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No. 114 -178- Zuwendung bestraft werden kõnne. Der V erfall tritt auch dann ein., wenn der Empfãnge1~ wegen Unzurechnungsfãhigkeit nicht strafbar oder der Strafansprnch., wie im vorliegenden Fali, wegen V erjãhrung entfallen ist. Denn dieser Massnahme liegt der Gedanke zugrunde, dass der V er- brecherlohn weder dem Tãter zukommen noch an den Leistenden zurück- gehen soll. (V gl. Comtesse, l(omm. zu Art. 42 MStG, N. l; Hafter, a. a. 0., S. 420; Thormann & Oberbeck, l(omm. zu Art. 59 StGB, N. l; Logoz., l(omm. zu Art. 59 StGB, N. 3a; Petrzilka, l(omm. zu Art. 59 StGB.) (14. Juni 1950, Gerber e. D. G. 3 B) 114. Idealkonkurrenz zwischen Fa1schung dienstlicher Aktenstücke, (Art. 78 MStG) und Urkundenfalschung (Art. 172 MStG). Erschleichen einer falschen Beurkundung (Art. 173, Ahs.l MStG) durch Bewirken der materiell unrichtigen Eintragung üher die Erfüllung der Schiesspflicht durch das Kreiskommando. Anstiftung (Art. 22 MStG) zu diesen Delikten. Concours idéal d'infractions entre le faux dans les documents de ser· vice (art. 78 CPM) et le faux dans les titres (art. 172 CPM). Obtention frauduleuse d"une constatation fausse (art. 173., al. l CPM) par le fajt de provoquer l"inscription, matériellement inexacte, par le commandant d"ar- rondissement., de l" accomplissement des tirs obligatoires. lnstigation à ces délits (art. 22 CPM). Concorso ideale fra falsità in documento di servizio (art. 78 CPM) e falsità in documenti (art. 172 CPM). - Conseguimento fraudolento di una falsa attestazione (art. 173., al. l CPM): consumato coll" indut~re il Comando di Circondario a d attestare, contrariamente a verità., l" esecuzione di un tiro obbligatorio. - Istigazione (art. 22 CPM) a questi delitti. Der Beschwerdeführer hat an den obligatorischen Schiessübungen für 1949 nicht teilgenommen. Er beabsichtigte auch nicht., dies am letzten Schiesstag, den 28. August 1949, zu tun, weil er vorzog., an diesem Tag mit einem Verein in den Tessin zu reisen. Am 21. August 1949 be- stimmte er den Schiessaktuar des Feldschützenvereins Oberengstringen, l(p l. N yffenegger, dazu., zu veranlassen, das s in Dienst- un d Schiess- büchlein des Beschwerdeführers die Erfüllung der Schiesspflicht 1949 fãlschlicherweise eingetragen werde. E1· schickte am 22. August 1949 Dienst- und Schiessbüchlein mit der Post an l(pl. Nyffenegger. Dieser bezog am 28. August 1949, gegen Ende des Schiessens, nachdem er ver- geblich auf den Beschwerdeführer gewartet hatte, die für die obligato- rischen Übungen erforderlichen Patronen für sich selber, vermerkte aber in der Munitionskontrolle den Beschwerdeführer als Bezüger. In dessen Standblatt und Schiessbüchlein trug er erfundene Resultate als obliga-
-179- No. 114 torische Übungen ein. Auf dem Formular Nr. 8b meldete er üher den Sektionschef von Oherengstringen dem l(reiskommando Amt und Un- terland unter Beilage von Dienst- und Schiesshüchlein des Beschwerde- führers, dass dieser die Schiesspflicht für das J ahr 1949 erfüllt hahe. Das J(reiskommando verurkundete die Erfüllung d er Schiesspflicht im Dienst- büchlein und leitete das Formular Nr. 8h, mit dem Amtsstempel ver- sehen, an die Militãrdirektion des l(antons Zürich weiter. In der Beschwerde 'vird b_ehauptet, die Absicht des l(pl. Stõssel sei lediglich auf Fãlschung dienstlicher Aktenstücke gegangen. Für die von l(pl. Nyffenegger weiter verühten Delikte: Urkundenfãlschung und Miss- brauch und Verschleuderung von Material kõnne l(pl. Stõsselnicht als Anstifter verantwortlich gemacht werden. Es handle sich um einen Ex- zess cles Haupttãters. Obwohl die l(assationsheschwerde die Qualifizierung der von l(pl. Nyffenegger begangenen Haupttaten nicht hemãngelt und keine dahin- gehenden rechtlichen Antrãge stellt, ist, nachdem die Anstiftung zu diese1n V ergehen hestritten wird, von Amtes wegen zu prüfen, oh die Vorinstanz die Straftaten des l(pl. Nyffenegger rechtlich richtig ge- würdigt hat. Es unterliegt keinem Zweifel, dass l(pl. Ny:ffenegger in bezug auf Dienst- und Schiesshüchlein, Standblatt und Formular 8h dienstliche Aktenstücke im Sinne von Art. 78 MStG gefãlscht hat. Die Ausführungen hierüber im angefochtenen Urteil S. 9/10 sind richtig und stehen im Einklang mit der Rechtssprechung des Militãrkassationsge- richts. Zutreffenderweise hat auch die Vorinstanz den erwãhnten Akten- stücken un d d er Munitionskontrolle U rkundencharakter im Sinne v o n Art. 175 MStG beigemessen und Urkundenfãlschung angenommen. Denn l(pl. Nyffenegger hat über die Fãlschung dienstlicher Aktenstücke hinaus einem andern, dem Beschwerdeführer, einen unrechtmãssigen Vorteil verscha:ffen wollen, nãmlich die Befreiung von der Schiesspflicht 1949 und vom dreitãgigen N achschiesskurs. Auch in bezug auf die Munitions- kontrolle war ein unrechtmãssiger V orteil, nãmlich der Bezug von Gra- tismunition, beabsichtigt. Richtig ist auch die Annahme von Idealkon .. kurrenz von Fãlschung dienstlicher Aktenstücke mit Urkundenfãlschung im Sinne von Art. 172 MStG. Gegen die Schuldigerklãrung wegen Ver .. schleuderung von Material ist auch nichts einzuwenden, da l(pl. Nyffen .. egger Gratismunition widerrechtlich an sich genommen hat, um sie spãter hei Freiübungen zu verschiessen. Einzig in bezug auf die Beur- kundung des l(reiskommandos Amt und Unterland auf dem Formular 8h und im Dienstbüchlein S. 22/23 liegt nicht Urkundenfãlschung im' Sinne von Art. 172 MStG, sondern Erschleichen einer falschen Beurkundung im Sinne von Art. 173 MStG vor. Das l(reiskommando ist clurch Tãu- schung von l(p l. N ytfenegger veranlasst worden, die Schiesspflicht des l(pl. Stõssel für 1949 als erfüllt zu beurkunden (MI(G 3, Nr. 68). Diese rechtliche Feststellung bleibt aher ohne Einfluss auf das Endresultat für