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MKGE 4 Nr. 128

MKGE 4 Nr. 128 — Rufener e. D. G. 3 B.

Mkg · 1943-09-25 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 128

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entscheidet, ob er von einer Bestrafung des aus eigenem Antrieb zurück-

getretenen Tãters Umgang nehmen will.

Der Beschwerdeführer ist aus eigenem Antrieb zurückgetreten, da

der Vollendung der Hehlerei kein Hindernis im Wege stand, auch kein

bloss vermeintliches. Nicht edle Beweggründe leiteten ihn jedoch, sondern

bloss die Tatsache, dass ihm der Kãse, weil angefressen, unappetitlich

schien. Daher ist weder von einer Bestrafung Umgang zu nehmen noch

die vom Divisionsgericht ausgesprochene Strafe herabzusetzen. Den

V ersuch milder zu bestrafen als das vollendete V erbrechen, liegt im

Ermessen des Richters (Art. 19, Abs. l, MStG).

D. Was für das Ansuchen auf Lieferung von I<.ãse, gilt objektiv

und subjektiv auch für das Ansuchen auf Lieferung von Fett und OI,

mit d em U nterschiede, dass es nicht Erfolg gehabt hat. Di e Vorinstanz

hat den Beschwerdeführer dieses Tatbestandes wegen der erfolglosen

Anstiftung zu Veruntreuung schuldig erklãrt. Das wãre richtig, "\Venn

Wm. St. auf das Ansuchen hin den (nicht ausgeführten) Entschluss

gefasst hatte, das verlangte Fett und OI zu liefern. Hiezu hat er sich

nie entschlossen; di e Anstiftung ist misslungen (vgl. Logoz, B em. 4 zu

Art. 24 StGB). Die Schuldigerklãrung wegen erfolgloser Anstiftung zu

Veruntreuung ist in diesem Sinne zu berücksichtigen. Zu milderer Be-

strafung gibt dies nicht Anlass, da sowohl auf die erfolglose als auch auf

die misslungene Anstiftung Art. 22, Abs. 2, MStG anwendbar ist und die

Vorinstanz in tatsãchlicher Hinsicht nicht verkannt hat, dass Wm. St.

nie entschlossen war, dem Begehren des Beschwerdeführers zu entsprechen.

(25. September 1943, Rufener e. D. G. 3 B.)

128.

De r Begriff de r «W acl1e » (Art. 76 l\ISt G) umfass t alle Arte n

des Wachtdienstes, gleichgültig, ob er im Dienstreglement (DR

Ziff. 201 ff.) vorgesehen ist oder ni eh t.

P ar « garde » au sens de l'a1·t. 7H CPl\1, i1 iaut entendre to us les

genres du service de garde; il est indiifét·ent que le Reglement de

service (eh. 201 sq. RS) les mentionne ou no n.

L'art. 76 CPl\1 concet·ne qualunque servizio di guardia, anche

se no n indicato ne l regola1nento di .servizio (cii. 201 ss. RS).

A. Der Kassationsklãger ficht seine Verurteilung nach Art. 76 MStG

wegen wiederholter Wachtvergehen mit der Behauptung als gesetzwidrig

an, d er Grenzpolizeidienst sei kein W achtdienst gewesen. Di e W a eh en

seien nicht aufgeführt worden wie Schildwachen und hãtten den Helm

nicht getragen.