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33 No. 17 17. Beschimpfung einer 1\!Iilitarperson (Art. 101 MStG): Eine Handlung wird dann õffentlicl1 begangen, lvenn sie an einem Ort und untei~ solchen Verumstandungen veriibt \Vird, dass jemand als zufallig hinzulíomnlen(ler Zeuge sie lvabrnehmen liõnnte. Unwesent- lich ist, ob 11nd lvieviele Zeugen sie tatsachlich wahrgenommen baben (Erw. A uud B). - Staatsgefahrliche Propaganda begangen, durch offensichtliche V erneinung des \Villens d er Scl1weiz zur Selbstbehauptung (Art. 1 Bundesratsbeschluss vom 4. Dezember 1939 betreffend das Verbot der staatsgefahi·licbcn Propaganda in de1· Armee). - Die objelitive Eignung ciner Tatiglieit zur Gefahr- dung der Unabl1angigkeit des Landes genügt zur Strafbarlieit. Dass ein Angehõrige1· der Armee lvirlilicb beeindruclit worden sei, ist nicl1t erforderlich.. ·- Strafbar ist auclt die bloss fahrlassige Be- gehung. Fahrlassiglieit liegt daun vo1·, wenn die Gefãhrdung der Unabhãngigkeit nicht beabsicl1tigt ist (E1·w. D). Injures à un militaire (art.101 CPI\11): Un acte est commis en public, lorsqu'il est co1nmis en des lieux et des circonstances tels qu'il pourrait être perçu par un tiers survenant à Pimproviste. Peu importe qu'il y ai t eu un ou plusieurs té1noins; il n'est même pas essentiel qu'il y ai t e u de témoin du tout de Pacte (cons. A et 11). - Des propos par lesquels l'auteur nie 111anifestement la volonté de la Suisse de se défcndre constituent de la propagande mettant en péril l'indétlCD(lance du pays (ai~t. 1 er de l'ACF du 4 dé- cembí·e 1939, interdisant dans l'armée la propagande contraii~e à l'o1·dre public). - Pour être punissable, il- suffit que l'activité de l'auteur soit objectivement propre à mettre en danger l'indépendance du pays; il n'est pas nécessaire qu'une personne a11partenant à l'armée en ait été I~éellement in1pressionnée. - La simple négli- gence est aussi punissable. 11 y a négligence fJUand l'auteur ne se propose p as (le 1nettre en dan g er l'indépendance du pays (cons. D). Ingiu1·ie ad uu militare (art. 101 CPl\11): Un fatto avviene pub- blicarrtente quando e compiuto in un luogo ed in condizioni tali, che possa esse1·e constatato da alcuno, il quale sopraggiunga casual- Inente. N ou e esseiiziale clte sia effettiva1neute constatato da testi- moni (cons. A e B). - Propaganda contraria all'ordine pubblico iatta col negare in 1nodo evidentc la volontà di difendersi della Svizzera (a1·t. 1 del DCF_ d (li 4 dicembre 1939 eh e vieta nell'ese1·cito
No. 17 - 34 - la p1·opaganda contraria all'ordine pubblico). - La capacità ogget- tiva di una azione a mettere in pericolo l'in(lipendenz:;t del paese e sufficiente a renderla punibile. N o n e necessario eh e un apparte- nente all'esercito ne sia effettivan1ente influenzato. -. E punibile anche la sen1plice ncgligenza. Esiste negligenza quando l'autore no n vuol n1ettere in pericolo Pindipendenza del paese (cons. D). A. Der Beschwerdeführer stellt an sich nicht in Abrede, dass die ihm zur Last gelegten Âusserungen über den General und Oblt. Gruber Beschimpfungen darstellen. Er bestreitet aber, dass er sich in der be- sagten W eis e geãussert habe. Di e Vorinstanz habe einzig auf di e vollig unglaubwürdige Zeugin Tschudi abgestellt. Auf diesen Einwand kann das Kassationsgericht nicht eintreten, da es sich um eine in die aus- schliessliche Entscheidungsbefugnis des Territorialgerichtes gestellte Frage der Beweiswürdigung handelt. B. Sodann bestreitet der Beschwerdeführer, dass eine offentliche Beschimpfung vorliege, da die fraglichen Âusserungen nur von der Zeugin Tschudi gehort worden seien. Auch dieser Einwand ist nicht schlüssig. Wie das Kassationsgericht schon früher entschieden hat (vgl. das Urteil
i. S. Ritter vom 30. N ovember 1940) wird e ine Handlung dann offent- lich begangen, wenn sie an einem Ort und unter solchen lJmstãnden verübt wird, dass jemand als z~fãllig hinzukommender Zeuge sie wahr- nehmen konnte. Dabei spielt keine Rolle, ob und wieviele Zeugen sie im gegebenen Falle tatsãchlich wahrgenommen haben. Bei dieser Sach- lage hat aber die Vorinstanz im vorliegenden Falle, wo die Beschimpfungen in einem offentlichen Wirtschaftslokal erfolgten, den Tatbestand des Art. 101 MStG 1nit Recht als gegeben erachtet. D. Es fragt sich jedoch, ob diese Ãusserungen Walthers nicht eine Zuwiderhandlung gegen den Bundesratsbeschluss vom 4. Dezember 1939 betreffend das Verbot der staatsgefãhrlichen Propaganda in der Armee darstellen und daher gemass Art. 107 MStG zu bestrafen sind. Nach Art. l dieses Beschlusses ist j e de Propaganda in d er Armee un d gegen- über Angehõrigen d er Armee verboten, di e geeignet ist, di e U nabhãngig- keit des Landes zu gefãhrden. Dabei genügt, wie das Kassationsgericht in seinem Urteil i. S. Mettler und Konsorten vom 2. Mai 1941 entschieden hat, auch blosse Fahrlãssigkeit. Bezüglich des Vorfalles im Tram kann eine Verurteilung deshalb nicht erfolgen, weil nicht feststeht, dass die fraglichen Âusserungen gegenüber Angehorigen der Armee gemacht worden sind. Dagegen trifft dies hinsichtlich des Vorfalles im Café Union Berner-Stube zu, wo die Bemerkungen in Anwesenheit des Oblt. Gruber gefallen sind. Der Beschwerdeführer behauptet freilich, er habe lediglich im Hinblick darauf, dass der IZriegsschauplatz sich immer weiter von der Schweizergrenze entferne, die Aufrechterhaltung starker Truppenaufgebote kritisiert. Diese Darstellung widerspricht den Fest-