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MKGE 4 Nr. 14

MKGE 4 Nr. 14

Mkg · · Deutsch CH
Erwägungen (3 Absätze)

E. 26 - De nouveaux moyens de preuve ne sont pas admis en procédut~e de cassation (cons. A). - O n ne peut à la fois fot~met~ un I~ecout~s · en cassation et, demander la revision du jugetnent attaqué; tant que dure la procédui~e de cassation, il n'y a pas de jugement passé en force et, partant, de jugement sujet à revision (art. 199, al. 1, PPM) (cons. B). Nella procedura di cassazione non si possono produt~re nuovi mezzi di prova (cons. A). - N o n si puõ ricorrere in cassazione e nello stesso tempo in revisione perche fincbe e pendente la proce- dut~a di cassazione non esiste una sentenza passata in giudicato (art. 199, cp. 1, OGPPl\1) (cons. B). A. Das Divisionsgericht hat, auf Grund der eigenen Sachdarstellung des Beschwerdeführers in der Voruntersuchung, angenommen, dass das Aufgebot, welchem Wüest keine Folge geleistet hatte, auf den 9. Januar 1941 gelautet habe. Demgegenüber behauptet der Verteidiger heute, gestützt auf den von ihm drei Tage nach der Beschwerdebegründung dem Kassationsgericht eingereichten schriftlichen Marschbefehl, dass Wüest erst am 11. Januar 1941 hãtte einrücken müssen. Dieses Dokument kann jedoch von der l(assationsinstanz nicht berücksichtigt werden, da im Kassationsverfahren keine neuen Beweismittel beigebracht werden dürfen. B. Der Verteidiger scheint sich dessen bewusst zu sein und hat deshalb seine Eingahe eventuell als Revisionsgesuch bezeichnet. Auch unter diesem Gesichtspunkte kann jedoch hierauf nicht eingetreten werden, da die Revision nur gegenüber einem durch rechtskrãftiges lJrteil geschlossenen militãrgerichtlichen Verfahren verlangt werden kann. Das vorliegende lJrteil der Vorinstanz ist jedoch zufolge der vom Ver- teidiger verlangten Kassation noch nicht rechtskrãftig. (27. Juni 1941, Wüest e. D. G. 8.) 14. Trunlíenheit (Art. 80 J\IIStG).- Ziff. 1 von Art. 80 setzt vot~aus, dass der Tater trotz seines trunkenen Zustandes mindestens noch teilweise zurechnungsfahig war. llat die Tt·unlíenheit einen die Z urechnungsfahiglíeit ausschliessenden Grad ert~eicht, so erfasst Ziff. 2 di e Tatbestandshandlung det~ Ziff. 1 als « eine als V ergelten bedrol1te Ta t». Di e gleicl1zeitige V erletzung bei d er Bestimmungen durch ein und dieselbe Handlung ist unmoglich.

