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MKGE 4 Nr. 178

MKGE 4 Nr. 178

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

385

No. 178

178.

Ve1·untreuung (Art. 131 MStG): Die

uni~echtmassige Ver-

wendltng im Sinne des Abs. 2 von Ziff. 1 setzt die Bereicherungs-

absicht voraus. -

Bedeutung der Ersatzbereitschaft.

Abus de confiance (art. 131 CPM) : L'al. 2 du eh. 1 leg. cit.

suppose qu'en faisant des fongibles un emploi illicite, l'auteur a

l'intention de se pi,ocurer ou de procurer à uu tiers un enrichisse-

ment. -

Possibilité de I~estituei·; constatation du fai t e t son im-

portance quant à l'intention d'en1·icbissement de l'auteu1~.

Appropriazione indebita (art. 131 CPM): L'indebito impiego

(cif. 1, cp. 2) p1·esuppone l'intenzione di arriecl1irsi. -

Concetto di

« possibilità di I~estituzione ».

A. Das Divisionsgericht ist davon ausgegangen, dass der Tatbestand

der Veruntreuung im Sinne des Art. 131, Ziff. 1, Abs. 2, MStG (wie auch

des gleichlautenden Art. 140, Ziff. l, Abs. 2, StGB) beim Tãter die Ab-

sicht voraussetze, sich oder einen andern unrechtmãssig zu bereichern,

dass jedoch der Tatbestand in subjektiver Hinsicht nicht als erfüllt

betrachtet werden kõnne, wenn der Tãter ersatzbereit sei. Die Vorinstanz

hat erklãrt, der Beweis dafÜr, dass Hptm. J. einmal nicht in der Lage

gewesen wãre, die von ihm unrechtmãssig verwendeten Betrãge zur:ück-

zuerstatten, kõnne nicht erbracht werden. Die Frage der Ersatzbereit-

schaft des Hptm. J., z. B. ün Falle eines unerwarteten plõtzlichen Ein-

rückens, sei für das Gericht nicht abgeklãrt, ja fraglich. Trotzdem sei

das Gericht der Auffassung, dass Hptm. J.·· eine Bereicherungsabsicht

ferngelegen habe. Infolge der bestehenden Zweifel gelange das Gericht

dazu, 1-Iptm. J. mangels genügender Beweise in Anwendung des Grund-

satzes cc in dubio p ro re o>> von d er Anklage d er Veruntreuung freizusprechen.

B. Unter Berufung auf den Kassationsgrund von Art. 188, Abs. l,

Ziff. 1, MStGO macht der Auditor geltend, das angefochtene Urteil habe

die Vorschrift von Art. 131, Ziff. 1, Abs. 2, MStG verletzt, indem es

Hptm. J. von der Anklage der Veruntreuung freisprach. Zur Begründung

bringt er vor, es ergebe sich aus dem Wortlaute von Art. 131, Ziff. l,

MStG, dass eine Bereicherungsabsicht des Tãters zur Erfüllung des Tat-

bestandes nur im Falle von Abs. 1, nicht aber im Falle von Ahs. 2 er-

forderlich sei. :B-.;ür die Veruntreuung im Sinne von Abs. 2 genüge es,

dass der Tãter ccanvertrautes Gut, namentlich Geld, unrechtmãssig in

seinem oder eines anderen Nutzen>) verwende. Diese Voraussetzungen

seien bei Hptm. J. erfüllt. Die Frage der Ersatzbereitschaft kõnne nur

bei der Strafzumessung eine Rolle spielen.

C. Die Rechtsauffassung des Auditors ist unzutreffend. -

Die Be-

stimmung von Art. 131, Ziff. l, Abs. 2, MStG bezieht sich auf die Ver-