Erwägungen (2 Absätze)
E. 2 Als verjãhrungsunterbrechende Handlungen kommen die Ein- vernahmen des Beschuldigten durch den Untersuchungsrichter vom
E. 5 Mãrz 1948 uud die Vorladung dazu in Betracht. Es ist der Vorinstanz darin beizupflichten, das s di e U.nterbrechung de r V erj ãhrung eines De- likts nicht ohne weiteres auch die Unterhrechung der Verjãhrung eines andern, das mit ersterem in gar keinem Zusammenhang steht, zur Folge hat. Mit dem Oberauditor ist aber die Auffassung ahzulehnen, dass eine dem Beschuldigten nicht ausdrücldich vorgehaltene Einzelhandlung aus einem Gesamtko1nplex vou Tatbestãnden von der unterbrechenden Wir- kung der Einvernahme durch den Untersuchungsrichter nur daun erfasst 'verde, wenn diese Einzelhandlung das Glied in einer l(ette eines fort- gesetzten Delikts hildet. Es genügt der V orhalt eines strafbaren Gesamt- verhaltens. Das Eingehen auf jede Einzelhandlung ist nicht nõtig, wenn ein sachlicher Zusammenhang mit dem dem Beschuldigten vorgehaltenen Gesamtverhalten besteht. Diese V oraussetzungen sind im vorliegenden Fali erfüllt. Der für den «Bunkerprozess» vom Eidg. Militã:--·departement am 18. November 1946 ausgestellte Befehl zur Voruntersuchung ist gegen H. Marti und Lt. Daucher gerichtet. Als Gegenstand der Unter-
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No. 120 -192-
2. J eder Meldepflichtige~ der sich für die Daue1~ von mehr als drei Monaten in das Ausland begeben will~ hat um militãrischen Auslands- urlaub nachzusuchen (Art. 33~ Abs. l V o. über das militãrische l(ontroll- wesen) und sich unmittelbar vor seiner Abreise beim Sektionschef ab- zumelden (Art. 33~ Abs. 10). Dass der Beschwerdeführer schon bei der Ausreise aus de1· Schweiz die Absicht gehabt habe, mehr als drei Monate im Ausland zu bleihen, ist ihm von der Anklage nicht vorgeworfen worden und .wird auch vom Divisionsgericht nicht festgestellt. Die Anklage spricht bloss davon~ er habe seinen W ohnort verlassen mit der «unbestimmten Absicht, sich nach Frankreich zu begeben»; damit ist üher die Dauer des beahsichtig- ten Aufenthaltes nichts gesagt. Der Beschwerdeführer behauptet, er habe nur die Stãdte Mülhausen und Strassburg besichtigen "\vollen, und schon in der Untersuchung hat er geltend gemacht~ er habe lediglich die Absicht gehabt~ einige Tage Ferien («Blauen») zu machen. In der Haupt- verhandlung scheint er «Ínl Sinne der Anklage» gestanden zu haben. Sicher ist~ dass er nach den Feststellungen des Divisionsgerichts sich erst in Strassburg entschloss, in die Fremdenlegion einzutreten. Für welche Zeit er beim V erlassen der Schweiz im Auslande zu bleiben beabsichtigte, ist daher unbestimmt. Tatsãchlich blieb der Beschwerdeführer nur sieb- zehn Tage in Frankreich. Bei dieser Sachlage kann ihm nicht vorge- worfen werden, er hãtte vor der Ausreise aus der Schweiz Auslands- urlaub verlangen und sich abmelden sollen. Er war auch nicht verpflich- tet, das U rlaubsgesuch im V erlaufe sein er siehzehntãgigen Abwesenheit nachzuholen und sich beim zustãndigen Schweizerkonsul anzumelden (Art. 38 V o. üher das militãrisehe l(ontrollwesen), ganz abgesehen da- von, dass ihm die V erletzung dieser Pflicht in der Anklage nicht vorge- worfen worden ist. Er ist daher von der Anklage der Nichtbefolgung von Dienstvorschriften freizusprechen. (5. Dezember 1950, Suter e. D. G. 6) l20o Art. 53, Abs. 2 MStG: Der Vorführungsbefehl des Untersuchungs- richters gegen einen verhafteten Beschuldigten ist der Vorladung gleich- zustellen. Art. 53, al. 2 CPM: L'ordre de transfert du juge d'instruction con- cernant un prévenu en détention préventive est assimilé à une citation. Art. 53, al. 2 CPM: L'ordine di traduzione emanato dai Giudice istruttore nei confronti di un prevenuto in detenzione preventiva e equi- parabile ad una citazione.
