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87 No. 42 42. Di e Dienstversaumnis (Art. 82 1\iiSt G) ist e in U ntei·lassungs- delikt. - Bei Ungewissl1eit über den Einrücl{ungstermin infolge Missachtung der nach den Umstanden gegebenen Erkundigungs- pflicht liegt Eventualvorsatz nur dann vor~ l:venn der Dienstpflich.tige den von ihin vorausgesehenen Erfolg für den Fali seines Eintrittes aucl1 gewollt hat (Art. 15~ Abs. 1 uud 2, 1\:IStG) (Erw. A). - Der l(assationsgrund des Art. 188~ Abs. 1, Ziff. 7, 1\IStGO ist gcgeben~ wenn bei gestelltem Antrag auf Ge11vahrung des bedingten Straf- vollzuges desseu Ablehnung im schriftlichen Urteil uicht begrün(let lrvird. Die mündlicl1e 1\llotivierung bei der lJrteilsei·õffnung geniigt nicbt (Art. 164, Abs. 2, J\IIStGO) (Erw. C). L'insoun1ission (art. 82 CPM) est un délit d'on1ission. - U n Inilitaire qui, pou1· avoir manqué à son devoir de s'informe1· à ce sujet, s'est trouvé dans l'incertitude quant à la date de son entrée au service~ n~ peut être réputé avoit· agi avec <lol éventuel que s'il a aussi voulu le réstiltat prévu pour le cas ou celui-ci se produi1·ait (art. 15, al. 1 e t 2~ CPl\11) (cous. A). - 11 y a li e u à cassation en vertu de l'art. 188~ al. 1, eh. 7, PPl\1~ quand le jugement ne coutient pas les motifs de refus du sursis~ fjui avait été de1nandé. L'indication de ces motifs, donnée oralement Iors de la coinmunication du juge- ment (art. 164~ al. 2, PPl\1) ~ ne suffit pas (cons. C). L'oinissione de l servizio (ar t. 82 CPl\11) e un delitto di omissionc. - Allorcl1e esiste incertezza circa la data (li entrata in servizio, perche il milite ba trascurato l'obbligo di info1·mai·si, ebe gli in- combeva secondo le circostanze, si puõ parlare di dolo eventuale, solo quando egli ha anche voluto il p1·evedutó 1·isultato per il caso in cui si verificasse (art. 15, e p. l e 2, CPl\1) (cons. A). - 11 Inotivo di cassazione dell'art. 138, cp. 1, cif. 7, OfiPPI\1 esiste allorche, chiesta la sospensione condizionale della pena, nella sentenza scritta non e motivato ii rifiuto. I~a motivazionc in occasione della com- municazione vet·bale della sente uza no n e sufficiente (art. 164, cp. 2, OGPPl\11) (cons. C). A. Di e Vorinstanz era eh tet de n su b j ektiven Tatbestand des Art. 82 MStG als erfüllt auf Grund der Erwagung, der Kassationsklager habe dadurch, dass er sich trotz der von Kpl. Müller erhaltenen Mitteilung nicht weiter um den Einrückungsterinin kün1merte, insbesondere sich nicht noch bei seinem Einheitskomn1anclanten erkundigte, ccnicht nur
No. 42 88 - eine grobe Fahrlãssigkeit, sondern darüber hinaus ein eventualdoloses · Verhalten bekundet}). Demgegenüber wendet der Verteidiger ein, dass, wenn für Kpl. Katz durch die ihm zugegangene Mitteilung seines Dienstkameraden über den Einrückungszeitpunkt die Pflicht zu nãherer Erkundigung bei seinem Kp. Kdt. begründet wurde, deren Missachtung einen typischen Fali von Fahrlãssigkeit im Sinne von Art. 15, Abs. 3, MStG darstelle, so dass eine Bestrafung auf Grund des ein Vorsatzdelikt normierenden Art. 82 MStG entfallen müsse. Gemãss feststehender Rechtsprechung ist die Frage, ob der An- geklagte mit eventuellem Vorsatz gehandelt habe, als Tatfrage der Nach- prüfung des Kassationsgerichts entzogen. Anders ist es indessen dann, wenn die Vorinstanz den rechtlichen Begriff des Eyentualdolus verkannt hat. Das trifft hier zu. Di e Dienstversãumnis ist e in U nterlassungsdelikt. W ar de r Ein- rückungsbefehl bekannt und hãtte ihm tatsãchlich Folge geleistet werden konnen, so wird, vorbehãltlich der Fãlle des Irrtums, in der Regel das Nichtbefolgenwollen anzunehmen sein. N a eh de r für das Kassations- gericht verbindlichen tatsãchlichen Feststellung im angefochtenen Urteil hat Kpl. Katz das durch Zustellung von Weisungen für die Wiedermobil- machung an die Angehorigen des Füs. Bat. 83 Mitte Juli 1941 ergangene Aufgebot nicht erhalten. Dagegen ist ihm auf Anfrage hin der Ein- rückungstermin durch Kpl. Müller mitgeteilt worden. Wie die Vorinstanz mit Recht annimmt, war er verpflichtet, wenn er nicht riskieren wollte, auf diese private Mitteilung hin, von der er nicht wusste, auf welche Quelle sie zurückging, sich an zustandiger Stelle noch nãher zu erkundigen, zumal er au eh die Tageszeit des Einrückens (10. 00) nicht kannte. Die Unterlassung dieser Erkundigung bei seinem Kp. Kdt. kann ihm aber zum eventuellen Vorsatz nur angerechnet werden, wenn er die ihm zweifellos bewusste Moglichkeit der Dienstversãumnis tatsãchlich ge- billigt, diesen vorausgesehenen Erfolg für den Fali seines Eintritts also auch gewollt hat (vgl. Hafter, Lb. Allg. T., S. 112 f.; Thormannjüver- beck, Komm Art. 18 StGB, N. 28, 29 und 31). Das ist nach der Akten- lage nicht erwiesen. Das angefochtene lTrteil führt keine Tatsachen an, die zum Schlusse berechtigten, Kpl. Katz habe die Erkundigung bei seinem Einheitskommandanten deshalb unterlassen, weil er auch mit der als mõglich vorausgesehenen Tatbestandsverwirklichung der Dienst- versãumnis einverstanden war. Tatsãchlich hat er sich um die Sache bekümmert, indem er von Riederalp aus wiederholt sich bei seiner Logis- geberin in Genf telephonisch darnach erkundigte, ob ein Aufgebot für ihn eingetroffen sei. Dieses Verhalten lãsst erkennen, dass er den als moglich vorausgesehenen Erfolg vermeiden wollte, wie er denn auch nach Erhalt eines Aufgebotes seiner Einheit sofort eingerückt ist. Dass er s~ch nicht, wie es für jeden Soldaten das Nãchstliegende gewesen