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- 117 - No. 56 dans le dessein de se procurer un tel enrichissement. Or le Tribunal de division a admi s en fait que te l est le cas en l'espece. Ce premier moyen du recourant doit donc être écarté. 2° Isler fait valoir ensuite qu'il n'a pas eu l'intention de s'approprier la roue et les clefs de la bicyclette militaire. Il di t (mémoire, page 5): « Il ne s'agissait que d'un expédient momentané. Le seul hu t de cet échange était de mettre à disposition de son au te ur - qui en avait, un urgent besoin pour son service - une bicyclette en état de rouler ...)) lei encore, le recourant commet une erreur de droit. Dans le systen1e du CPM (et aussi du CPS), il n'est pas exact de dire que le vol suppose l'intention de l'autéur de s'approprier la chose d'autrui. En réalité, le vol tel que le conçoivent ces lois su p p ose l'appropriation. C'est là un élément objectif, no n un élément subjectif du délit: le voleur soustrait la chose d'autrui et il se l'approprie; il en use comme un propriétaire pourrait le fajre. l\1ais cela aussi, le Tribunal de division l'a admis en fait, au moins implicitement e t, de nouveau, san s arbitraire. Il a retenu qu'Isler avait - au sens de l'art. 129, eh. 1, CPM - «soustrait)) (c'est-à-dire soustrait avec appropriation) les objets en question. Le second moyen du recourant ne saurait donc non plus être admis. (26 juin 1942, Isler e. T. D. 1 A.) 56. W er e in dienstlicbes Alitenstücli (Trausportgutscbein) in de r Absicl1t falscbt, sich dadut·cb einen rechtswidrigen Vorteil zu vei·· schaffen, macht sich der Falschung dienstlicber Alitenstüclie (A1·t. 78 J\íiStG) und de1· Urliundenfalschung (Art. 172 NIStG) schuldig. Es liegt ein Fali von ldeallionliUITenz vor (Art. 49 1\IStG) (Erw. A uud B). - Der Gebraucb eiuer gefãlschten Urliuiule, be- gangen in der Absicht, sich dadurch einen I"echts\vidi·igen Verniogens- voi·teil zu verscl1aifen, stellt einen mit der Urliundenfãlschung realiter lionliurrierenden Betrug dar (A1·t. 136, 49 1\;IStG) (Erw. C). - Bei V erwen(lung eines gefãlschten Transportgutscheines zum Bezuge eines Gratisbilletts ist der IJetrug n1it der -'-L\usgabe de1· Fahi·· liarte und nicht erst mit de1·en Gcbrauch vollendet (Er\v. D). - Einc Psychopatbie begründet ni eh t in allen,Fãllen eine \T er1ninderung der Zurechnungsfahiglieit (Art. 11 1\IStG) (Er\v. E). (:elui qui falsifie un document de service (bon de transport) dans I'intention de se procurer un avantage illicite se rend coupable de faux (lans les documents de service (art. 78 CPlVI) et de .faux
No. 56 - 118 - dans les titres (at·t. 172 CPM) : c'est un cas de concours idéal (art. 49 CPM) (cons. A et B). - 1\lais il y a concours t•éel d'infractions (faux dans les titres et escroquerie), lorsqu'un docun1ent falsifié est utilisé en vue de réaliser un avantage matériel illicite (art. 136, 49 CPM) (cons. C). - Le délit d'escro querie est consommé, no n pas seulement quand l'auteur a utilisé un billet gratuit obtenu sur présentation d'un bon de transport falsifié, mais déjà au moment ou il s'est fait t·emettre ce billet (cons. D). - La psychopatbie ne constitue pas dans tous les cas un motif d'admettre la respon- sabilité restreinte (a1·t. 11 CPM) (cons. E). Chi falsific~ un documento di servizio (buono di trasporto) nella intenzione di procacciarsi un indebito profitto, si rende col}le- vole di falsità in documenti di servizio (art. 78 CPl\11) e di falsità in documenti (art. 172 CPM). E un caso di concorrenza ideale di reati (art. 49 CPl\1) (cons. A e B). - L'uso di un documento falsi- ficato, nella intenzione di procurarsi un illecito pt·ofitto materiale, costituisce