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No. 39 - 78 - grund von Art. 188, Abs. l, Ziff. l, MStGO und auf eine Verletzung· von Art. 3 des Bundesbeschlusses vom 21. Juni 1935 herufen. Auch dieser Einvvand ist jedoch unbehelflich. Denn in der Abklãrung der Be- deutung und des Umfanges von Truppenaufgeboten und in der Er- stattung von Meldungen hierüber an eine auslãndische Stelle ist auf jeden Fali das Betreihen militãrischen Nachrichtendienstes zum Nachteil d er Schweiz zu erblicken, so dass von einer V erletzung von Art. 3 des Bundesheschlusses vom 21. J uni l 935 durch das vorinstanzliche Urteil nicht die Rede sein kann. Der l-Iinweis des Beschwerdeführers auf die Begründung des Urteils des Territorialgerichtes 3 B vom 30. Juli 1940 (S. 19) ist abwegig, da es si eh dort um di e Frage de r Anwendung einer ganz anderen gesetzlichen Bestimmung, nãmlich des Art. 86 MStG (Ver- letzung militãrischen Geheimnisses) handelte. (13. Fe.bruar l 942, Lohre.r e. T'. G. 3 B.) 39. Falsches Zeugnis (Art. 179 1\IStG): Es besteht lieine gesetzliche Pflicht, eincn Zeugen auf das Zeugnisverweigei·ungsi·echt des Art. 87 J\IIStGO aufmerli:sain zu macl1en. W er trotz d.e1· Unterlassttng des llinlveises auf . das V ei'\veigerungsi·echt zur Sa eh e aussagt, gibt ein formgültiges gericbtliches Zeugnis ab. - Die Befreiung von der Zeugnispflicht auf Grund des Art. 87 1\JIStGO steht im freien Er1nessen des Einvernehmenden. Macht der Einvernomn1ene vom Zeugnisver\\reigerungsrecht nicht Gebrauch und sagt falsch aus, so macht er sicb nach Art. 179 l\IIStG strafbar. - Blosse Strafmildet·ung, \Venn sicl1 der Zeuge durch die \lvalli'heitsgemasse Aussage ein~r Strafverfolgung ausgesetzt l1ãtte (Art. 179 bis, Abs. 2, 1\JISt G). Faux tén1oignage (art. 179 CPl\11) : 11 n'y a p as de dis,position . légale qui oblige le juge d'attirer Pattention. d'une personne entendue comme té1noin sur le d1·oit qu'elle 11eut avoir en vertu de Pai~t. 87 PPl\11, de se refuser à témoigner. Si donc, malgré Pon1ission d'un tel avis, le témoin vient à déposer, il fait un témoignage 1·égulier en justice. - La dispense de Pobligation de témoigner, p1·évue par Part. 87 PP.l\tl, est affaire de libre appréciation par le juge qui procede à l'interrogatoireo - Lo1·sque le témoin n'use pas de son droit (de rcfuser de témoiguer) e t fai t un e déposition fausse, il se rend coupable selou Part. 179 CPM. - Simple atténuation <le la peine, <tnand, en disant la vé1·ité, le tén1oin se serait exposé à un e poursuite pénale (a1·t. 179 bis, al. 2, CPl\11).
- 79 No. 39 Falsa testiinonianza (ai·t. 179 CPl\11) : La legge no n obbliga a fare presente ad un teste la facoltà cl1e egli ba di non depor1·e, concessagli dall'art. 87 O GPPl\1. E valida la testimonianza di cl1i, non avendo 1·icevuto tale informazione, (\cpone sui fatti della causa. -_ Il giudice ebe procede all'inte1·rogatorio decide a suo libero senno, se il teste puõ essere dis11ensato dall'obbligo di deporre a norma dell'art. 87 OGPPM. - Se il teste non fa uso del diritto di non deporre e depone il falso, e punibile in base all'art. 179 CPM. - Si puõ attenua1·e la pena qualora, con una deposizione veritie1·a, il teste avrebbe esposto se stesso ad un procedimento penale (a1·t. 179 bis, cp. 2, CPl\1). A. Der Beschwerdeführer macht den Kassationsgrund von Art. 188, Abs. 1, Ziff. 1, MStGO geltend, und zwar erblickt er die Verletzung des Strafgesetzes darin, dass das Divisionsgericht die wissentlich unrichtigen Aussagen, die der Angeklagte als Zeuge in der Untersuchung gegen seinen Sohn gemacht hatte, nicht unter Art. 179 MStG subsumiert und ihn daher von d er Anklage des falschen Zeugnisses freigesprochen ha t. B. Wie sich aus der Begründung des angefochtenen Urteils (S. 7 bis
