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MKGE 4 Nr. 49

MKGE 4 Nr. 49 — Schãrer e. J

Mkg · 1942-05-02 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

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No. 49

deren Art. l, lit. a, unterstehen Zivilpersonen dem Militãrstrafrecht, wenn

sie sich strafbarer I-Iandlungen an Sachen, die der Armee dienen, schuldig

machen. Diese Spezialbestimmung derogiert der in Art. 6, Abs. 2, MStG

festgelegten allgemeinen Regel, dass Zivilpersonen, die gemeinsam rnit

dem Militãrstrafrecht unterstellten Personen gemeine Verbrechen oder

Vergehen verüben, dem bürgerlichen Strafrecht und entsprechend gemãss

Art. 220, Ziff. 2, MStG der bürgerlichen Strafgerichtsbarkeit unterstehen.

Das s von di ese r durch di e Spezialbestimmung angeordneten U nter-

stellung von Zivilpersonen unter das militãrische Recht alle an der straf-

baren Handlung Beteiligten erfasst werden, der Tãter sowohl als der

Anstifter und Gehilfe, kann nicht zweifelhaft sein. Nur wenn der Teil-

nehmer mit de1n Haupttãter in einem Verfahren und nach dem gleichen

Recht abgeurteilt wird, ist e ine richtige Abklãrung d er Schuldfrage gewãhr-

leistet und wird vermieden, dass der beteiligte Zivilist unter Umstãnden

mangels einer Strafbestimmung des bürgerlichen Strafrechts straflos aus-

geht, oder dass widersprechende Urteile gefãllt werden. Die Einbeziehung

des Gehilfen in das Militãrstrafverfahren bei V erbrechen un d V ergehen

nach Art. 3, Ziff. l, MStG, wo ebenfalls von Zivilpersonen, «die sich

schuldig machen ...)) die Rede ist, entspricht denn auch der stãndigen

Praxis der Militãrgerichte.

(2. Mai 1942, Schãrer e. J). (i. 8.)

49.

Ob ein Angeklagter in1 Zustandc der Unzurechnungsfahigl{eit

oder der verminderten Zurechnungsfahigkeit gehandelt hat, ist Tat-

irage. Die Überprüfung durch das }lilitarliassationsgericllt ist nu1·

bei Geltendmachung von Willl{ÜI· zulassig. -

Vcrminde1·te Zu-

rechnungsfahigl{eit ist nur beim Vorliegen eines auormalen bio-

Iogischen Zustandes gegeben. Sittliche Verwahrlosung genügt nicbt

(Art. 11 l\IIStG).

La question de savoi1· si l'accusé a agi en état d'irrespollsabilité

ou de responsabilité restreinte est une question de fait. I_.je Tl\IC

ne saurait revoir cette questiou que sous l'angle de l'arbitrair.e. -

Un état biologique ano1·mal constitue le critere de la responsabilité

restreinte; l'incapacité de domin er ses instincts ne suffit p as (art. 11

CPl\1).

E qucstione di fatto il decidere se un prevenuto ha agito in

istato di irresponsabilità o di responsabilità scemata. 11 Tribuuale

di cassazione non puõ esaminare tale questione, salvo il easo in