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MKGE 4 Nr. 125

MKGE 4 Nr. 125

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- 271 - No. 125 MStG), sondern auch des Dienstpfliehtbetruges (Art. 96 MStG) schuldig erkannt. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe -bezieht sich samthaft auf beide J)elikte. Nach Art. 2 der VO ist der n1ilitãrische Strafvollzug für das Vergehen des Dienstpflichtbetruges (Art. 96 MStG) nicht zulãssig. Infolgedessen konnte die Gewãhrung des militãrischen Strafvollzuges ni eh t in Betracht kommen. W elches d er bei d en Delikte im Sinne von Art. 49 MStG als das schwerere erscheint, ist in diesem Zusammenhang unerheblich. (8. September 1943, Meyer e. D. G. 9 A.) 125. Abgi~enzung de1~ fal1rlassigen V eTletzung militariscllel~ Gebeim- nisse gemass A1·t. 86, Ziff. 3, und A1·t. 106, Ziif. 2, l\riStG (Fassung von AI~t. 4 Vei·o1·dnung vom 28. 1\!lai 1940 betreffend Abanderung un d Erganzung des l\ililitai·strafgesetzes). - W er bei d er Bekannt- gabe militariscl1er Gcheimnisse an Unberecl1tigte nicbt crlrennen }{onnte, dass sich unte1· diesen der Agent eines fren1den Staates befand, }{ann nur gemass A1·t. 106, Ziif. 2, MStG ve1·urteilt \Verden (Erw. A un d C). - Begriff de r « Õffeutliclll{eit » im Sinne tles Art. 86, Ziff. 1, Abs. 1 und 2, l\IIStG (E1·\v. B). Violation de secrets militaires. - Tandis que l'art. 86, cb. 1, al. 2, CPl\tl vise le cas ou le secret militaire est 1·évélé à un Etat étranger, à un de ses agents ou au public », l'art. 106, eh. 1, al. 2 (remplacé par l'art. 4 de l'01·d. du 28 mai 1940 modifiant le CPM) trouve application dans tous les autres cas ou le secret militaire est révélé à des « 11ersonnes n'y ayant p as droit » (cons. A). - N'est p as révélé «au public » au se n s de l'art. 86, eh. 1, at 2, CPl\1, le secret rnilitaire cotnmuniqué à un ce1·cle de personnes si restreint que l'auteur n'a pas de raison de penser f!u'un Etat étt·ange1· ou un de ses agents 11uisse sans aut1·es en avoir connaissan~e (cons. B). - Celui qui, en faisant connait1·e des sec1·ets 1nilitaires à des «pei·- sonnes n'y ayant pas droit », ne pouvait pas s'apercevoir que, parmi ces personnes, se trouvait tin agent d'un Etat étranger, ne peut être condamné qu'en application (le l'art.106, cl1. 2, CPM (cons. C). Differenza t1·a la violazione colposa di segreti militari pre- vista dall'ar t. 86, cif. 3, CPl\il e quella de li' at·t. 106, cif. 2, CPl\11 (nclla dizione dell'art. 4 dell'Ord. del 28 maggio 1940 che modifica e completa il CPl\1). - Chi, nella comunicazione di segreti militari

No. 125 272 a terze pet·sone, che no11 ne ba1111o diritto, no11 poteva riconosee1·e che fra esse si t1·ovasse un agente di uno Stato estero, puõ esset·e condannato so lo in base all'a1·t. 106, cif. 2, CPM (eons. A e C). - Concetto di « pubblico » a' sensi delP a1·t. 86, cif. 1, cp. 1 e 2, CPM (cons. B). A. Die innere Einstellung des Tãters ist kein Kriterium für die Entscheidung d er Frage, o b di e fahrlãssige V erletzung militãrischer Ge- heimnisse unter Art. 106, Ziff. 2, oder unter Art. 86, Ziff. 3, MStG fãllt. Denn auf die Einstellung dessen, der bloss fahrlãssig handelt, kommt nichts an. Wer die Absicht hat, durch Mitteilung eines militãrischen Geheimnisses die Interessen des Landes preiszugeben, handelt nicht fahr- lãssig, sondern vorsãtzlich. Wollte man jeden, der die Interessen des I~andes nicht hat preisgeben wollen, statt nach Art. 86, Ziff. 3, nach Art. 106, Ziff. 2, MStG bestrafen, so bliebe für die Anwendung der erst- genannten Bestimmung überhaupt kein Raum. l)as unterscheidende Merkmal liegt vielmehr darin, dass nach Art. 86 MStG das Geheimnis einem fremden Staat, dessen Agenten oder der Üffentlichkeit bekannt oder zugãnglich gemacht worden sein muss, wãhrend Art. 106, Ziff. 1, Abs. 2, MStG (Fassung laut Verordnung vom 28. Mai 1940) alle anderen Tatbestãnde erfasst, in denen das Geheimnis einem Unberechtigten zu- gãnglich gemacht oder sonst preisgegeben worden ist. B. Der Begriff der Üffentlichkeit im Sinne des Art. 86 MStG hat nichts zu tun mit der Frage, ob die Tat offentlich begangen worden sei, etwa im Sinne des Art. 101, Abs. 1, MStG (offentliche Beschimpfung einer Militãrperson) o d er des Art. 159, Abs. 1, MStG (offentliche un- züchtige Handlungen). Die Preisgabe eines militãrischen Geheimnisses an die Üffentlichkeit ist der Preisgabe an einen fremden Staat oder dessen Agenten deshalb gleichgestellt worden, weil eine der Üffentlichkeit be- kannte 1'atsache ohne Schwierigkeit auch von einem fremden Staat oder dessen Agenten in Erfahrung gebracht werden kann, so z. B. wenn sie in der Presse oder im Rundfunk veroffentlicht worden ist. Ist der Kreis de r U nberechtigten, denen e in militãrisches Geheimnis dir ek t o d er indirekt mitgeteilt wird, so klein, dass nicht damit gerechnet zu werden braucht, jene Mitteilung ermogliche dem fremden Staat oder dessen Agenten die mühelose Kenntnisnahme, so kann von einer Preisgabe an die Offentlichkeit nicht gesprochen werden. So ist es im vorliegenden Falle, "\VO lediglich feststeht, dass etwa zehn G-ewerbeschüler und ein Lehrer von dem, was ihnen der Angeklagte eroffnet hat, Kenntnis er- halten haben. Die Moglichkeit, dass diese Personen das Geheimnis weitergegeben, fãllt ausser Betracht, da nicht festgestellt ist, ob eine solche Weitergabe tatsãchlich stattgefunden hat. C. Obj ektiv ist d er Tatbestand des Art. 86, Ziff. 1, Abs. 2, MStG erfüllt, weil Boni, der sich unter den Zuhorern des Angeklagten befand