10) ergibt, ist das Divisionsgericht zur I~reisprechung des Angeklagten von der Anklage des falschen Zeugnisses gelangt, weil der Angeklagte nicht nur gemãss Art. 86, Abs. 1, Ziff. 1, sondern auch gemãss Art. 87 MStGO das Recht gehabt hãtte, das Zeugnis zu verweigern; es erachtete die Voraussetzungen von Art. 87 MStGO als gegeben, befreite den An- geklagten mit Bezug auf dieses Zeugnis von der Zeugnispflicht, erklãrte sein e Aussagen al s ni eh tig un d gelangte infolgedessen zur Auffassung, dass der Tatbestand des falschen Zeugnisses im Sinne von Art. 179 MStG nicht erfüllt sei. C. Den Erwãgungen der Vorinstanz, die dazu führen würden, dass sich eine Person, der das Recht der Zeugnisverweigerung gemãss Art. 87 MStGO zusteht, des Deliktes des falschen Zeugnisses überhaupt nicht schuldig machen konnte, kann nicht beigepflichtet werden .. Der Angeklagte war vom Untersuchungsrichter über das ihm gemãss Art. 86, Abs. 1, Ziff. l, MStGO zustehende Recht der Zeugnisverweige- rung im Sinne der Vorschrift von Art. 86, Abs. 2, MStGO belehrt worden; er hatte jedoch auf dieses Recht ausdrücklich verzichtet. Auf das Zeugnis- verweigerungsrecht gemãss Art. 87 MStGO hatte sich der Angeklagte nicht berufen. Eine gesetzliche Verpflichtung, einen Zeugen auf dieses Recht hinzuweisen, b este h t ni eh t. De r U ntersuchungsrichter konnte im vorliegenden Falle auch nicht wissen, class die Voraussetzungen von Art. 87 MStGO erfüllt sein konnten. Aus der Tatsache, dass der An- geklagte, trotzdem er auf Art. 86, Abs. 1, Ziff. 1, MStGO hingewiesen worden war, auf das ihm als Vater zustehende Zeugnisverweigerungsrecht
No. 39 - 80 - verzichtete in der zugegebenen Absicht, durch falsche Aussagen seinem Sohne zu helfen, darf geschlossen werden, dass er auch von dem ihm gemãss Art. 87 MStGO zustehenden Zeugnisverweigerungsrecht nicht Gebrauch gemacht hãtte, wenn er über diese Vorschrift belehrt worden wãre. Die Frage, ob der Angeklagte das Zeugnis verweigert hãtte, wenn er auf die Vorschrift von Art. 87 MStGO aufmerksam gemacht worden wãre, ist für die Entscheidung jedoch nicht wesentlich, da seine Aussagen auf j e d en F-ali ein formgültiges gerichtliches Zeugnis darstellen. Das Kassationsgericht hat in einem Urteil vom 20. Februar 1918 (Entscheidungen MKG 1915-'1925, No. 73, S. 114/115) ausgeführt, dass Art. 87 MStGO das Zeugnis einer Person über Tatsachen, die ihre straf- rechtliche Verfolgung rechtfertigen, nicht ausschliesst, sondern dass er ihr lediglich di e Be re eh tigung gibt, das Zeugnis zu verweigern, wenn si e den Weigerungsgrund glaubhaft macht, wobei es dem Gericht überlassen ist, diesen nach freiem Ermessen zu würdigen und gegebenenfalls die Befreiung auszusprechen. Macht der zum Zeugnis Berufene von diesem Rechte nicht Gebrauch, so liegt in seiner Aussage ohne Rücksicht auf deren Inhalt ein formgültiges gerichtliches Zeugnis; er ist im Sinne von Art. 90 MStGO zur Wahrheit verpflichtet und macht sich durch wissent- lich unrichtige Aussagen des falschen Zeugnisses schuldig. An dieser Auffassung ist festzuhalten. Das Re eh t, eine Person g ema s s Art: 87, Abs. 2, MStGO von der Zeugnispflicht zu befreien, steht dem Richter zu, durch den die Einvernahme erfolgt. Wenn die Einvernahme in der Untersuchung stattgefunden hat, kann nicht das urteilende Gericht nach- trãglich die Befreiung von der Zeugenpflicht aussprechen und gar eine formgültige Zeugenaussage als nichtig erklãren. Es ist auch auf die durch das Bundesgesetz vom 13. Juni 1941 betreffend Anpassung des MStG und der l\1StGO an das schweizerische Strafgesetzbuch auf l. J an u ar 1942 eingeführte Vorschrift von Art. 179 bts MStG hinzuweisen, wonach gemãss Abs. 2 der Richter die Strafe nach freiem Ermessen mildern kann, wenn der Tãter eine falsche Áusserung getan hat, weil er durch die wahre Aussage sich oder seine Angehorigen der Gefahr der strafrechtlichen Verfolgung aussetzen würde. Dieses Motiv der Tat stellt also nur einen Strafmilderungs-, nicht aber einen Straf- ausschliessungsgrund dar. Es wãre nicht erforderlich gewesen, die dem Art. 308, Abs. 2, StGB entsprechende Vorschrift von Art. 179 bts, Abs. 2, in das MStG aufzunehmen, wenn sich nach dem bisherigen Rechtszustand der Zeuge, der gemãss Art. 87 MStGO das Zeugnis hãtte verweigern konnen, durch bewusst unrichtige Aussagen des Deliktes des falschen Zeugnisses überhaupt nicht hãtte schuldig machen kõnnen. Somit ist festzustellen, dass der Angeklagte durch seine bewusst unwahren Aussagen, die sich auf Tatsachen bezogen, die für die richter- liche Entscheidung nicht unerheblich waren, den Tatbestand des falschen Zeugnisses im Sinne von Art. 179, Abs. l, MStG erfüllt hat. Es kann