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- 37 - No. 20 rungen bildete, zumal als Brechbühl nach seinen eigenen Darstellungen seinen I-Iauptmann im Zivilleben gar nie gesehen hatte. Damit ist aber die Beziehung seines ehrverletzenden Verhaltens zu seiner <cmilitãrischen Stellungn, wie sie in Art. 2, Ziff. 4, MStG als Voraussetzung für die Zu- stãndigkeit der Militãrgerichtsbarkeit gefordert ist, hergestellt. Der Be- schwerdeführer beruft sich zur Unterstützung seines Standpunktes zu Unrecht auf das Urteil des Bundesgerichtes i. S. I-Iagenbuch (BGE 611, S. 113 ff.). Auch das Bundesgericht hat daselbst angenommen, dass die Kompetenz der Militãrgerichte gegeben sei, \venn eine Beleidigung das dienstliche Verhãltnis de r Beteiligten berührt; do eh traf in j en em Falle diese Voraussetzung nicht zu. (18. Juli 1941, Brechbühl e D. G. 3 A.) 20. Mittaterschaft bei Betrug (Art. 136 1\!IStG): Bei der Entscllei- dung darüber, o b Mittaterschaft ode1· Gehilfenschaft vorliegt, ist nicl1t so sehr auf das Mass der Reteiligung an der Ausführungs- handlung als auf die Intensitat des delil{tischen Willens abzustellen (subjelitivistische Theorie). -· De1· Rechtsirrtum schliesst di e Straf- bai·l{eit der vou ihm befangeneu Person \Vegen vorsatzlicher Be- gehung nicht ohne weiteres aus (Art. 17 liS t G). - Die Entsclluld- bar]{eit des V erhaltens von Teilnel1mern an e in em Vergel1en aus persõnlicl1en V erhaltnissen l1at nicl1t die Straflosigl{eit der übrigen Mitwirkenden zur Folge (Art. 24 1\ISt G). Pa1·ticipation par co-auteurs, en cas d'esct·oquerie (art. 136 CPl\1): La question de savoir s'il y a pa1·ticipation pa1· co-auteu1·s ou bien complicité doit être trancl1ée non pas 'tellement d'apres la mesure de la coopération à Pexécution (conception objective) que d'~pres Pintensité de la volonté criminelle (conception sub- jective). - L'erreur de droit n'exclut pas sans autre la cul}Jabilité, pour délit intentionnel, de la Jlei·sonne qui s'est cru en d1·oit d'agir (art. 17 CPl\11). - Le fai t que l'activité (le certains des pat·ticipants à une infraction n'est pas punie, en considé1·ation de circonstanees pei·sonnelles à ceux-ci, n'entraine pas la libération <les autres parti- cipants (art. 24 CPl\1). Coautori in caso di truffa (ai~t. 136 CPl\1) : P er giudicare se alcuno e coauto1·e o COIDJllice, si deve por mente non tanto alia n1isura della cooperazione nell'azione, quauto alia intensità della volontà criminosa (teoria soggettiva). - L'errore di diritto non
No. 20 - 38 - esclude senz' altro di punire per 1·eato intenzionale la persona ebe credeva eh e il su o atto fosse lecito (art. 17 CPl\1). - 11 fatto eh e 1111 partecipante al reato non e punibile, in conside1·azione delle sue condizioni personali, non l1a per necessaria conseguenza anche Pim- punibilità degli altri partecipanti (a1·t. 24 CPM). D er V erteidiger erblickt eine V erletzung des Strafgesetzes in d er Anwendung der Betrugsbestimmung von Art. 136 MStG. Fw. L. habe seine Absicht, zwei Paar Marschschuhe zu verbilligtem Preise bei der Zeughausverwaltung Bülach zu erlangen, nicht selber in die Tat um- gesetzt, vielmehr hãtten die beiden Füsiliere Eggenberger _und Utzinger dies für ihn besorgt. Er selber habe daher die Zeughausverwaltung nicht betrogen. Wenn aber·auch Betrug angenommen würde, konnte L. nicht als Tãter, sondern nur als Anstifter in Frage kommen. Da jedoch die beiden Füsiliere wegen Betrugs nicht angeklagt und verurteilt worden seien, konne L. auch nicht der Anstiftung zu einem Betruge schuldig befunden werden. Aus dein gleichen Grunde konne er auch bei An- wendung der auf den Sachverhalt zutreffenden Bestimmung von Art. 73 MStG nicht als Anstifter zu der von den beiden Füsilieren begangenen V erschleuderung von Material verurteilt werden. Diese Anfechtung ist nicht schlüssig. Nach der für das Kassations- gericht verbindlichen Tatsachenfeststellung hat der Beschwerdeführer in Betrugsabsicht mit den beiden Füsilieren zu dem Zwecke, sich zwei Paar Marschschuhe zum verbilligten Preise zu verschaffen, in der Weise als Hauptperson zusammengewirkt, dass er sie veranlasste, das Schuh- werk auf ihren Namen für ihn zu beziehen. L. muss daher als Mittãter '- des gemeinsam begangenen Betruges gelten. Nach der vom Kassations- gericht auch für den Begriff der Mittãterschaft im Militãrstrafrecht als massgebend erklãrten subjektivistischen Theorie ist nicht so sehr auf di e Beteiligung an de r Ausführungshandlung, worauf d er V erteidiger besonderes Gewicht legt, sondern entscheidend auf die Intensitãt des schuldhaften Willens abzustellen (vgl. Entscheidungen MKG 1936-1940, S. 117 f.; Hafter, Lb., Allg. T., S. 214 und 223). Übrigens hat sich der Beschwerdeführer auch an der Ausführungshandlung durch Entgegen- nahme und Bezahlung der Schuhe beteiligt. D ami t entfãllt au eh j e de Grundlage für di e vom V erteidiger be- hauptete Anwendbarkeit des Art. 73 MStG. Das Verhalten der beiden am vorliegenden Strafverfahren nicht be- teiligten Füsiliere Eggenberger und Utzinger ist nicht abschliessend zu prüfen, da gegen sie nicht Anklage erhoben wurde. Insbesondere kann dahingestellt bleiben, ob die beiden sich in einem entschuldbaren Rechts- irrtum befunden haben, d. h. gemãss Art. 17 MStG sich aus zureichenden Gründen zur Tat berechtigt halten durften. Gegebenenfalls würde da- durch ihre Strafbarkeit wegen vorsatzlicher, d. h. mit Wissen un d Willen