-

E. 27 - No. 14 Ivresse (art. 80 CPl\1). - L'art. 80, eh. 1, CPM, relatif au «scaudale causé en état d'ivresse », vise un délit spécial d'inobserva- tion de pres(•riptious de service. Il suppose que l'auteut·, malgré l'ivresse, était encore au tnoins pat·tiellement responsable lle ses agissements. J\llais si l'ivresse a atteint un degré tel que l'auteur a agi en état d'it·t·esponsabilité, l'a1·t. 30, eh. 2, devient alors applicable et l'a ete est «réprimé comme crime ou délit ». Un se ul et même acte ne peut tombet· simultanément sous le coup de ces deux dis- positions Iégales. - Est réservé le cas de l'actio libera- in eausa (art. 1 O, al. 2, CPJ\1 de 1927). Ebbrezza (at·t. 80 CPJ\tl). - La eif. 1 dell'at·t. 80 CPM pre- suppone cl1e il prevenuto, benche ubriaco, fosse ancora, almeno parzialmente, t·esponsabile. Se l'ubt·iachezza l1a t•aggiunto un grado tale da escludere completamente la t·espousabilità, la cif. 2 considet·a il reato della cit 1 quale «fatto represso come (\elitto ». E inammis- sibile di applicare, per il medesimo fatto, le due eift·e di questo articolo. Das Divisionsgericht stellt in für das Kassationsgericht bindender Weise fest, dass Trottrhann schon auf der Fahrt von Unterlunkhofen nach Rottenschwil sinnlos betrunken war. In diesem Zustande habe er durch V erletzung des militãrischen Anstandes õffentliches Ãrgernis erregt, das somit durch Begehung einer Dienstverletzung gemãss Art. 72 MStG hervorgerufen worden sei. Es liege demnach an sich Trunkenheit nach MStG, Art. 80, Ziff. 1 und Ziff. 2, vor. Allein der Umstand der õffent- lichen Ãrgerniserregung stehe weit mehr im Vordergrund als die Tat- sache, das s Trottmann durch sein V erhalten au eh no eh gegen die mili- tãrischen Anstandsregeln verstossen, mithin eine allgemeine Dienst- . vorschrift verletzt habe. Mit Rücksicht darauf, dass Art. 80, Ziff. 1 und Ziff. 2, MStG nicht gleichzeitig in Idealkonkurrenz anwendbar seien, erscheine es daher naheliegend, lediglich Art. 80, Ziff. 1, zur Anwendung ~u bringen. Der Auditor ficht diese Begründung als rechtsirrtümlich an. Wenn ein sinnlos Betrunkener sich anstõssig verhalte und damit den Tat- bestand einer Dienstverletzung erfülle, also eine als Vergehen bedrohte Tat verübe, so sei nur Art. 80, Ziff. 2, MStG, anwendbar. Diese Anfechtung ist begründet. Die Auslegung der Vorinstanz wird dem Verhãltnis von Ziff.1 und Ziff. 2 des Art. 80 MStG nicht gerecht. Der Gesetzgeber hat davon abgesehen, die Trunkenheit als solche als besonderes Delikt zu erfassen. Er hat sich darauf beschrãnkt, sowohl in Ziff. 1 wie in Ziff. 2 des Art. 80 MStG nur eine durch ihre Wirkung nach bestimmter Richtung gewissermassen qualifizierte Trunkenheit

No.14 -

E. 28 -

unter Strafe zu stellen. Nach Ziff. 1 muss in der Trunkenheit õffentliches

Árgernis erregt worden sein. Es handelt sich um eine als Spezialdelikt

normierte bestimmte Art einer Dienstverletzung. Dabei wird, wie aus

der Gegenüberstellung mit dem in Ziff. 2 geregelten Trunkenheits-

tatbestand hervorgeht, vorausgesetzt, dass der Tãter trotz seines trun-

kenen Zustandes, wenn nicht mehr ganz, so doch mindestens noch teil-

weise zurechnungsfãhig ist, also di e Fãhigkeit besitzt, das U nrecht sein er

Tat einzusehen oder gemãss seiner Einsicht in das Unrecht der Tat zu

handeln (Art. 10, Abs. 1, MStG). Andernfalls wãre er, vorbehãltlich der

actio libera in causa, d. h. des Falles, « dass di e schwere Stõrung des

Bewusstseins vom Tãter selbst herbeigeführt worden ist in der Ab-

sicht, in diesem Zustande die strafbare Handlung zu verüben)) (Art. 10,

Abs. 2, MStG), wegen mangelnder Schuld nach Ziff. l überhaupt nicht

strafbar.

Im Gegensatz hiezu befasst sich Ziff. 2 von Art. 80 MStG mit dem

im Zustandt; der Unzurechnungsfãhigkeit zufolge selbstverschuldeter

Volltrunkenheit delinquierenden Tãter: <<W er infolge selbstverschuldeter

Trunkenheit oder Betãubung unzurechnungsfãhig ist und in diesem Zu-

stand eine als Verbrechen oder Vergehen bedrohte Tat verübt, wird

mit Gefãngnis bis zu sechs Monaten bestraft.)) Dabei wird der Tãter

nicht für die im Zustande der Volltrunkenheit begangenen I-Iandlungen

als solchen · bestraft, sondern dafür, dass er sich schuldhaft in d en Zu-

stand d er U nzurechnungsfãhigkeit versetzte, in de m er si e beging. Di e

begangenen Handlungen stellen lediglich e ine Bedingung d er Straf-

barkeit dar.