concorrenza reale t1·a la falsità in documenti e la truffa (art. 136, 49 CPM) (cons. C). - La truffa e consumata, alloi·che avviene colP uso di un falso buono di traspo1·to per ottenere gra- tuitamente un biglietto', già al momento iu cui il biglietto vieue emesso e uon solo quando lo si adopera (cons. D). -lJna psicopatia no n deterrnina sempre una diminuzione de lia responsabilità (art. 11 CPJ\1) (cons. E). A. Der Kassationsklãger wendet sich grundsãtzlich gegen die An- wendung des Art. 172 MStG auf die von ihm begangene Verfãlschu{\g des Transportgutscheins. Anwendbar sei einzig Art. 78 MStG, da es sich um ein dienstliches Aktenstück handle. Art. 172 l\1StG, der die gemeine Urkundenfãlschung ordne, sei neben Art. 78 MStG n ur anwendbar auf die Fãlschung einer nicht dienstlichen Urkunde in gewinnsüchtiger Absicht. Die Anfechtung geht fehl. Richtig ist, dass die von Bürki begangene Verfãlschung des Transportgutscheins die Tatbestandsmerkmale des Art. 78 MStG erfüllt. Diese Strafbestimmung bezieht sich nach fest- stehender Praxis des Militãrkassationsgerichts ganz allgemein auf die Fãlschung bzw. Verfãlschung eines Aktenstückes, das dienstliche Be- deutung hat. Ein solches ist auch ein von der Truppe ausgestellter Transportgu tschein. Erfüllt ist aber auch der Tatbestand der Urkundenfãlschung im Sinne von Art. 172 MStG, da der Kassationsklãger nach der nicht will- kürlichen und daher für das Kassationsgericht verbindlichen Feststellung der Vorinstanz den Transportgutschein in der Absicht verfãlscht hat,
119 - No. 56 sich einen unrechtmãssigen Vorteil zu verschaffen. Der Kassationsklãger wendet zwar ein, er habe das mit dem verfãlschten Transportgutschein erschlichene Billett nach Zürich für einen Urlaub verwenden wollen, für den er ohnehin ein Gratisbillett hãtte beanspruchen kõnnen. Allein ab- gesehen davon, dass dies nicht bewiesen ist und es ihm auch nicht zu- stand, sich eigenmãchtig das Billett für den Urlaub zu verschaffen, hat er tatsãchlich ja zwei Billette erschlichen und keine irgendwie glaubhafte Erklãrung dafür geben kõnnen, was er mit dem zweiten Billett zu tun beabsichtigte. Die Erklãrung, er habe sich das zweite Billett nur aus Versehen aushãndigen lassen, erscheint nicht stichhaltig. B. :f1-.;ragen muss es sich daher, ob Art. 78 und 172 MStG zueinander im Verhãltnis der unechten Gesetzeskonkurrenz in dem Sinne stehen, dass, wenn die Fãlschung eines Aktenstückes von dienstlicher Bedeutung die Tatbestãnde beider Bestimmungen erfüllt, A.rt. 78 MStG vorgeht und allein anwendbar ist. Das muss verneint werden. Dagegen spricht schon die systematische Stellung der beiden Strafbestimmungen. Art. 78 MStG ist unter die Dienstverletzungen eingereiht, wãhrend Art.l72 MStG ei n U rkundendelikt betrifft, das allerdings unverkennbar no eh e in Ele- m en t der Vermõgensdelikte aufweist, nãmlich die Absicht der Vermõgens- schãdigung oder der Erlangung eines unrechtmãssigen Vorteils, insofern es sich, wie hier, um einen Vermõgensvorteil handelt. Dass die lTrkundenfãlschung des Art. 172 MStG nicht in der Fãl- schung eines dienstlichen Aktenstückes gemãss Art. 78 MStG aufgehen kann, ergibt sich aber namentlich auch aus den verschiedenen Straf- drohungen, insofern als der Fãlscher nach Art. 78 MStG mit Gefãngnis, nach Art. 172 MStG dagegen mit Zuchthaus bis zu 5· Jahren oder mit Gefãngnis zu hestrafen ist. Würde Art. 78 MStG die Anwendung des Art. 172 MStG ausschliessen, so ergãbe sich eine sachlich nicht zu recht- fertigende Privilegierung der Fãlschung dienstlicher Aktenstücke, die vom Gesetzgeber nicht gewollt sein kann. Ein Rechnungsführer, der die militãrische Rechnung fãlschen würde, um