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MKGE 4 Nr. 26

MKGE 4 Nr. 26

Mkg · · Deutsch CH
Erwägungen (3 Absätze)

E. 48 - dungen MKG 1926-1935, S. 4). Entgegen der Behauptung des Ver- teidigers ist übrigens die Verfahrensvorschrift des Art. 126 MStGO durch den Grossrichter nicht verletzt worden. Nachdem der Kassationsklãger in der Voruntersuchung die a1ntliche Verteidigung verlangt hatte, war eine Aufforderung gemãss Art. 126, Abs. l, MStGO an ihn nicht mehr zu erlassen. B. In materieller Beziehung erblickt der l{assationsklãger eine Ver- letzung des Strafgesetzes in der Annahme der Vorinstanz, dass das I--Iin- setzen der falschen Unterschrift auf den Zustellbogen den Tatbestand der Fãlschung eines dienstlichen Aktenstückes erfülle. Zu Unrecht. J e des von einer Militãrperson ausgestellte Aktenstück, das e ine Fest- stellung von auf den Militãrdienst bezüglichen Tatsachen enthãlt, ist als Aktenstück von dienstlicher Bedeutung zu 'verten, selbst wenn seine Ausstellung nicht zu ausgesprochen dienstlichen Zwecken erfolgte (vgl. Entscheidungen MKG 1936-1940, S. 149). Ein solches Aktenstück ist auch der hier in Frage stehende Zustellbogen der Feldpost mit den Bescheinigungen der Empfãnger. Es handelt sich um ein die I~eldpost­ ordonnanz und damit die Truppe entlastendes Beweisstück für die ord- nungsgemãsse Weiterleitung der durch die zivile Post der Truppe über- gebenen Sendungen an im Militãrdienste stehende Adressaten. (11. ()ktober 1941, Meier e. D. G. 3 A.) 26. De n Bea1nten d er 1\rlilitarvei'\Valtung, \velclier sein en Beamten- pflichten zuwiderhandelt, treffen di e gleichen strafrecbtlicllen Folgen, die bei Verletzung militarischer Dienstpflicbtigen Platz greifen, un- beküminel·t darum, ob die in Frage stel1ende Vorscht·ift des Be- amtenrecbts militariscben Charakter l1at odet· ni eh t (Art. 3, Ziff. 3; 236 1\IIStG; IJundesi·atsbeschluss vom 18. Seiltembei· 1933 übet· Aus~ führungsbestimmungen zu Art. 3, Ziff. 3, 1\IStG). - Di e Annahme von Geschenl{ell ist den Ilundesbea1nten scblecht\veg verboten, nicht nur im Hinblicl{ auf l{ünftige Amtsbandlungen (Art. 26 Bundes- gesetz vom 30. Juni 1927 über das Dienstverhãltnis de1· Bundes- beamten). V erstõsst de r Beamte de r eidgenõssischen l\lilitürverwal- tung gegen dieses Verbot, so ist er nacl1 Art. 72 MStG strafbar. Le fonctionnaire tle Padministration militaire, qui enf1·eint les devoirs de sa charge, encourt les mêmes suites pénales que celles prévues en cas de violation de devoi1·s de service militai1·e; il est ir1·elevant à cet égard que la disposition de d1·oit administratii en question ai t ou no n un caracte1·e Inilitait·e (art. 3, eh. 3; 236 CPM;