Das Abgrenzungskriterium gegenüber der Ziff. 1 ist darin zu er-

blicken, ob die Trunkenheit, deren Bestrafung in beiden Fãllen im Vorder-

grunde steht, einen die Zurechnungsfãhigkeit des Tãters ausschliessenden

Grad erreicht hat oder nicht. Trifft ersteres zu, so erfasst Ziff. 2 auch

die T'atbestandshandlung der Ziff. 1 als <<eine als Vergehen bedrohte Tat)).

Erfolgt die Erregung õffentlichen· Árgernisses dagegen in einem die Zu-

rechnungsfãhigkeit nicht ausschliessenden Zustande der Trunkenheit mit

Wissen und Willen des Tãters, so trifft Ziff. 1 zu.

Wird der Tatbestand der Ziff. l des Art. 80 MStG unter den ge-

nannten Voraussetzungen von der Ziff. 2 mitumfasst, so entfãllt die

Mõglichkeit eines Konkurrenzverhãltnisses, weil immer nur der eine oder

der andere Deliktstatbestand vorliegen kann. Eine gleichzeitige Ver-

letzung von Ziff. 1 und Ziff. 2 durch eine und dieselbe Handlung ist nicht

denkbar. Der vom J{_assationsgericht in seinem Entscheide vom 22. Ja-

nuar 1934 i. S. Clausen (Entsch. MKG 1926-1935, S. 134 f.) vertretene

Standpunkt einer Gesetzeskonkurrenz in dem Sinne, dass bei Verletzung

beider Bestimmungen durch die nãmliche Handlung Ziff. 2 vorgehe, kann

daher nicht aufrechterhalten werden.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 14 - 26 - De nouveaux moyens de preuve ne sont pas admis en procédut~e de cassation (cons. A). - O n ne peut à la fois fot~met~ un I~ecout~s · en cassation et, demander la revision du jugetnent attaqué; tant que dure la procédui~e de cassation, il n'y a pas de jugement passé en force et, partant, de jugement sujet à revision (art. 199, al. 1, PPM) (cons. B). Nella procedura di cassazione non si possono produt~re nuovi mezzi di prova (cons. A). - N o n si puõ ricorrere in cassazione e nello stesso tempo in revisione perche fincbe e pendente la proce- dut~a di cassazione non esiste una sentenza passata in giudicato (art. 199, cp. 1, OGPPl\1) (cons. B). A. Das Divisionsgericht hat, auf Grund der eigenen Sachdarstellung des Beschwerdeführers in der Voruntersuchung, angenommen, dass das Aufgebot, welchem Wüest keine Folge geleistet hatte, auf den 9. Januar 1941 gelautet habe. Demgegenüber behauptet der Verteidiger heute, gestützt auf den von ihm drei Tage nach der Beschwerdebegründung dem Kassationsgericht eingereichten schriftlichen Marschbefehl, dass Wüest erst am 11. Januar 1941 hãtte einrücken müssen. Dieses Dokument kann jedoch von der l(assationsinstanz nicht berücksichtigt werden, da im Kassationsverfahren keine neuen Beweismittel beigebracht werden dürfen. B. Der Verteidiger scheint sich dessen bewusst zu sein und hat deshalb seine Eingahe eventuell als Revisionsgesuch bezeichnet. Auch unter diesem Gesichtspunkte kann jedoch hierauf nicht eingetreten werden, da die Revision nur gegenüber einem durch rechtskrãftiges lJrteil geschlossenen militãrgerichtlichen Verfahren verlangt werden kann. Das vorliegende lJrteil der Vorinstanz ist jedoch zufolge der vom Ver- teidiger verlangten Kassation noch nicht rechtskrãftig. (27. Juni 1941, Wüest e. D. G. 8.) 14. Trunlíenheit (Art. 80 J\IIStG).- Ziff. 1 von Art. 80 setzt vot~aus, dass der Tater trotz seines trunkenen Zustandes mindestens noch teilweise zurechnungsfahig war. llat die Tt·unlíenheit einen die Z urechnungsfahiglíeit ausschliessenden Grad ert~eicht, so erfasst Ziff. 2 di e Tatbestandshandlung det~ Ziff. 1 als « eine als V ergelten bedrol1te Ta t». Di e gleicl1zeitige V erletzung bei d er Bestimmungen durch ein und dieselbe Handlung ist unmoglich.

