, da sie nicht als willkürlich er- scheint. Dass sie willkürlich sei, hat übrigens der VerteidigeT nicht geltend gemacht. Das MStG schreibt nicht vor, dass auf lebenslãngliches Zuchthaus nicht erkannt werden kõnne., wenn zwar - wie im vorliegenden Falle -

No. 16 20 die Voraussetzungen dafür im Sinne von Art. 86, Ziff. 2 MStG gegeben sind, die Beurteilung jedoch erst nach Beendigung des Aktivdienstzu- standes erfolgt. Nach dem MStG kanu somit auch in einem solchen Falle eine lebenslãngliche Zuchhausstrafe ausgesprochen werden. An dieser Rechtslage hat der auf den 21. August 1945 in l(raft ge- setzte BRB vom 3. August 1945 betreffend die Aufhebung des Aktiv- dienstzustandes nichts geãndert. Im Gegenteil schreibt dieser BRB in Art. 17, Abs. l unter den «Ühergangsbestimmungen» ausdrücklich vor, dass die am 21. August 1945 bei den Militãrgerichten hãngigen Verfahren weitergeführt und nach dem im Zeitpunkte der Begehung der Tat gelten- den Rechte beurteilt werden. Diese Bestimmung ist hier anwendbar, da die V oruntersuchung gegen den Beschwerdeführer im Februar 1945, also vor dem 21. August 1945 angeordnet worden ist. Der Hinweis des V erteidigers auf den Art. 12 des erwãhnten BRB ist unbehelflich. Diese V orschrift steht im Abschnitt «III. Militãrstraf- recht und Militãrstrafverfahren in der Übergangszeit» und gehõrt zu den unte1~ dem Titel «Á. Strafrecht» zusammengefassten Art. 9-12, welche Bestimmungen enthalten für .. die im Abschnitt II umschriebene, am

21. August 1945 beginnende «Uhergangszeit», wãhrend der noch gewisse Truppenaufgebote notwendig sind (Art. 5). Wenn Art. 12 vorschreibt, dass die für im Aktivdienst begangene V erbrechen oder V ergehen vorge- sehenen Strafschãrfungen nicht mehr Anwendung finden, so gilt das nur für Straftaten, die nach Beendigung des Aktivdienstzustandes, nãmlich nach dem 20. August 1945 verübt we1·den. Der Beschwerdeführer hat sich j edoch wãhrend des Aktivdienstzustandes des V erbrechens d er V erlet- zung militãrischer Geheimnisse na eh Art. 86, Ziff. l M S t G schuldig ge- macht, sodass auch Ziff. 2 dieses Artikels auf ihn anwendbar ist. Daran hat die Vo1 1schrift von Art. 12 des BRB vom 3. August 1945 nichts ge- ãndert. Entgegen der Auffassung des Verteidigers lãsst sich auch aus dem Umstande, dass die VO vom 28. Mai 1940 betreffend Abãnderung und Ergãnzung des MStG gemãss''Art. 2, Ziff. 15 des BRB vom 3. August 1945 aufgehoben worden ist, nichts zu Gunsten des von ihm vertretenen Standpunktes ableiten. Das Territorialgericht konnte - wie es dies getan hat - neben Art. 86, Ziff. l und 2 MStG auch den Art. 6 der VO vom 28. Mai 1940 zur Anwendung bringen. Dies stand im Einklang mit der Bestimmung von Art. 17, Abs. l des BRB vom 3. August 1945. Übrigens hãtte aber schon Art. 86, Ziff. l und 2 MStG eine genügende rechtliche Grundlage dargestellt, um eine lebenslãngliche Zuchthaus- strafe auszufãllen. Die Tatsache, dass die VO vom 28. Mai 1940 seit dem

21. August 1945 nicht mehr in l(raft ist, stand dei Verhãngung einer solchen Strafe nicht entgegen. Schliesslich geht auch die Berufung des Verteidigers auf den Grund- satz fehl, wonach d er Tãter, d er eine Straftat un te r d er Hei~rschaft des