-193- No. 120 Le moyen invoqué, à savoir celui tiré de la prescription, est évidem- ment recevable en la forme puisqu 'il concerne P application de la lo i pénale au sens de l'art. 188, chifli 1e l PPM. Quant au fond, la Cour de Cassation a déjà eu l'occasion de dire que même en l'absence de conclusion prise à cet égard., on devait tenir compte de la prescription de l"action (cf. TMC 4, No.l34, p. 294-295 etTMC 3, No. 96, p. 200-201). Or., qu'en est-il en l'espece? Le jugement attaqué releve que Vau- cher a signé son engagement à la Légion Etrangere le 8 aout 1945. Cette date correspond à celle de la commission du délit. Le délai no1·mal de prescription courant donc du 8 aoút 1945 au 7 aout 1950 inclusivement. La prescription de 5 ans a toutefois été interrompue le 7 aoút 1950, soit le dernier jour du délai, par ordre de transfert adressé au Cdt de la Police Cantonale de N euchâtel p ar le G1 1effe du Tribunal Militaire Division 2 A agissant s ur ordreverbaldu J uge d'lnstructionMilitaire. Cetordre detrans- fert., poursuit le jugement, doit être assimilé à une citation devant le J uge d'Instruction. L'accusé étant détenu dans les prisons de Neuchâtel, ne pouvait pas être cité d'une autre maniere. Conséquemment, conclut le Tribunal de Division, cet ordre de transfert déploie tous les effets de la citation; il est interruptif de prescription. L'article 53, eh. 2 CPM. dit ce qui suit: «La prescription est inter- rompue par tout interrogatoire de l'inculpé au cours de l'instruction, ainsi que par toute citation de l'inculpé devant le Juge d'lnstruction ou le Tribunal>>. La question à résoudre est des lors celle de savoir si un ordre de transfert ainsi que le transfert lui-même constituent des actes inter- ruptifs de la prescription. La Cour de Cassation répond p ar l'affirmative. Elle estime, en effet, que l'ordre de transfert doit êt1·e assimilé à un e citation de l'inculpé devant le J uge d'lnstruction. D'apres la définition courante., la citation est un ordre du Juge qui assigne un e personne à son audience, tandis que l'ordre de transfert qui équivaut à un e arrestation est l'ordonnance p ar laquelle le J uge fai t arrêter un e personne p o ur qu'elle soi t incarcéré à la prison désignée s ur le mandat. L'ordre de transfert, valant comme mandat d'arrêt, doit donc être considéré comme un acte interruptif par excellence de la prescription. 11 f aut observer que soi t la simple citation soi t l'ordre de transfert sont deux institutions semblables par leur nature et le but qu'elles pour- suivent. L'une exclut d'ailleurs l'autre, puisque l'arrestation, respective- ment le transfert de l'inculpé, supprime la citation (cf. art. 76 PPM) parce qu'elle la rend inutile. (6 decembre 1950, Vaucher e. T. D. 2 A) 13
No.· 121 -194- 121. Unterhrechung der Verfolgungsverjahrung (Art. 53, Ahs. 2 MStG): Di e V orladung, resp. Einvernahme hetreffend einen Gesamtkomplex vou strafbaren Handlungen wirkt verjãhrungsunterhrechend auch in hezug auf die noch nicht hekannten Einzelhandlungen (Erw. l und 2). Interruption de la prescription de l'action publique (art. 53, al. 2 CPM): La citation, respectivement I'interrogatoire portant sur un com- plexe d'actes punissahles, a un effet interruptif de prescription également quant aux actes dont on n'a encore pas connaissance (cons. l et 2). lnterruzione della prescrizione dell'azione penale (art. 53, cif. 2 CPM): La citazione, rispettivamente l'audizione, concernente un com- plesso di fatti punihili interrompe la prescrizione anche per i fatti singoli di cui non si ha ancora conoscenza (cons. l e 2).
l. Di e von d er V orinstanz als ve1·j ãhrt hezeichneten Tatbestãnde werden in der Anklage und im angefochtenen Urteil als Uugehorsam im Sinne von Art. 61 MStG, als Nichtbefolgung von Dienstvorschriften im Sinne von Art. 72 MStG und als ungetreue Geschãftsführung im Sinne von Art. 144, Abs. l MStG qualifiziert. Für alle diese Vergehen ist· hõch- stens die Gefãngnisstrafe angedroht. Gemãss Art. 51 MStG verjãhrt so- mit die Strafverfolgung in bezug auf alle diese strafhaTen Taten in fünf J ahren. Sie wurden nach deu nicht angefochtenen Feststellungen der Vorinstanz hegaugen in der Zeit vom 18. August 1943 bis 13. Januar
1944. Die ordentliche Verjãhrungsfrist lief somit am 18. August 1948 bis 13. J anuar 1949 ab.
2. Als verjãhrungsunterbrechende Handlungen kommen die Ein- vernahmen des Beschuldigten durch den Untersuchungsrichter vom
5. Mãrz 1948 uud die Vorladung dazu in Betracht. Es ist der Vorinstanz darin beizupflichten, das s di e U.nterbrechung de r V erj ãhrung eines De- likts nicht ohne weiteres auch die Unterhrechung der Verjãhrung eines andern, das mit ersterem in gar keinem Zusammenhang steht, zur Folge hat. Mit dem Oberauditor ist aber die Auffassung ahzulehnen, dass eine dem Beschuldigten nicht ausdrücldich vorgehaltene Einzelhandlung aus einem Gesamtko1nplex vou Tatbestãnden von der unterbrechenden Wir- kung der Einvernahme durch den Untersuchungsrichter nur daun erfasst 'verde, wenn diese Einzelhandlung das Glied in einer l(ette eines fort- gesetzten Delikts hildet. Es genügt der V orhalt eines strafbaren Gesamt- verhaltens. Das Eingehen auf jede Einzelhandlung ist nicht nõtig, wenn ein sachlicher Zusammenhang mit dem dem Beschuldigten vorgehaltenen Gesamtverhalten besteht. Diese V oraussetzungen sind im vorliegenden Fali erfüllt. Der für den «Bunkerprozess» vom Eidg. Militã:--·departement am 18. November 1946 ausgestellte Befehl zur Voruntersuchung ist gegen H. Marti und Lt. Daucher gerichtet. Als Gegenstand der Unter-