- 27 - No. 14 Ivresse (art. 80 CPl\1). - L'art. 80, eh. 1, CPM, relatif au «scaudale causé en état d'ivresse », vise un délit spécial d'inobserva- tion de pres(•riptious de service. Il suppose que l'auteut·, malgré l'ivresse, était encore au tnoins pat·tiellement responsable lle ses agissements. J\llais si l'ivresse a atteint un degré tel que l'auteur a agi en état d'it·t·esponsabilité, l'a1·t. 30, eh. 2, devient alors applicable et l'a ete est «réprimé comme crime ou délit ». Un se ul et même acte ne peut tombet· simultanément sous le coup de ces deux dis- positions Iégales. - Est réservé le cas de l'actio libera- in eausa (art. 1 O, al. 2, CPJ\1 de 1927). Ebbrezza (at·t. 80 CPJ\tl). - La eif. 1 dell'at·t. 80 CPM pre- suppone cl1e il prevenuto, benche ubriaco, fosse ancora, almeno parzialmente, t·esponsabile. Se l'ubt·iachezza l1a t•aggiunto un grado tale da escludere completamente la t·espousabilità, la cif. 2 considet·a il reato della cit 1 quale «fatto represso come (\elitto ». E inammis- sibile di applicare, per il medesimo fatto, le due eift·e di questo articolo. Das Divisionsgericht stellt in für das Kassationsgericht bindender Weise fest, dass Trottrhann schon auf der Fahrt von Unterlunkhofen nach Rottenschwil sinnlos betrunken war. In diesem Zustande habe er durch V erletzung des militãrischen Anstandes õffentliches Ãrgernis erregt, das somit durch Begehung einer Dienstverletzung gemãss Art. 72 MStG hervorgerufen worden sei. Es liege demnach an sich Trunkenheit nach MStG, Art. 80, Ziff. 1 und Ziff. 2, vor. Allein der Umstand der õffent- lichen Ãrgerniserregung stehe weit mehr im Vordergrund als die Tat- sache, das s Trottmann durch sein V erhalten au eh no eh gegen die mili- tãrischen Anstandsregeln verstossen, mithin eine allgemeine Dienst- . vorschrift verletzt habe. Mit Rücksicht darauf, dass Art. 80, Ziff. 1 und Ziff. 2, MStG nicht gleichzeitig in Idealkonkurrenz anwendbar seien, erscheine es daher naheliegend, lediglich Art. 80, Ziff. 1, zur Anwendung ~u bringen. Der Auditor ficht diese Begründung als rechtsirrtümlich an. Wenn ein sinnlos Betrunkener sich anstõssig verhalte und damit den Tat- bestand einer Dienstverletzung erfülle, also eine als Vergehen bedrohte Tat verübe, so sei nur Art. 80, Ziff. 2, MStG, anwendbar. Diese Anfechtung ist begründet. Die Auslegung der Vorinstanz wird dem Verhãltnis von Ziff.1 und Ziff. 2 des Art. 80 MStG nicht gerecht. Der Gesetzgeber hat davon abgesehen, die Trunkenheit als solche als besonderes Delikt zu erfassen. Er hat sich darauf beschrãnkt, sowohl in Ziff. 1 wie in Ziff. 2 des Art. 80 MStG nur eine durch ihre Wirkung nach bestimmter Richtung gewissermassen qualifizierte Trunkenheit

