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-161- No. 106 eines ni eh t gefãllten U rteils gegeben ist. W enn di e l(assationsbesch,verde zu diesem Zwecke erhoben werden kõnnte~ hãtte sie die Natur einer Beschwerde wegen Rechtsverzõgerung des Gerichts (unzulãssige Hinaus- schiebung der Urteilsfãllung). Art. 186 MStGO aber schliesst eine Be- schwerde gegen das Gericht ausdrücklich aus. Das Divisionsgericht hat sich über· die Begründetheit oder Unbe- gründetheit der V erjãhrungseinrede~ die der Beschwerdeführer gegenüber den Tatbestãnden lit. a bis e der Anklage erhoben hat~ nicht ausge- sprochen~ sondern seinen Entscheid ausgesetzt~ um die Frage «im Zu- sammenhang mit allen eingeklagten Tatbestãnden» behandeln zu kõnnen. Dieser Beschluss ist ni eh t U rteil~ sondern prozessleitende V e1·fügung~ wonach das V erfahren fortgeführt und über die Einrede erst spãter geurteilt werden solle. -Gegen diesen Beschluss ist die l(assationsbe- schwerde daher nicht zulãssig. (16. November 1949, W. e. D. G. 6) 106. Die Nichtbefolgung von Arrestbefehlen der zustandigen kantonalen Behorden ist als Ungehorsam (Art. 61 MStG) strafbar (Erw. A und B), wie au eh d er Nichtantritt einer militãrischen Gefangnisstrafe (Art. 7, Abs. 2 d er V O hetreffend d en militarischen V ollzug d er Gefangnisstrafe vom 17 .. Aprill946) (Erw. D). Le fait de ne pas obéir à r'odre d'arrêts émanant d'une autorité can- tonale compétente constitue un e désobéissance (art. 61 CPM) (cons. A et B), tout comme le fait de ne pas se présenter pour subis une peine d'emprisonnement sous régime militaire (art. 7, al. 2, de 1'0. du 17 avril 1946 concernant l'exécution militaire de l'emprisonnenient) (cons. D). La· mancata esecuzione di ordini d'arresto emanati dalle competenti autorità cantonali e punibile quale disobbedienza (art. 61 CPM) (cons. A e B).- Uguale norma vale per la mancata esecuzione dell'ordine di presentarsi a scontare, in via militare, una pena di detenzione (art. 7, al.. 2 Ord .. 17 aprile 1946 che istituisce l'esecuzione in via militare della deten- zione) (cons. D). A. Streitig ist einzig die Frage, ob Strebel zu Re eh t o d er zu U nrecht von der Anklage des Ungehorsams im Sinne von Art. 61 MStG freige- sprochen worden ist. Es ist somit in erster Linie zu prüfen, ob eine kantonale Militãrbe- hõrde die militãrische Befehlsgewalt hesitzt~ kraft welcher die Nichtbe- folgung der in den Schranken ihrer Zustãndigkeit erlassenen Befehle 11
No. 106 -162- Bestrafung wegen Gehorsamsverweigerung nach sich zieht. Entgegen d er Auffassung des Divisionsgerichtes 8 ist di e s zu be j ahen. Art. 195 und 201 MStG anerkennen ausdrücklich die Disziplinar- strafgewalt der eidgenõssischen und kantonalen Militãrbehõrden. Das setzt aber auch.das Vorhandensein der militãrischen Befehlsgewalt dieser Administrativbehõrden in ihrem sachlichen l(ompetenzkreis voraus. Auch aus der gesetzlichen Gleichstellung der militãrischen v·orge- setzten in Schulen und I(ursen und den I(reiskommandanten (als Ver- treter der kantonalen Militãrdirektionen) mit Bezug auf die Ausrüstungs- inspektionen (MO Art. 99) ergibt sich die Befehlsgewalt der militãrischen V erwaltungsbehõrden. B. Dass Arrestbefehle~ wie die in Frage stehenden, in den materiellen Zustãndigkeitsbereich eines kantonalen Militãrdepartementes fallen~ unterliegt keinem Zweifel. Es handelt sich in der Tat hier um diszipli- narische Ahndungen im Sinne von Art. 8 der bundesrãtlichen Verord- nung vom 8. November 1946 über die gemeindeweisen Waffen- und A usrüstungsinspektionen. Auch die Frage~ ob derartige V erfügungen als «Befehle in Dienst- sachen» im Sinne von Art. 61 MStG anzusehen sind~ ist zu bejahen. In seinem Entscheide i. S. Jost vom 10. Oktober 1941 (MI(G 4~ Nr. 24) hat das Militãrkassationsgericht das eigenmãchtige V erlassen des Arrest- lokales als Ungehorsam qualifiziert und diesbezüglich folgendes ausge- führt: «Im Entweichen aus dem Arrest liegt eine Auflehnung gegen die Pflicht zur militãrischen U nterordnung d ur eh Missachtung des für de n Arrestanten im Strafantrittsbefehl implizite mitenthaltenen Befehls~ die Strafe im angewiesenen Lokal zu verbüssen». Ist d em so, dann ist ohne weiteres anzunehmen, das s derj enige, welcher di e Arreststrafe überhaupt ni eh t antritt~ a fortiori si eh des U n- gehorsams schuldig macht. Das Militãrkassationsgericht teilt die Auf- fassung des Beschwerdeführers dahin lautend~ dass «Árrestbefehle~ die Strafentscheid und Strafantrittsbefehl vereinigen, nicht Strafurteilen gleichgestellt werden kõnnen. Sie entsp1 1ingen eben nicht dem in einem ProzessverfahrenbetãtigteJ?- staatlichen St1 1 afanspruch~ sondern unmittel- bar militãrischer Befehlsgewalt~ welche auch unmittelbar, d. h. ohne prozessuales V erfahren, zur Anwendung gebracht worden ist. In den Arrestbefehlen praevaliert der Charakter des militãrischen Befehles~ dessen Zuwiderhandlung Ahndung erheischt.» Ist nun aber der Arrestbefehl eines Truppenkommandanten ein «Befehl in Dienstsachen»~ so muss es~ nach dem oben (A) Gesagten, auch der Arrestbefehl einer kantonalen Militãrbehõrde sein, der wegen V er- sãumung der Ausrüstungsinspektion, also im sachlichen I(ompetenz- bereich dieser Behõrde, erlassen worden ist. Zutreffend bemerkt hierzu d er Oberauditor in sein er V ernehmlassung: «E in rechtlicher U nterschied -:zwischen der von einer Militãrverwaltungsstelle ausgesprochenen Dis-