-

E. 49 No. 26 ACF du 18 septembi~e 1933 portant exécution de Part. 3, eh. 3, CPl\1). - L'acceptation de dons ou d'autres avantages est absolu- ment interdite aux fonctionnaires de la Confédération, peu impoi~te (J Ue l'acceptation précede ou sui v e l'a ete (Iu fonctionnaire (art. 26 LF, du 30 juin 1927 sui~ le statut des ionctionnaii~es fé{léi·altx). I~e fonctionnaire de l'administration militaire iédérale qui contrevient à cette interdiction est punissable en vertu de l'art. 72 CPl\1. Il funziouario della amministrazione militare, che viola i suoi dovei~i officiali, incorre nelle medesime conseguenze penali ebe sono previste per la violazione dei (lovei~i di servizio militai·e, indipendente- mente dai caratte1·e militare o meno che possono ave1·e le disposi- zioni 1·elative del diritto amn1inist1·ativo (art. 3, cif. 3, 236 CPM; DCF del 18 settembre 1933 concernente le disposizioni esecutive dell'art. 3, llUlll. 3 del CPl\1). - l}accettazione di doni e assoluta- mente proibita ai funzionari federali e non solo se si I~ifei·isce a loro atti futu1·i (a1·t. 26 della LF del 30 giugno 1927 suli' ordina- mento d ei iunzionari fcderali). Se un funziouario delP amministt·a- zione militare federale viola questo divieto, e punibile a norma dell'art. 72 CPJ.\11. A. Der Beschwerdeführer ist Beamter des eidgenossischen Militãr- departementes und untersteht daher als solcher in Zeiten aktiven Dienstes gemãss Art. 3, Ziff. 3, MStG dem Militãrstrafrecht, in dem für diese Kategorie vorgesehenen Umfange. Da er jedoch die hier in Rede stehen- den Geschenke in einem Zeitpunkte entgegennahm, als er im Dienste stand un d in U niform war, kommt gleichzeitig au eh Ar t. 2, Ziff. l un d 2, MStG zur Anwendung, so dass B. dem Militarstrafrecht im vollen lJm- fange unterstand. Das Divisionsgericht hat daher mit Recht in erster Linie geprüft, ob die Tatbestãnde der Art. 142 und 143 MStG erfüllt seien. Es ist jedoch zur Verneinung dieser Frage gelangt. Dagegen hat es eine Verletzung des in Art. 26 des Bundesgesetzes über das Dienst- verhãltnis der Bundesbeamten vom 30. Juni 1927 den Beamten auf- erlegten allgemeinen Verbotes d er Annahme von Geschenken angenommen, worin es eine allgemeine Dienstvorschrift erblickte, die bei den dem Militãrstrafrecht unterstellten Beamten nach Art. 72 MStG zu ahnden sei. Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass unter Art. 72 MStG nur solche die Beamten betreffenden Reglemente un d Vorschriften fali en, welche <<typisch militãrdienstlich >> seien. Dies treffe aber bei den Bestimmungen des Beamtengesetzes nicht zu. B. Nach Art. 236, Abs. 2, MStG finden auf die dem Militãrstrafrecht unterstellten Beamten, Angestellten und Arbeiter die Bestimmungen des ersten bis vierten Ahschnittes des 2. rfeils des ersten B u eh e s, al so

No. 26 -

E. 50 die Art. 61-85 MStG, «entsprechende Anwendung>> (franzõsischer Text:

« applicable p ar analogie)); italienischer Text: «si applicano p er analogia)>).

