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MKGE 4 Nr. 86

MKGE 4 Nr. 86

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

191

No. 86

86.

Die Kassation eines Urteils bezüglicl1 der Strafzumessung liann

nur bei offensiclttlicher 1\rlissachtung der in Art. 44 MStG vor-

geschriebenen Grundsatze erfolgen. -

Der Gesichtspunlít der Gene-

ralpravention darf bei der Bemessung der Strafe berüclísicbtigt

wei~den. -

Eine Ermessensüberschreitung liegt bei dei~ Strafzumes-

sung nur vor, lvenn líein vernünftiges Verhaltnis zwiscl1en Schuld

und Strafe bestebt.

11 n'y a lieu à cassation d'un jugement à raison de la fixation

de la peine pi~ononcée que si le tribunal a manifesten1ent méconnu

les regles posées 11ar l'art. 44 CPM. Le principe de la prévention

générale est à observer dans la mesure de la 11eine. -

Le tribunal

n'outrepasse son pouvoir de libre appréciation de la peine que si

celle-ci n'a pas de rapport raisonnable avec la faute.

IAa cassazione di una sentenza per quauto si riferisce alia misura

della pena puõ avvenire solo in caso di evidente violazione dei

principi stabiliti dall'art. 44 CPl\1. -

N ella commisurazione de lia

pena si puõ tener conto del punto di vista della prevenzione

generale. Vi e sorpasso della facoltà di apprezzamento del giudicc

solo quando non esiste alcuna ragionevole proporzione tra la colpa e

la pena.

A. Die Kassationsbeschwerde wendet sich ausdrücklich nur gegen

das Strafmass und lãsst den Schuldspruch unberührt. Der Verteidiger

macht unter Berufung auf Art. 188, Ziff. l, 1\iStGO geltend, das vor-

instanzliche lJrteil verletze die Art. 44, 47 und 11 MStG, weil das Straf-

mass in keinem richtigen Verhãltnis zur Grosse des Verschuldens der

Frau Münster stehe.

Die Anfechtung geht fehl. Was zuriachst Art. 44 MStG betrifft,

liegt eine gesetzwidrige Anwendung dieser Bestimmung durch das Divi-

sionsgericht nach Art und 1Jmfang der ausgefãllten Freiheitsstrafe nicht

vor. Die Bemessung der Strafe innerhalb des im Gesetze vorgesehenen

Rahmens ist Sache des freien richterlichen Ermessens. Eine Kassation

des angefochtenen Urteils konnte daher nur in Frage kommen, wenn

das Divisionsgericht die Strafe in offensichtlicher Missachtung der in

Art. 44 MStG für die Zumessung vorgeschriebenen Grundsãtze, also

willkürlich, bemessen hãtte. Das trifft nicht zu. Dass die Vorinstanz

auch den Gesichtspunkt der Generalprãvention mitberücksichtigen durfte,

kann nicht zweifelhaft sein. Denn die Generalprãvention ist einer der

Zwecke der Strafe.