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MKGE 4 Nr. 28

MKGE 4 Nr. 28

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No. 28 52 28. Ein militargerichtliclies Urteil wird }{assiert, wenn weder das Verhandlungsprotol{oll (A1·t. 165, Abs. 1, 1\IStGO) nocl1 die schrift- liche Urteilsausfe1·tigung (Art. 161 A, Ziff. 2, lit. e, l\IStGO), die im Falle de1· Delegation der Strafverfolgung wegen bürgliche1· Delikte angewandten Gesetzesbestimmungen des bürgei·licl1en Sti·af- reclits enthalten (Art. 188, Abs. 1, Ziff. 5 und 6, MStGO) (Er\v. A und B). - Der vom Untersuchungsrichter zwecks psychiatrischer Begutachtung angeordnete Aufenthalt in einer ~lilitih·sanitiits­ anstalt wird selbst daun gemass Art. 50 MStG als Untersuchungs- haft auf die Strafe angerccllnet, \venn vo1·lter die Haftentlassung formlich verfügt \Vu1·de (Er\v. C). Un jugement rendu par un tribunal militaire doit être annulé lorsque ni le Jli·oces-verbal des débats (art. 165, al. 1, PPJ.\11) ni le jugement- dans sa forme écrite - (art. 161 A, eh. 2, lit. e, PPl\1) ne contiennent, en cas de délégation de la pou1·suite pén~le pour des délits commis au civil, Pindication des articles de la loi pénale ordinaire dont il a été fait application (a1·t. 188, at 1, eh. 5 et 6, PPl\tl) (cons. A e t B). - Le temps p as sé dans un établissement sanitaire militaire pour y subir un examen psychiatrique doit aussi être imputé, comme détention p1·éventive, sut· la durée de la peine en vertu de l'art. 50 CPl\1 quand, avant de 111·endre cette décision, le juge d'jnst1·uction a expressément ordonné la Inise en liberté de l'inculpé (cons. C). N ei caso di delegazione di competenza ai tribunali militar i p er re ati <li diritto p e ual e con1une, la sentenza di un tribunal e militare e cassabile quando ne il processo verbale del dibattimento (art. 165, cp. 1, O GPPl\11), ne la redazione scritta de lia sentenza (art. 161, lett. A, cif. 2, lett. e, O GPPl\1) contiene la indicazione delle disposizioni applicate <lei diritto penale comune (art. 183, cp.l, cif. 5 et 6, OGPPl\;1) (cons. A e B). - 11 perio<lo di degenza in un o stabilmento sanitario militare, ordinato dai giudice istruttore a scopo di perizia psichia- trica, deve dedursi dalla pena a norma (lell' art. 50 CPI\1 come carcere preventivo, anche se, p1·ima, detto giudice avesse dimesso ii prevenuto <lall' arresto (cons. C). A. Der Kassationsklãger beschwert sich unter Berufung auf die Kassationsgründe von Art. 188, Ziff. 5 und 6, MStGO in erster Linie darüber, dass, entgegen Art. 161, A, Ziff. 2, lit. e, MStGO, aus der Urteils-

53 - No. 28 ausfertigung nicht ersichtlich sei, welche Gesetzesartikel das Divisions- gericht zur Anwendung gebracht hat. Diese Rüge erweist sich formell als zulãssig und ist materiell be- gründet. Art. 188, Abs. 2, MStGO, wonach aus den unter Ziff. 2-6 genannten Gründen die Kassation n ur begehrt werden kann, wenn die Partei wãhrend der Hauptverhandlung einen bezüglichen Antrag gestellt oder den Mangel gerügt hat, kann dem Kassationsklãger nicht entgegengehalten werden, weil es sich um einen erst nach der Hauptverhandlung begangenen Ver- stoss gegen das gesetzliche Verfahren handelt (vgl. Entscheidungen MKG 1915-1925, S. 203). Gemãss Art. 161, A, Ziff. 2, lit. e, MStGO muss im Falle der Ver- urteilung aus der Begründung der schriftlichen Urteilsausfertigung er- sichtlich sein, welche Gesetzesartikel zur Anwendung gebracht worden sind. Das muss sich aus den schriftlichen Entscheidungsgründen zweifels- frei ergeben. Es handelt sich hiebei um eine zwingende, im Interesse der Parteien aufgestellte Verfahrensvorschrift, die, wie der Verteidiger mit Recht geltend macht, in engstem Zusammenhange mit der Ausgestaltung des Rechtsmittels der Kassationsbeschwerde wegen Verletzung materiellen Rechts steht. Einzig auf Grund einer die angewendeten Gesetzesstellen anführenden vollstãndigen schriftlichen lJrteilsbegründung ist der Ver- urteilte in der Lage, sich zur rechtlichen Würdigung des erkennenden Gerichts auszusprechen und seine Verteidigungsrechte zu wahren. Und auch dem Kassationsgericht ist eine Nachprüfung der rechtlichen Urteils- grundlagen nur unter dieser Voraussetzung moglich. Darauf, ob bei der mündlichen Urteilseroffnung, die nach Art. 164, Abs. 2, MStGO durch Verlesung des Urteilsspruchs und Mitteilung des wesentlichen Inhalts d er Entscheidungsgründe erfolgt, au eh di e zur A nwendung gebrachten Gesetzesstellen bekanntgegeben werden, kann angesichts des ausdrück- lichen Erfordernisses ihrer Angahe im schriftlichen Urteil nichts an- kommen. Art. 189, Abs. 2, MStGO verlangt denn auch lediglich die An1neldung des Kassationsbegehrens b in nen 24 S tun d en na eh de r U rteils- eroffnung. Die I-fristansetzung zur einlãsslichen Begründung, über deren Zeitpunkt das Gesetz nichts bestimmt, soll entsprechend erst mit der Zustellung der schriftlichen Urteilsausfertigung erfolgen (vgl. Entschei- dungen MKG vom 27. Dezember 1940 i. S. Hirsiger). B. Hievon ausgehend ist im vorliegenden Falle festzustellen, dass weder aus dem Verhandlungsprotokoll, das gemãss Art. 165, Abs. 1, MStGO ccdie ergangenen Entscheidungen und das Urteil enthalten soll)), noch aus der schriftlichen Urteilsausfertigung ersichtlich ist, welche Be- stimmungen der bürgerlichen Strafgesetze das Divisionsgericht auf die von Alder vor der Rekrutenschule in den Kantonen Bern, Solothurn und Aargau begangenen Diebstãhle zur Anwendung gebracht hat. Das