sich einen Vorteil zu ver- schaffen, kõnnte nur mit Gefãngnis bestraft werden, wãhrend er wegen einer zum gleichen Zwecke wãhrend des Militãrdienstes begangenen Fãlschung der zivilen Buchhaltung mit Zuchthaus bestraft werden kõnnte. Diese Überlegungen zeigen, dass nur die Annahme echter Gesetzes- konkurrenz, de r Idealkonkurrenz, ele m V erhãltnis d er bei d en Straf- hestimmungen gerecht zu werden vermag. Eine Verurteilung auch wegen des darnach mit Art. 172 MStG ideell konkurrierenden Delikts des Art. 78 MStG kann jedoch im vorliegenden Falle mangels einer Beschwerde des Auditors nicht erfolgen. C. Die Einwendung, dass im Falle der Verurteilung wegen Urkunden- fãlschung die Anwendung. der Betrugsbestimmung des Art. 136 MStG nicht mehr in Frage komme, hat der Beschwerdeführer im Kassations- verfahren mit Recht nicht mehr erhoben. Es handelt sich in der Tat,
No. 56 120 - wie die Vorinstanz annimmt, um eine neue Handlung, die ein selbstãn- diges, mit der vorausgegangenen Fãlschung in Realkonkurrenz stehendes Delikt darstellt. Im Verhãltnis zu Art. 78 MStG handelt es sich ja ohnehin um die Verletzung eines andern Rechtsgutes, .und Art. 172 MStG gegenüber verlangt die Betrugsbestimmung mit dem Eintritt einer Ver- mõgensschãdigung ein weiteres Tatbestandsmerkmal, das erst durch die mittels der verfãlschten Urkunde begangenen Tãuschung verwirklicht wird. D. Sein e V erurteilung wegen Betruges greift de r Kassationsklãger lediglich nach der Richtung an, es liege nicht vollendeter, sondern nur versuchter Betrug vor, von dem er zude1n zurückgetreten sei, so dass eine Bestrafung entfallen müsse. Er hahe irrtümlich angenom1nen, dass er eine Schãdigung der Militãrverwaltung nicht schon durch den Bezug, sondern erst durch di e· Verwendung de r Billetts bewirke, er ha be daher nur das Bewusstsein gehabt, einen Betrug zu versuchen. Die Vorinstanz hat das Vorliegen eines .derartigen Irrtums verneint. Auf Vorhalte des Grossrichters habe der Kassationsklãger in der Haupt- verhandlung auch zugegeben, dass er durch den Bezug der Billetts einen Schaden verursachte, au eh wenn er die Billetts in der Folge ni eh t benützte. Bei dieser nicht willkürlichen Tatsachenwürdigung der Vorinstanz muss es für das Kassationsgericht sein Bewenden haben. Da nach der tatsãchlichen Feststellung iln angefochtenen Urteil die Belastung der Militãrverwaltung mit den1 Taxwert der auf Grund von Transportgutscheinen ausgehãndigten Billetts mit deren Abgabe er- folgt, gleichgültig, oh sie nachtrãglich henützt werden oder nicht, hat das Divisionsgericht m~t Recht den Tatbestand des vollendeten Betruges angenommen. E. Weiter macht der l{assationsklãger eine Verletzung des Art. 11 MStG geltend, indem er ausführt, das Divisionsgericht hahe in seinem frühern lJrteil vom 14. November l 941 erklãrt, er sei ein schwerer Psycho- path. Trotzdem habe es auch im vorliegenden lJrteil wiederun1 nur eine leicht verminderte Zurechnungsfãhigkeit angenommen. Nun hat allerdings die Vorinstanz in ihrem frühern Urteil erklãrt, di e Behauptung des V erteidigers, Bürki sei ein schwerer Psychopath, Inõge richtig sein. Ein psychiatrisches Gutachten lag jedoch nicht vor. Erfahrungsgen1ãss begründet eine I)sychopathie überhaupt nicht in allen Fãllen e ine V erminderung d er Z urechnungsfãhigkeit un d j edenfalls e ine schwere Psychopathie nicht notwendig eine schwere Beeintrãchtigung d er. Zurechnungsfãhigkeit. J)ie Annahme d er Vorinstanz, es liege trotz schwerer Psychopathie nur eine leichte Verminderung der Zurechnungs- fãhigkeit vor, ist daher in f~rmangelung eines aktenmassigen gegenteiligen Nachweises nicht zu beanstanden. (26. Juni 1942, Bürki e. D. G. 6.)