Und im Bundesratsbeschluss über Ausführungsbestimmungen zu Art. 3,

Ziff. 3, MStG vom 18. September 1933 wurde in Art. 5 9-ie Anwendbar-

keit des Militãrstrafgesetzes noch auf die Art. 61-108 MStG ausgedehnt

un d ausdrücklich beigefügt: <<Dabei ist die bürgerliche Dienstpflicht

d er militãrischen gleichgestellt. >>

W enn n un in diesen Bestimmungen

von einer entsprechenden, analogen Anwendung bz-vv. von einer Gleich-

stellung der beidseitigen Pflichten die Rede ist, so kann dies nur dahin

verstanden werden, dass bei einer Zuwiderhandlung gegen die Beamten-

pflichten dieselben strafrechtlichen Sanktionen wie bei einer Ver-

letzung militãrischer Dienstpflichten Platz zu greifen hat, unbekümmert

darum, o b di e in· Rede stehende Vorschrift des Beamtengesetzes an si eh

militãrischen Charakter hat o d er ni eh t; denn di ese Gleichstellung er-

folgte wegen der Wichtigkeit, die diesen Einrichtungen und Betrieben

ihrem Wesen und ihrer Bestimmung nach -- ohne Rücksicht auf ihren

militãrischen o d er zivilen Charakter- zukommt. Die Landesverteidigung

verlangt ein reibungsloses Funktionieren dieser Betriebe, und um dieses

zu gewãhrleisten, d. h. um den betreffenden Funktionãren die Bedeutung

ihrer Pflichten besonders vor Augen zu halten, hat der Gesetzgeber es für

zweckmãssig era eh tet, dere n V erletzung mit denselben Sanktionen aus-

zustatten wie die Verletzung 1nilitãrischer Dienstpflichten (vgl. auch

Stenographisches Bulletin des Stãnderates 1921 S. 225; des Nationalrates

1925, S. 813). Bei dieser Sachlage hat aber die Vorinstanz mit Recht

in der Zuwiderhandlung gegen das in Art. 26 des Beamtengesetzes auf-

gestellte V er bot d er Annahme von Gesc.henken di e V erletzung einer

Dienstpflicht erblickt, die zufolge der in Art. 236, Abs. 2, MStG verfügten

Gleichstellung mit der militãrischen J)ienstpflicht nach Art. 72 MStG

zu ahnden und daher durch die Militãrgerichte .zu beurteilen ist.

Dem kann nicht, wie der Verteidiger glaubt, Art. 7 des vorerwãhnten

Bundesratsbeschlusses entgegengehalten werden.

Die Beamten, An-

gestellten und Arbeiter der in Art. 3, Ziff. 3, MStG erwãhnten Betriebe

unterstehen nicht im vollen Un1fange dem Militãrstrafrecht. Infolge-

dessen erschien es angezeigt, in den Ausführungsbestimmungen zu

diesem Artikel ausdrücklich festzustellen, dass bezüglich der nicht nach

Militãrstrafrecht zu ahndenden Delikte die Beurteilung und Verfolgung

sich nach den bürgerlichen Gesetzen richten. Daraus kann aber nichts

für die Frage nach dem Umfang der Gleichstellung der bürgerlichen mit

d er militãrischen Dienstpflicht hergeleitet werden; denn wenn au eh di ese

Gleichstellung im Sinne der vorgehenden Erwãgungen uneingeschrãnkt

erfolgt, so ist damit nicht gesagt, dass infolgedessen alle von solchen

Beamten begangenen unerlaubten l-!andlungen nach Militãrstrafrecht

zu beurteilen seien und demgemãss für eine Anwendung des bürgerlichen

l1echtes überhaupt kein Rau1n 1nehr wãre.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 26 48 - dungen MKG 1926-1935, S. 4). Entgegen der Behauptung des Ver- teidigers ist übrigens die Verfahrensvorschrift des Art. 126 MStGO durch den Grossrichter nicht verletzt worden. Nachdem der Kassationsklãger in der Voruntersuchung die a1ntliche Verteidigung verlangt hatte, war eine Aufforderung gemãss Art. 126, Abs. l, MStGO an ihn nicht mehr zu erlassen. B. In materieller Beziehung erblickt der l{assationsklãger eine Ver- letzung des Strafgesetzes in der Annahme der Vorinstanz, dass das I--Iin- setzen der falschen Unterschrift auf den Zustellbogen den Tatbestand der Fãlschung eines dienstlichen Aktenstückes erfülle. Zu Unrecht. J e des von einer Militãrperson ausgestellte Aktenstück, das e ine Fest- stellung von auf den Militãrdienst bezüglichen Tatsachen enthãlt, ist als Aktenstück von dienstlicher Bedeutung zu 'verten, selbst wenn seine Ausstellung nicht zu ausgesprochen dienstlichen Zwecken erfolgte (vgl. Entscheidungen MKG 1936-1940, S. 149). Ein solches Aktenstück ist auch der hier in Frage stehende Zustellbogen der Feldpost mit den Bescheinigungen der Empfãnger. Es handelt sich um ein die I~eldpost­ ordonnanz und damit die Truppe entlastendes Beweisstück für die ord- nungsgemãsse Weiterleitung der durch die zivile Post der Truppe über- gebenen Sendungen an im Militãrdienste stehende Adressaten. (11. ()ktober 1941, Meier e. D. G. 3 A.) 26. De n Bea1nten d er 1\rlilitarvei'\Valtung, \velclier sein en Beamten- pflichten zuwiderhandelt, treffen di e gleichen strafrecbtlicllen Folgen, die bei Verletzung militarischer Dienstpflicbtigen Platz greifen, un- beküminel·t darum, ob die in Frage stel1ende Vorscht·ift des Be- amtenrecbts militariscben Charakter l1at odet· ni eh t (Art. 3, Ziff. 3; 236 1\IIStG; IJundesi·atsbeschluss vom 18. Seiltembei· 1933 übet· Aus~ führungsbestimmungen zu Art. 3, Ziff. 3, 1\IStG). - Di e Annahme von Geschenl{ell ist den Ilundesbea1nten scblecht\veg verboten, nicht nur im Hinblicl{ auf l{ünftige Amtsbandlungen (Art. 26 Bundes- gesetz vom 30. Juni 1927 über das Dienstverhãltnis de1· Bundes- beamten). V erstõsst de r Beamte de r eidgenõssischen l\lilitürverwal- tung gegen dieses Verbot, so ist er nacl1 Art. 72 MStG strafbar. Le fonctionnaire tle Padministration militaire, qui enf1·eint les devoirs de sa charge, encourt les mêmes suites pénales que celles prévues en cas de violation de devoi1·s de service militai1·e; il est ir1·elevant à cet égard que la disposition de d1·oit administratii en question ai t ou no n un caracte1·e Inilitait·e (art. 3, eh. 3; 236 CPM;

