opencaselaw.ch

MKGE 4 Nr. 135

MKGE 4 Nr. 135 — Püntener e. T. G. 3 B.

Mkg · 1943-11-17 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

295

No. 135

. 11 giudizio di eassazione deve tener conto della pi·escriZione

ancl1e se no n vennero preseutate couclusioni al riguardo (art. 51 s s.

CPM; art. 192 OGPPM).

Die Verfolgung der Beschimpfung im Sinne des Art. 148 MStG

verjãhrt in sechs Monaten nach der Tat (Art. 148, Ziff. 3, Art. 52 MStG).

Di ese Frist ist im vorliegenden Fali e am 5. Aprill 943 abgelaufen. Si e hãtte

erstmals durch Einvernahme des Beschuldigten in der Voruntersuchung

unterbrochen werden konnen (Art. 53, Abs. 2, MStG). Diese Einvernahme

fan d erst am 7. Dezember 1943 statt. Sogar zur Z ei t d er Einvernahme

des Beschuldigten in de r vorlãufigen Beweisaufnahme (7. A p rii l 943)

war die Strafverfolgung schon verjãhrt. Das Territorialgericht hãtte

daher den Beschwerdeführer nicht verurteilen dürfen. Da dieser jedoch

nicht beantragt, das angefochtene lJrteil sei zur Freisprechung oder zur

Einstellung des Verfahrens aufzuheben, sondern lediglich die Gewãhrung

des bedingten Strafvollzuges begehrt, kann das lTrteil nicht aufgehoben

werden; d er Prüfung durch das Kassationsgericht unterliegen n ur die

gestellten Antrãge (Art. l 92 MStGO). Dagegen ist die Verjãhrung insofern

von Amtes wegen zu berücksich tigen, al s si e d er weiteren Behandlung

der Sache durch das l{assationsgericht im Wege steht; es fehlt an einer

Prozessvoraussetzung. In diesem Sinne hat das Kassationsgericht bereits

in einem Falle entschieden, in welchem die Strafverfolgung zwischen dern

erstinstanzlichen Urteil und dem Entscheid des Kassationsgerichtes ver-

jãhrte (Entscheid vom 25. September 1943 i. S. Jenny). Wie damals

ist dem Verfahren keine weitere J;'olge zu geben, womit die Rechtskraft

des angefochtenen Urteils endgültig gehemmt bleibt.

(17. November 1943, Püntener e. T. G. 3 B.)

135~

Get·üchteinacherei (Art. 2 Bundesi·atsbeschluss vom 4. August

1942 über Straf- und Verfahrensbestimmungen zum Scbutze der

Landesverteidigung uud d er Sicl1erheit (l er Eidgenossenschaft). -

Im Gegensatz zur alten Or(lnung · (Art. 3 Verordnung vom 28. 1\tlai

1940 betreffend Abanderung und Ergãnzung des 1\llilitarstrafgesetzes)

handelt es sich um eincn blossen Gefahrdungstatbestand.

P1·opagation de faux bruits (art. 2 ACF du 4 aoftt 1942 édictant

des dispositions pénales et de procédure pour assurer la défense

nationale e t la sécurité de la Confédération) : A la différence de la

législation antérieui~e (art. 3 de POrd. CF du 28 mai 1940 modifiant

et eomplétant le CPM), il suifit selon l'arrêté du 4 aout 1942, que les

propos tenus aient été de nature à jeter le trouble dans la population.