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121 No. 57 57. Die blosse Anu1eldung der l(assationsbesch\tverde genügt in1 Hinblicl{ aui Art. 189, Abs. 3, 11nd Art. 192 J\IStGO nicht, um das Kassationsveriahren in Gang zu bringen und dui~cllzufübren. Entbalt die recl1tzeitige Anmeldung }{eine begründeteu Antrage, so muss dies \Val1rend der vom G1·ossricbter gemãss AI~t. 189, Abs. 3, an- gesetzten }Jeremptoriscl1en Frist et~folgen. Der Grundsatz, \Vonacll Sonn- und gesetzlicl1e Feiertt·age bei (}er Bei·ecbnung det· Frist mit- zablen, gilt auch hier (Elv. A). - Auf eine l{assationsbeschwei~de, die sicl1 auf einen prozessualen Kassationsg1·und beruft, wird nur eingetreten, \Venn ein der prozessualen Rüge entsprechender Antrag gestellt wird. - Die V erletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo » }{ann nicl1t Gegenstan(l der Beurteilung durcl1 das l(assationsgericbt bilden (Erlv. B). Une simple déclaration de recou1·s ne suffit pas en vertu de.s art. 189, al. 3, et 192 PPl\il pou1· que la p1·océ(lure (\e cassation suive son cours. Si cettc déclaration est faite dans le délai de 24 beui~es il faut encore que le recouraut a1·ticule ses 1noyens et conclltsions dans le délai fixé par le Grand-Juge en application de l'art. 189, al. 3. Ce délai aussi est péremptoire; il n'est pas prolongé s'il expire un diman ebe ou b i en tin j o ur férié (cons. A). - 11 n'y a p as li e u d'entrer en matiei~e sui~ un recours en cassation dans lequel le recourant in v o que un e iiTégularité de procé(lure s aus pren(lre de conclusions correspondaut à cette ir1·égularité. - La violation par le ti~ibunal de jugement du Jn~incipe «in dubio pro reo » ne peut, être l'objet d'un 1·ecours en cassation (cons. B). La semplice dicltiarazione {li ricorso in cassazione non basta - a norma degli a1·t. 1H9, cp. 3, 192 OGPPl\1 - per mettere in corso e far proseguire la procedura di cassazione. Se la tempestiva dichiarazione di ricorso non conticne conclusioni motivate, queste devono essere formulate entro il terinine perentorio fissato dai G ran giudice a norma dell'art. 189, cp. 3, O GPPl\1. An eh e in simile caso vale il principio cl1e le doineniclle e gli altri giorni festivi devono con1putarsi ne l termine (cons. A). - Si puõ ent1·are in materia su un ricorso in cassazione, ebe si basa sopra un irre- golarità di proce(lura, solo se vieue proposta una conclusione cl1e corrisponda al motivo (li cassazione che si vuol far valere. - La violazione del principio «in dubio p ro t·eo » no n puõ formare oggetto di ricorso in cassazione (cons. B).
No. 57 - 122 - A. Der Verteidiger des Verurteilten hat die Kassationsbeschwerde arn 7. Mai 1942 rechtzeitig angerneldet; di e Ann1eldung enthielt keinen Antrag und keine Begründung. Der Grossrichter stellte rnit Schreiben vorn 21. Mai l 942 dern \Terteidiger eine Ausfertigung des Urteils vom
6. Mai 1942 zu und setzte ihm gleichzeitig gernãss Art. 189, Abs. 3, MStGO zur einlãsslichen Begründung der Kassationsbeschwerde eine Frist von drei Tagen an, beginnend mit dem Empfang d.er Urteilsausfertigung. Aus e in er V ernehmlassung des Grossrich ters ergibt si eh, das s di e Frist- ansetzung mit der Urteilsausfertigung dem Verteidiger am 22~ Mai 1942 zugegangen ist. De r 25. Mai l 942 fiel auf de n Pfingstmontag. Di e Ein- gabe des Verteidigers mit cler Begründung der Kassationsbeschwerde ist vom 26. Mai 1942 datiert; si e ist au eh an diesem Tage beim Gross- richter eingegangen. Die blosse Anmeldung der l{assationsbeschwerde genügt angesichts der Vorschriften von Art. 189, Abs. 3, und 192 MStGO nicht, um das l{assationsverfahren in Gang zu bringen und durchzuführen (vgl. Ent- scheidungen MK G 1936-1940, N o. 2). Di e dreitãgige Frist, di e d er Grossrichter dem Verteidiger zur einlãsslichen Begründung der Kassa- tionsbeschwerde angesetzt hatte, ging am 25. Mai zu Ende. Der lJmstand, dass dieser Tag auf den Pfingstmontag fiel, der im Kanton Zürich, wo der Verteidiger seine Anwaltspraxis betreibt, gesetzlicher Feiertag ist, hatte nicht zur Folge, dass sich die Frist bis zum nãchsten Werktage,
d. h. bis zum 26. Mai 1942 verlãngerte. Nach der Praxis des Kassations- gerichtes dauert die Frist zur Anmeldung der Kassationsbeschwerde auch dann nur 24 Stunden, wenn ihr Ende auf einen Sonntag fãllt (vgl. Entscheidungen MKG 1915-1925, No.48, und Urteil des MKG in Sachen Gaffuri vom 27. August l 941). I)ie MStGO enthãlt keine Bestimmung, wonach si eh ei ne Frist bis zum nãchsten W erktag verlãngert, wenn si e an einem Feiertag ablãuft. Dieser gleiche Grundsatz muss auch für die Fristen gelten, die der Grossrichter gemãss Art. 189, Abs. 3, MStGO ansetzt. Di e Eingabe des V erteidigers mit sein en Antrãgen un d d er Begrün- dung der Kassationsbeschwerde ist vom 26. Mai 1942 datiert und somit verspãtet. Auf die Kassationsheschwerde kann daher nicht eingetreten werden. B. 1'rotzdem hat das Kassationsgericht mit Rücksicht auf die Be- deutung des Falles die vom Verteidiger geltend gemachten Rügen ge- prüft. Dabei hat sich ergeben, dass die Kassationsbeschwerde nicht begründet ist und dass sie ganz hãtte abgewiesen werden müssen. Von vornherein erscheinen die prozessualen Einwendungen des Ver- teidigers, der sich auf die Kassationsgründe von Art. 188, Abs. l, Ziff. 5, 6 und 7, MStGO beruft, als unbehelflich. Denn die Antrãge des Ver- teidigers beziehen sich nur auf die F\rage der Auslegung und der An- wendung des materiellen Strafrechtes, indem sie darauf abzielen, dass