No.14 - 28 - unter Strafe zu stellen. Nach Ziff. 1 muss in der Trunkenheit õffentliches Árgernis erregt worden sein. Es handelt sich um eine als Spezialdelikt normierte bestimmte Art einer Dienstverletzung. Dabei wird, wie aus der Gegenüberstellung mit dem in Ziff. 2 geregelten Trunkenheits- tatbestand hervorgeht, vorausgesetzt, dass der Tãter trotz seines trun- kenen Zustandes, wenn nicht mehr ganz, so doch mindestens noch teil- weise zurechnungsfãhig ist, also di e Fãhigkeit besitzt, das U nrecht sein er Tat einzusehen oder gemãss seiner Einsicht in das Unrecht der Tat zu handeln (Art. 10, Abs. 1, MStG). Andernfalls wãre er, vorbehãltlich der actio libera in causa, d. h. des Falles, « dass di e schwere Stõrung des Bewusstseins vom Tãter selbst herbeigeführt worden ist in der Ab- sicht, in diesem Zustande die strafbare Handlung zu verüben)) (Art. 10, Abs. 2, MStG), wegen mangelnder Schuld nach Ziff. l überhaupt nicht strafbar. Im Gegensatz hiezu befasst sich Ziff. 2 von Art. 80 MStG mit dem im Zustandt; der Unzurechnungsfãhigkeit zufolge selbstverschuldeter Volltrunkenheit delinquierenden Tãter: <<W er infolge selbstverschuldeter Trunkenheit oder Betãubung unzurechnungsfãhig ist und in diesem Zu- stand eine als Verbrechen oder Vergehen bedrohte Tat verübt, wird mit Gefãngnis bis zu sechs Monaten bestraft.)) Dabei wird der Tãter nicht für die im Zustande der Volltrunkenheit begangenen I-Iandlungen als solchen · bestraft, sondern dafür, dass er sich schuldhaft in d en Zu- stand d er U nzurechnungsfãhigkeit versetzte, in de m er si e beging. Di e begangenen Handlungen stellen lediglich e ine Bedingung d er Straf- barkeit dar. Das Abgrenzungskriterium gegenüber der Ziff. 1 ist darin zu er- blicken, ob die Trunkenheit, deren Bestrafung in beiden Fãllen im Vorder- grunde steht, einen die Zurechnungsfãhigkeit des Tãters ausschliessenden Grad erreicht hat oder nicht. Trifft ersteres zu, so erfasst Ziff. 2 auch die T'atbestandshandlung der Ziff. 1 als <<eine als Vergehen bedrohte Tat)). Erfolgt die Erregung õffentlichen· Árgernisses dagegen in einem die Zu- rechnungsfãhigkeit nicht ausschliessenden Zustande der Trunkenheit mit Wissen und Willen des Tãters, so trifft Ziff. 1 zu. Wird der Tatbestand der Ziff. l des Art. 80 MStG unter den ge- nannten Voraussetzungen von der Ziff. 2 mitumfasst, so entfãllt die Mõglichkeit eines Konkurrenzverhãltnisses, weil immer nur der eine oder der andere Deliktstatbestand vorliegen kann. Eine gleichzeitige Ver- letzung von Ziff. 1 und Ziff. 2 durch eine und dieselbe Handlung ist nicht denkbar. Der vom J{_assationsgericht in seinem Entscheide vom 22. Ja- nuar 1934 i. S. Clausen (Entsch. MKG 1926-1935, S. 134 f.) vertretene Standpunkt einer Gesetzeskonkurrenz in dem Sinne, dass bei Verletzung beider Bestimmungen durch die nãmliche Handlung Ziff. 2 vorgehe, kann daher nicht aufrechterhalten werden.