- 49 - No. 26 ACF du 18 septembi~e 1933 portant exécution de Part. 3, eh. 3, CPl\1). - L'acceptation de dons ou d'autres avantages est absolu- ment interdite aux fonctionnaires de la Confédération, peu impoi~te (J Ue l'acceptation précede ou sui v e l'a ete (Iu fonctionnaire (art. 26 LF, du 30 juin 1927 sui~ le statut des ionctionnaii~es fé{léi·altx). I~e fonctionnaire de l'administration militaire iédérale qui contrevient à cette interdiction est punissable en vertu de l'art. 72 CPl\1. Il funziouario della amministrazione militare, che viola i suoi dovei~i officiali, incorre nelle medesime conseguenze penali ebe sono previste per la violazione dei (lovei~i di servizio militai·e, indipendente- mente dai caratte1·e militare o meno che possono ave1·e le disposi- zioni 1·elative del diritto amn1inist1·ativo (art. 3, cif. 3, 236 CPM; DCF del 18 settembre 1933 concernente le disposizioni esecutive dell'art. 3, llUlll. 3 del CPl\1). - l}accettazione di doni e assoluta- mente proibita ai funzionari federali e non solo se si I~ifei·isce a loro atti futu1·i (a1·t. 26 della LF del 30 giugno 1927 suli' ordina- mento d ei iunzionari fcderali). Se un funziouario delP amministt·a- zione militare federale viola questo divieto, e punibile a norma dell'art. 72 CPJ.\11. A. Der Beschwerdeführer ist Beamter des eidgenossischen Militãr- departementes und untersteht daher als solcher in Zeiten aktiven Dienstes gemãss Art. 3, Ziff. 3, MStG dem Militãrstrafrecht, in dem für diese Kategorie vorgesehenen Umfange. Da er jedoch die hier in Rede stehen- den Geschenke in einem Zeitpunkte entgegennahm, als er im Dienste stand un d in U niform war, kommt gleichzeitig au eh Ar t. 2, Ziff. l un d 2, MStG zur Anwendung, so dass B. dem Militarstrafrecht im vollen lJm- fange unterstand. Das Divisionsgericht hat daher mit Recht in erster Linie geprüft, ob die Tatbestãnde der Art. 142 und 143 MStG erfüllt seien. Es ist jedoch zur Verneinung dieser Frage gelangt. Dagegen hat es eine Verletzung des in Art. 26 des Bundesgesetzes über das Dienst- verhãltnis der Bundesbeamten vom 30. Juni 1927 den Beamten auf- erlegten allgemeinen Verbotes d er Annahme von Geschenken angenommen, worin es eine allgemeine Dienstvorschrift erblickte, die bei den dem Militãrstrafrecht unterstellten Beamten nach Art. 72 MStG zu ahnden sei. Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass unter Art. 72 MStG nur solche die Beamten betreffenden Reglemente un d Vorschriften fali en, welche > seien. Dies treffe aber bei den Bestimmungen des Beamtengesetzes nicht zu. B. Nach Art. 236, Abs. 2, MStG finden auf die dem Militãrstrafrecht unterstellten Beamten, Angestellten und Arbeiter die Bestimmungen des ersten bis vierten Ahschnittes des 2. rfeils des ersten B u eh e s, al so

