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- 335 - No. 154 Schlussfolgerung, die die Vorinstanz aus den von ihr festgestellten Tat- sachen gezogen hat, ist nicht zutreffend. Der Umstand, dass ein Gegen- stand, der im Handel für private Zwecke erworben werden kann, auch in der schweizerischen Armee Verwendung findet, genügt für sich allein noch nieht, um annehmen zu konnen, es komme ihm wirklich militarische Bedeutung in dem Sinne zu, dass seine Übergabe an den Agenten eines fremden Staates den Tatbestand des militãrischen Nachrichtendienstes zum N achteil d er Schweiz erfüllt. E s fehlt da h er im vorliegenden Fali e angesichts des Sachverhaltes an einer zureichenden objektiven Grund- lage, um den Art. 274 StGB anzuwenden. (15. Mãrz 1944, Gschwind e. T. G. 2 B.) l54. Setzt der 1-Iinweis des Grossrichters auf die v·eranderung des rechtlichen Gesichtspunlítes (Arto 160, Abs. 2, MStGO) bei der Be- urteilung die Berücli:sichtigung von Tatsaeben~ welche mit den in der Anklageschrift entbaltenen nicht identisch sind, voraus, so hat d er V erteidiger diesen Verstoss in d er llauptverhandlung zu rügen, damit auf das Kassationsbegehi~en \vegen Verletzung des Art. 159 1\IStGO eingetreten we1·den li:ann. Die Unte1·lassung der Rüge ist nicht entscbuldbar (Er\v. A und B). - Die Verurteilung auf Grund anderer als in der Anklageschrift enthaltener Strafbestimmungen kann auch erfolgen, wenn der Auditor li:einen entsprechenden Antrag gestellt hat (Erw. C). Loi·sque, conformément à l'art. 160, al. 2, PPM, le Grand-Juge avertit l'accusé qu'il sera jugé le cas échéant selon un autre point de vue juridique que celui présenté par l'Auditeur et s'il résulte de eet avis que le jugement serait ainsi rendu sur la base de faits non identiqttes à ceux articulés par l'acte d'accusation, le défenseur doit signaler cette informalité (art. 188, aL 2, PPM) pour pouvoir invoquer utilement la violation de l'art. 159 PPl\1 en procédure de cassation (cons. A et B). - La condamnation peut être prononcée en vertu d'autres dispositions légales que celles mentionnées dans l'a ete d'accusation, même si l'Au(liteur n'a pas conclu dans e e sens (cons. C). Se l'avvertimento del Gran giudiee, a proposito del possibile mutamento nella sentenza dello stato giuridico de li' affare (art. 160, cp. 2, O GPPM), p1·esuppone abbiano a prendei~si in considerazione dei fatti che non sono identici con quelli indicati dall'atto di accusa,
No.l54 - 336 - il difensore deve 1·ilevare questa iri~egolarità al dibattimento, affinche si possa entrare in materia sul rico1·so in cassazione che ia vale1·e una violazione delP art. 159 OGPPM. L'omissione di questo 1·ilievo no n e scusabile (cons. A e B). - La condanna sulla base di disposizioni penali diverse da quelle indieate nell'atto di accusa JlUÕ aver luogo an eh e se l'Uditore no n r'l1a proposta (cons. C). A_. Der Verteidiger beruft sich auf die Kassationsgründe des Art. 188, Ziff. 5 und 6, MStGO. Er macht geltend, die Vorinstanz habe Winkler auch der Verletzung militarischer Geheimnisse im Sinne von Art. 86 MStG- schuldig erklãrt, ohne dass, seitens des Auditors im Laufe des V erfahrens e in entsprechender Antrag gestellt worden sei. V o n diesem Mangel habe er erst bei der Urteilseroffnung Kenntnis erhalten, weshalb er ihn nicht mehr habe rügen konnen. Als verletzt ruft der Verteidiger einzig Art. 160, Abs. 2, MStGO an. Dabei kritisiert er di e Beweisführung d er V orinstanz als ni eh t schlüssig, lediglich um darzutun, welches grosse Interesse er gehabt hãtte, zum Tatbestand des Art. 86 MStG in der Hauptverharidlung Stellung nehmen zu konnen. Eine Anfechtung der vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen und Beweiswürdigung wegen Willkür liegt dagegen nicht vor. Abgesehen davon, dass sich eine solche auf Art. 188, Ziff. l, MStGO hãtte stützen müssen, welcher Kassationsgrund nicht geltend gemacht ist, hãtte ihr auch der Erfolg versagt bleiben müssen~ B. Dagegen kann es sich in tatbestãndlicher Hinsicht fragen, ob di e vorinstanzliche Verurteilung des Besch werdeführers au eh wegen Selbsttãterschaft der Verrãterei durch Ausspãhen und Zugãnglichmachen militarischer Geheimnisse an Agenten eines fremden Staates im Sinne von Art. 86, Ziff. 1, Abs. 1 und 2, MStG nicht die wesentliche Verfahrens- vorschrift des Art. 15.9 MStGO verletzt. Denn die Anklage lautete nur auf Anstiftung zur Verletzung militãrischer Geheimnisse im Sinne von Art. 86, Ziff. 1, Abs. 1, MStG. Nach Art. 159 MStGO soll aber Gegen- stand der Urteilsfindung die in der Anklage bezeichnete Tat sein, wie sie sich nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung darstellt. Eine Ãnde- rung des von der Anklage behaupteten Tatbestandes auf Grund des Beweisergebnisses der rlauptverhandlung ist nur insoweit zulãssig, als dabei die Identitãt der in der Anklageschrift bezeichneten und der aus der Hauptverhandlung hervorgehenden Tat gewahrt bleibt (vgl. Stooss, Komm MStGO Art. 159, N. 1). Der Beschwerdeführer hat jedoch eine Verletzung des Art. 159 MStGO als l{assationsgrund nicht geltend gemacht. Übrigens hãtte die Kassation aus diesem Grunde mangels einer Prozessrüge gemãss Art. 188, Abs. 2, MStGO nicht begehrt werden konnen. Wie noch darzutun sein wird, hat d er Verteidiger von d er erwãhnten Abweichung d er Vorinstanz von der Anklage nicht erst mit der Eroffnung des Urteils Kenntnis erhalten.