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MKGE 4 Nr. 90

MKGE 4 Nr. 90 — Soltysik und l{ons. e. T. G. 2 B.

Mkg · 1942-12-30 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 90

198 --

E s ergibt si eh so1nit, das s das Territorialgerich t Art. 63, Ziff. 1,

Abs. 1, MStG nicht verletzt hat, indem es die Beschwerdeführer der

Meuterei schuldig erklãrte. Demgemãss war für die Anwendung von

Art. 61 MStG kein Raum.

(30. Dezember 1942, Soltysik und l{ons. e. T. G. 2 B.)

90.

Der in bürgerlichen Eht·en steltende Ehemaun einer Verut·teilten

ist zur Einreichung einer Kassationsbescll\Vet·de für die Ehefrau

legitimiert, wenn e t· bierzu geltõrig bevollmachtigt ist. Di e V ollmacht

lvird nicht vermutet (Art. 107 MStGO).

En tan t que « personne honot·able de condition civile » (art. 107

PPM), Pépoux d'une condamnée a qualité pour former un recout·s

en cassation au nom de sa femme, moyennant qu'il soit duetnent

mandaté pat· celle-ci. Un tel pouvoir ne peut être pt·ésumé.

Il marito di uua condannata, se egli e persona onot·ata di

condizione civile (art. 107 O GPPJ\;I), l1a facoltà di ricorrere in cassa-

zione per la tnoglie, se questa gliene dà mandato. 11 mandato non

si presunte.

Gemãss Art. 189, Abs.l, MStGO kann die Kassation von demAuditor

und von dem Angeklagten oder dessen Verteidiger verlangt werden.

Frau von W eissenfluh selbst un d ihr amtlicher V erteidiger haben kein

Kassationsbegehren gestellt. Mit sein em Schreiben vom l O. N ovember

1942 hat Melchior von Weissenfluh di e Kassationsbeschwerde sowohl

für sich als auch für seine Ehefrau erhoben.

Soweit Melchior von Weissenfluh die Kassationsbeschwerde für sich

eingereicht hat, kann darauf nicht eingetreten werden. Er ist durch das

Divisionsgericht nicht verurteilt worden.

Es ist dagegen zu prüfen, ob auf die Kassationsbeschwerde einzu-

treten ist, soweit Melchior von W eissenfluh di e Kassation für sein e Ehefrau

begehrt hat. Gemãss Art. 107 MStGO kann der Beschuldigte als seinen

Verteidiger eine Militãrperson oder einen nicht im Militãrdienst be-

findlichen, in bürgerlichen Ehren stehenden Bürger wãhlen. Danach

kann der Ehemann, wenn er in bürgerlichen Ehren steht, als Verteidiger

sein er Ehefrau auftreten. E ine gesetzliche V ertretungsbefugnis des Ehe-

mannes besteht jedoch in dieser Beziehung nicht. Der Ehemann muss

vielmehr von seiner Ehefrau bevollmãchtigt sein, um als ihr Verteidiger

handeln zu konnen. Eine Vermutung für das Vorhandensein einer solchen

Bevollmãchtigung besteht nicht. Eine schriftliche Volln1acht der Frau

von Weissenfluh für ihren Ehemann liegt nicht vor. Dass sie ihn aus-