No. 26 - 50 - die Art. 61-85 MStG, «entsprechende Anwendung>> (franzõsischer Text: « applicable p ar analogie)); italienischer Text: «si applicano p er analogia)>). Und im Bundesratsbeschluss über Ausführungsbestimmungen zu Art. 3, Ziff. 3, MStG vom 18. September 1933 wurde in Art. 5 9-ie Anwendbar- keit des Militãrstrafgesetzes noch auf die Art. 61-108 MStG ausgedehnt un d ausdrücklich beigefügt: > W enn n un in diesen Bestimmungen von einer entsprechenden, analogen Anwendung bz-vv. von einer Gleich- stellung der beidseitigen Pflichten die Rede ist, so kann dies nur dahin verstanden werden, dass bei einer Zuwiderhandlung gegen die Beamten- pflichten dieselben strafrechtlichen Sanktionen wie bei einer Ver- letzung militãrischer Dienstpflichten Platz zu greifen hat, unbekümmert darum, o b di e in· Rede stehende Vorschrift des Beamtengesetzes an si eh militãrischen Charakter hat o d er ni eh t; denn di ese Gleichstellung er- folgte wegen der Wichtigkeit, die diesen Einrichtungen und Betrieben ihrem Wesen und ihrer Bestimmung nach -- ohne Rücksicht auf ihren militãrischen o d er zivilen Charakter- zukommt. Die Landesverteidigung verlangt ein reibungsloses Funktionieren dieser Betriebe, und um dieses zu gewãhrleisten, d. h. um den betreffenden Funktionãren die Bedeutung ihrer Pflichten besonders vor Augen zu halten, hat der Gesetzgeber es für zweckmãssig era eh tet, dere n V erletzung mit denselben Sanktionen aus- zustatten wie die Verletzung 1nilitãrischer Dienstpflichten (vgl. auch Stenographisches Bulletin des Stãnderates 1921 S. 225; des Nationalrates 1925, S. 813). Bei dieser Sachlage hat aber die Vorinstanz mit Recht in der Zuwiderhandlung gegen das in Art. 26 des Beamtengesetzes auf- gestellte V er bot d er Annahme von Gesc.henken di e V erletzung einer Dienstpflicht erblickt, die zufolge der in Art. 236, Abs. 2, MStG verfügten Gleichstellung mit der militãrischen J)ienstpflicht nach Art. 72 MStG zu ahnden und daher durch die Militãrgerichte .zu beurteilen ist. Dem kann nicht, wie der Verteidiger glaubt, Art. 7 des vorerwãhnten Bundesratsbeschlusses entgegengehalten werden. Die Beamten, An- gestellten und Arbeiter der in Art. 3, Ziff. 3, MStG erwãhnten Betriebe unterstehen nicht im vollen Un1fange dem Militãrstrafrecht. Infolge- dessen erschien es angezeigt, in den Ausführungsbestimmungen zu diesem Artikel ausdrücklich festzustellen, dass bezüglich der nicht nach Militãrstrafrecht zu ahndenden Delikte die Beurteilung und Verfolgung sich nach den bürgerlichen Gesetzen richten. Daraus kann aber nichts für die Frage nach dem Umfang der Gleichstellung der bürgerlichen mit d er militãrischen Dienstpflicht hergeleitet werden; denn wenn au eh di ese Gleichstellung im Sinne der vorgehenden Erwãgungen uneingeschrãnkt erfolgt, so ist damit nicht gesagt, dass infolgedessen alle von solchen Beamten begangenen unerlaubten l-!andlungen nach Militãrstrafrecht zu beurteilen seien und demgemãss für eine Anwendung des bürgerlichen l1echtes überhaupt kein Rau1n 1nehr wãre.