Volltext (verifizierbarer Originaltext)
No. 13
16
sodann spricht einzig, dass er de1· Organisation Skorszeni angehõrte. Das
hat sich aber in keiner feindlichen Handlung gegen die Schweiz ausge-
wirkt. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft und war bisher gu t beleumdet.
D en Tatbestand des N achrichtendienstes gegen fremde Staaten hat die
Vo1·instanz trotz gewisser Zweifel als nicht erwiesen erk1ãrt, sodass er für
die Strafzumessung ausser Betracht fallen muss.
Di e V orinstanz hat daher beim Ausmass d er N ebenstrafe d er l_~andes
verweisung Art. 44 MStG verletzt. Das Straferkenntnis muss insoweit
als gesetzwidrig aufgehoben werélen.
(28. Dezember 1945~ l\'Iyrmann e. T. G. 2 B)
13.
Fahrlassige Verletzung militãrischer Geheimnisse (Art. 86, Ziff. 3
MStG): Durch Uebergabe von Filmen rnit militãrischen Anlagen an eine
Person, von welcher der Beschwerdeführer annahm, dass sie etwas ver-
hotenes treibe.
Commet par négligence (eh. 3 de l'art. 86 CPM) une violation de se-
crets intéressant la défense nationale celui qui remet des films représen-
tant des ouvrages militaires à un e personne don t il supposait qu'e Ue se
livrait à une activité prohibée dans le domaine du service de I'enseigne-
ments.
Si rende contevole di violazione di segreti tnilitari commessa per negli·
genza (art. 86, cif. 3 CPM) colui eh e consegna films riproducenti opere
militari ad una persona della quale doveva ragionevolmente diffidare per·
che a lui nota come dedita a pratiche illecite.
FahTlãssig hat dei' Beschwerdeführer die mit Rücksicht auf die Lan-
desverteidigung geheimzuhaltenden Filme den Organen des deutschen
N achTichtendienstes zugãnglich gemacht un d d ami t den Tatbestand des
Art. 86, Ziff. l, Abs. 2 in Verbindung mit Ziff. 3 MStG erfüllt, wenn er
bei pflichtgemãsser V orsicht hãtte bedenken und berücksichtigen sollen,
dass Geissmann die Filme mõglicherweise dem deutschen N achTichten-
dienst ausliefeTn werde. Zu welcher Vorsicht er verpflichtet war, ist nach
d en U mstãnden un d na eh sein en peTsõnlichen V erhãltnissen zu entschei-
den (Art. 15, Abs. 3 MStG).
V or der Bundespolizei hat n un der BeschwerdefühTer selbeT zuge-
geben, es sei ihm klaT gewesen, dass Geissmann etwas V eTbotenes treibe.
Er will dies aus seinem V erhalten wãhTend deT Aufenthalte in der Schweiz,
aus seinen illegalen GTenzübertritten und aus seiner Mitteilung, dass er
in d ei' Schweiz von der Polizei gesucht weTde, geschlossen haben. W enn
deT BeschwerdefühTer auch geglaubt haben will, das verbotene TTeiben