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MKGE 5 Nr. 10

MKGE 5 Nr. 10 — Helms e. T. G. 2 B

Mkg · 1945-12-27 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

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No. 10

beizuführen. Eine solche Beschuldigung hat der Beschwerdeführer nicht

erhoben. Er bezichtigte Raimann nicht des Mordes oder Mordversuchs,

sondern n ur der Beabsichtigung und V orbereitung eines solchen. Denn

l

hãtte Raimann, wie der Beschwerdeführer es ihm unterschob, die Reise

nach Zürich vom 12. April wirklich zur Begehung eines Mordes vorge·

nommen., so wãre sie nur V orbereitungshandlung gewesen, hãtte also

nicht schon zur Ausführung des V erbrechens gehõrt. W er ein solches bloss

vorbereitet., ist aber nicht strafbar. D er Beschwerdeführer hat Raimann

somit nicht eines V erbrechens oder V ergehens beschuldigt.

Er hat auch nicht den Tatbestand des Art. 178., Ziff. 1., Abs. 2 MStG

verwirklicht., d er dann vorliegt., wenn j em an d «in anderer W eis e arglistige

V eranstaltungen trifft in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen einen

Nichtschuldigen herbeizuführen». Diese Bestimmung will wie Absatz l

lediglich den erfassen, der arglistig den Anschein erweckt, ein Nicht·

schuldiger habe eine strafhare Handlung begangen. N a eh Absatz l ge·

schieht dies durch ausdrückliche Bezichtigung, nach Absatz 2 «in anderer

Weise», z. B. dadurch., dass jemand einem Nichtschuldigen Diehsgut in

die Tasche steckt oder nach einem Mord falsche Spuren legt in der Ah·

sicht., den Verdacht auf einen Unschuldigen zu lenken. Dagegen kann

nach Absatz 2 nicht bestraft werden, wer einem andern bei einer mili-

tãi·ischen oder bürgerlichen Stelle nachredet., er hahe etwas begangen,

wenn das, was er ihm vorwirft., in Wirklichkeit nicht strafbar ist und da-

her zu einer Irreführung der Organe der Rechtspflege zum vornherein

nicht taugt. Absatz 2 regelt wie Absatz l ein V erbreclien gegen die Rechts·

pflege (vgl. Ueberschrift zum fünfzehnten Ahschnitt) und trifft daher

(wie Ahsatz l) nicht zu., wenn di e Handlung., deren V erfolgung d er Tãter

mit Hilfe einer «Beschuldigung» oder einer «andern arglistigen V eran-

staltung» herbeiführen mõchte, nicht strafhar ist.

(27. Dezember 1945, Helms e. T. G. 2 B)

lO.

Begriff der -Fãlschung von Aufgehoten und Weisungen (Art. 103

MStG): Es kann sich nur um Aufgebote und Weisungen handeln, die sich

an nicht im Dienste stehende Dienstpflichtige richten.

Notion de la falsification d'ordres de mise sur pied ou d'instructions

(art. 103 CPM): 11 ne peut s'agir que d'ordres ou d"instructions s'adressant

à des citoyens astreints au service militaire qui ne sont pas déjà mobilisés.

Concetto della falsificazione di ordini d"entrata in servizio o di istru-

zioni (art. 103 CPM): Deve trattarsi unicamente di ordini ed istruzioni

diretti a persone obbligate al servizio militare ebe non si trovano già in

servizio.