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MKGE 5 Nr. 110

MKGE 5 Nr. 110

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 110

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licher Gruud, Art. 65, Abs. 4 MFG als eine dem Art. 68 StGB vorgehende

Ausnahmebestimmuug (Art. 333, Abs. l StGB) zu behandeln. Daher

rechtfertigt es sich auch uicht, ihn dem Art. 49 MStG vorgeheu zu lassen.

3. Art. 62 MFG steht zu Art. 133 MStG uicht i1n V erhãltuis un-

echter Gesetzeskoukurrenz. Er schützt eiu Rechtsgut, das durch Art. 133

MStG uicht geschützt ist: die Sicherheit des õffeutlicheu V erkehrs. Die

Allgemeinheit hat eiu Interesse, dass die Strasse frei vou Strolchen-

fahreru sei, die im allgemeiuen besouders rücksichtslos uud gewissenlos

fahren, selbst wenn sie -

was im vo1·liegendeu Falle uicht zutraf -

ausuahmsweise eiueu gültigeu Führerausweis haheu uud nüchtern sind.

Unter diesem Gesichtspunkt gilt Art. 133 MStG das Unrecht des Be-

schwerdeführers nicht ab. Art. 133 MStG schützt nur das Vermõgen,

und zwar uur gegen vorsãtzliche Schãdigung. Der Beschwerdeführer ist

uach dieser Bestimmung denn auch bloss deshalh bestraft worden, weil

er vorsãtzlich fremdes Benzin verbraucht und eiu fremdes Fahrzeug

abgenützt hat. Nicht einmal die erhebliche Beschãdigung des Motor-

rades durch den Unfall wird durch Art. 133 MStG abgegolten, weil sie

uicht vorsãtzlich verursacht worden ist. Nach Art. 62 MFG dagegen

"\vird der Beschwerdeführer bestraft, 'veil er durch seine Strolchenfahrt

den õffentlichen V erkehr abstrakt gefãhrdet und eiu fremdes Fahrzeug

der Gefahr der Beschãdigung ausgesetzt hat. Er hãtte sich gegen diese

Bestimmung selbst daun vergangen, wenn er mit eigenem Benzi:r?- ge-

fãhren und das Motorrad nicht abgenützt hãtte. Auf gleichen Uber-

legungeu beruhen die schon erwãhnten Urteile in BGE 73, IV, 40 ff. uud

SJZ 45, 41, die sich üher das Verhãltnis von Art. 62 MFG zu Art. 14,3

StGB aussprechen. Dass das zürcherische Obergericht in SJZ 45, 42 die-

ses V erhãltnis irrtümlicherweise als unechte Gesetzeskonkurrenz be-

zeichnet, ãndert uichts.

(14. ~iãrz 1950, Baschung e. D. G. 8)

l lO.

Art. l, Satz 3 der VO über den militarischen Vollzug der Gefãngnis-

strafe verstõsst nicht gegen Art. 30., Ziff. 2 MStG.

L"art. ler, troisieme phrase, de 1"0. concernant l"ecécution militaire

de l'emprisonnement n'est pas en contradiction avec l'art. 30, eh. 2 CPM.

At·t. 1., frase 3 dell'Ordin. che istituisce l'esecuzione in via militare

della detenzione: non sta in contraddizione coll' art. 30., cif. 2 CPM.

l. Gemãss Art. l, Satz 3 der V, üher den militãrischen Strafvollzug,

darf eiuem V erurteilten, d er innerhalb d er letzten dtei J ahre vor V er-

übuug der T at wegen eines vorsãtzlichen V erbrechens oder V ergehens

eine Freiheitsstrafe verbüsst hat, der militãrische Strafvollzug nicht zu-

gebilligt werden.