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MKGE 4 Nr. 139

MKGE 4 Nr. 139

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

303

No. 139

139.

Unzulassiglíeit der Êrgãnzung der Belveisführung im Kassa-

tionsverfahren (Erw. 1). -

Die Feststellung, o b sich ein Angelílagter

im Rechtsirrtum (Art. 17 MStG) befunden hat, ist tatsachlicher

Natur und der Überprüfung durch das MKG entzogen (Er\v. 2). -

Eine Disziplinarstrafe, ob vollzogen oder nicht vollzogen, schliesst

die nacbtrãgliche kriminelle Bestrafung nicht aus (Ausscbluss der

res iudicata) (Erw. 3).

Les p1·euves ne peuvent être comtllétées au cours de la procédure

de cassation (cons. 1). -

La constatation, sel o n laquelle Paccusé

a agi so us le coup d'une erreur de droit (art. 17 CPl\1), est un e

constatation de fait; elle est par conséquent soust1·aite à Pexa1nen

du TMC (cons. 2). -

Qu'elle ai t été subie ou no n, un e punition

disciplinaire n'empêche pas une condamnation pénale pour le même

fai t: la 1·egle «ne bis in idem » n'a i ei aucune application (cons .. 3).

N ella procedu1·a di cassazione le prove no n possono essere coin-

pletate (cons. l). -

La questione a sapere se l'in1putato si e o no n

si e trovato in un Cl'l'Ore di diritto (art. 17 CPl\1) e una constata-

zione di fatto; in conseguenza essa no n e soggetta all'esame de l

TMC (cons. 2). -

U na punizione disciplinare, che sia già eseguita

o meno, non esclude un' ulte1·iore condanna penale giudiziaria per

il medesimo fatto (no n e an11nessa~ in tale caso, Pexceptio re i

iudicatae) (cons. 3).

l. J)ie Beweisführung wird im Kassationsverfahren ni eh t ergãnzt;

das Militãrkassationsgericht hat auf Grund der von der Vorinstanz er-

hobenen Beweise zu urteilen. Daher kann weder die vom Beschwerde-

führer eingereichte Erklãrung des Kommandanten der Ortswehr Amsteg

berücksichtigt noch dieser Mann als Zeuge einvernommen werden. Auf

diese Beweismittel wãre nicht einmal im Revisionsverfahren abzustellen,

da d er Verurteilte de n erwãhnten Zeugen schon vor d em Terri torial-

gericht hãtte anrufen konnen; er hat dies aus eigenem Verschulden nicht

g etan.

2. Das Militãrkassationsgericht ist an die tatsãchlichen l'1'eststel-

lungen der Vorinstanz gebunden, denn die Begründung, mit welcher

sie gestützt werden, ist nicht willkürlich. Das gilt sowohl für die Fest-

stellung, der Beschwerdeführer sei sich bewusst gewesen, dass er den

Dienst in einer Unteroffiziersschule leisten müsse, als auch für die J'1'est-

stellung, dass er aus dem Schreiben des Obersten Brenni vom 15. Januar

1942 nicht herausgelesen habe, er sei bis 5. Oktober 1942 beurlaubt.