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No. 152 - 332 - gesetze veroffentlicht und den in der Schweiz akkreditierten auslãndischen Militãrattachés ausgehãndigt wurde, nicht als militãrisch geheimzu- haltendes Dokument zu werten sei (Anklageschrift Ziff. 12, Urteil S. 10, 22), dass si e aber ·sei t Kriegsausbruch im Buchhandel ni eh t mehr ethãltlich ist · un d das s d er auslãndische N achrichtendienst ein grosses Interesse daran hat, moglichst viele Exemplare solcher Reglemente zu beschaffen, da sie ihm im Falle einer kriegerischen Aktion gegen unser Land grosse Dienste leisten würden. Hinsichtlich der Briefe Daumüllers wird im hn- gefochtenen Urteil festgestellt, dass dieser Spion darin den Agehten tles deutschen N achrichtendienstes in Lorrach mitteilte, w o er si eh befinde un d was er in nãchster Zeit zu treiben gedenke un d dass er si eh da d u t eh zur Ausführung von Auftrãgen jederzeit bereithalten wollte tAnklage Ziff. 12, Urteil S. 11, 22). Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer bei seiner ganzen Tãtigkeit wusste, worurh es sich handelte. Diese tatsãchlichen Feststellungen des Territorialgericlites sind, da sie nicht als willkürlich erscheinen, für das Kassationsgericht ver- bindlich. Aus diesen Feststellungen konnte die Vorinstanz den Schluss ziehen, dass der Beschwerdeführer durch seine hier in Frage stehentlen Handlungen dem militãrischen Nachrichtendienst Deutschlarlds zum Nachteile der Schweiz Vorschub geleistet und den Tatbestánd von Art. 274 StGB objektiv und subjektiv erfüllt hat. In dieser Hinsiéht verletzt somit das angefochtene Urteil Art. 274 StGB nicht. (14. Mãrz 1944, Feser e. 'T. G. 2 B.) 152. Dem Militarl{assationsgericht steht eine Überprüfungsbefudnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung nur unter dem G-esiclits- punkte der Willkür zu. - Im Kassationsveriahren gibt es keine Aktenwidrigkeitsrüge (Erw. I, 1). - Bei d er Entscheidung darüber, ob eine willkürliche Beweiswürdigung vorliegt, muss das Kassations- gericllt auf das Protokoll der Hauptverhandlung abstellen. Die Be- hebung von Unriehtigl{eiten des Protokolls ist wahrend der Haupt- verhandlung zu verlangen (Erw. 11, 2). Le tribunal de cassation ne revoit l'appréciation des preuves pa1· le tribunal de jugement que sous l'angle de l'arbitraire. 11 ne peut être question d'al~bitraire pou1· le seul motii que cette appré- ciation serait en eontradiction avec des pieees du dossier, mais seulement si elle est absurde au regard des pieces du dossier ou bien si elle est to u t en l'air (cons. I, l). - P o ur pouvoir décider si le ti~ibunal de jugement a iait une appréciation arbitraire des témoi-
- 333 -. No. 152 gnages~ le tribunal de cassation doit s~en-1·apporter au proces-verbal de l'audience p1·incipale; les no tes qu~au1·aient prises le défenseu1· pour son compte lo1·s de l'interrogatoi1·e des témoins u~ont aucune valeúr. - Lorsque le défenseur croit devoir critiquer le proees- verbal~ il doit en demander la rectification à l'audience (cons. 11~ 2). Il Tribunale militare di cassazione puõ esaminare l'apprezza- mento delle p1·ove effettuato dalla prima istanza, solo dai punto di,vista delP .arbitrio. ·-. Nella p1·ocedura di cassazione non e ammis- sibile la eccezione di una contraddizione con g li atti (cons. I~ 1). - Per decidere se vi e un apprezzamento arbitrario delle prove il Tribunale di cassazione deve basarsi sul processo verbale del di- battimento. La 1·ettifica di inesattezze del p1·ocesso verbale deve esse1·e chiesta durante il dibattimento (cons. II~ 2). I, l. D er V erteidiger ma eh t keine unrichtige rechtliche Beurteilung festgestellter Tatsachen geltend, sondern ausschliesslich eine falsche Be- weiswürdigung des Gerichts. Als willkürlich ficht er diese aber nur in- soweit an, als die V orinstanz einzig auf die Aussagen des Mitangeklagten Feser abgestellt hat. In allen übrigen Punkten ist der Verteidiger nur det Meinung, die-vorinstanzliche Beweiswürdigung sei > un d g eh e >. Alle di ese Punkte scheiden deshalb für das Kassationsgericht von vornherein aus, da einzig eine willkürliche . Beweiswürdigung zu einer I<.assation führen konnte. Das verkennt de r V erteidiger, d er mit sein er Kritik an d er vorinstanzlichen Tatsachenfeststellung und Beweiswürdigung von der Annahme einer freien Überprüfungsbefugnis des Kassationsgerichts nach Art einer Appellations- instanz auszugehen scheint. Auch eine Aktenwidrigkeitsrüge gibt es im militãrgerichtlichen Kassationsverfahren nicht. Eine Überprüfungs- befugnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung steht dem Kassations~ gericht nur aus dem Gesichtspunkt der Willkür zu. Von Willkür kann aber nur dann die Rede sein, wenn ein auf der Beweiswürdigung beruhen- des tatsãchliches Ergebnis nach Lage der Akten als widersinnig oder aus der Luft gegriffen bezeichnet werden muss. Das trifft hier nicht zu. Das Territorialgericht hat die vorhandenen Beweismittel und Indizien sorgfãltig geprüft und gewürdigt, was schon daraus hervorgeht, dass es d en· I<.assationsklãger in verschiedenen Anklagepunkten freigesprochen hat. li, 2. Die auf die Aussage des Feser gegründete Feststellung der Vorinstanz, dass Frau Dorflinger einen Spionagebericht ihres Mannes in seiner Abwesenheit an Feser ausgehãndigt hat, ficht die Kassations- beschwerde mit der Behauptung eines Widerspruchs in den Aussagen des Feser hinsichtlich des Zeitpup.ktes der Übergabe an. Allein der V erteidiger vermag di ese n Widerspruch ni eh t mit d en protokollierten Aus- sagen Fesers zu beweisen, sondern beruft sich auf seine - dem Gericht . 22