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MKGE 4 Nr. 122

MKGE 4 Nr. 122 — Revisionsgesuch Wolf und Kons. e. T. G. 2 B.

Mkg · 1943-09-07 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 122 - 266 - prétée dans un sens large. 11 suffit, pour que l'art. 179 CPM soit applicable, que la déposition fausse ai t p u exercer u ne influence s ur l'enquête. O r il ne fait pas de doute qu'en l'espece, les déclarations mensongeres de Bloch pouvaient être de nature à égarer le juge d'instruction dans ses recherches. (7 septemhre 1943, Bloch e. T. l). 1 B.) 122. Revision (Art. 199 ff. l\IStGO): Begriff der «ncuen Tatsachen und Be\veismittel » (E1·\v. C). - Allgen1ein gehaltene Behauptungen bilden lieine genügeude G1·undlage fiir ein Revisionsbegeh1·eu. - De r Gesuchsteller hat di e N eul1eit uud EI·heblichlieit d er Tat~aclteu uud Be\veismittel da1·zutun uud alles Nõtige zur Abklarung des Sacbve1·baltes und llei·beischaffung der Beweismittel zu veraulassen (Erw. D). Revision (art. 199 sq. PPM): Nótion des «faits et moyens de preuve nouveaux » (cons. C). -· Le 1·ecourant doit indique1· de façon 1n·écise les faits e t moyens de preuvc qu'il entcnd in v o quer; de simples allégations géné1·ales sont insuffisautes. - ll appartient essentiellen1ent au recourant de démontt·er la nouveauté et l'im- portance des faits et moyens de preuve, et aussi (le faire tout ce qui est nécessaire pour ap11orter ces n1oyens de preuve et pour éclaircir Pétat (le Paffairc (cons. D). llevisione (art. 199 ss. OGPPl\tl): Concetto di «fatti e mezzi di prova nuovi » (cons. C). - Af:Ler1nazioui geuei·icbe uon possono costituire la base di una domanda di revisione. Il 1·icbiedente deve dimostra1·e la novità ed hnportauza (lei fatti e mezzi di prova e fare tutto il necessario per chiarire i fatti e p1·odurre questi mezzi di p1·ova (cons. D). C. Gemãss Art. 199, Abs. 1, MStGO kann der Verurteilte jederzeit auf Grund neuer, für die Verteidigung erheblicher 1~atsachen oder Beweis- mittel die I~evision eines durch rechtskrãftiges Urteil geschlossenenmilitãr- gerichtlichen Verfahrens verlangen. Nach der stãndigen I1.echtsprechung des Kassationsgerichtes sind nur solche Tatsachen und Beweismittel als neu zu hetrachten, die das urteilende Gericht nicht kannte und von denen überdies d er Gesuchsteller o h ne sein Verschulden in der 1-Iauptverhandlung ni eh t Gebrauch g ema eh t hat; urid erheblich sin d solche ne u angeführten Tatsachen oder Beweismittel dann, wenn sie wichtig genug sind, um das frühere Beweismaterial als in wesentlichen Punkten zuungunsten des

- 267 - No. 123 Gesuchstellers lückenhaft erscheinen zu lassen und eine neue BeurteHung des Falles zu rechtfertigeri (Entscheidungen MKG Bd. 3, No. 67, No. 124). D. Was der Vertreter der Gesuchsteller zur Begründung der Re- visionsbegehren vorbringt, sind nicht Tatsachen oder Beweismittel im Sinne von Art. 199, Abs. l, MStGO, sondern allgemein gehaltene ~e­ hauptungen, durch die nicht dargetan wird, welche unlauteren Mqchen- schaften zum Nachteile der schweizerischen Armee Oberst St. und Despland zur Last fallen sollen. Die Aufstellung solcher Behauptungen bildet keine genügende Grundlage für ein Revisionsbegehren, auch wenn damit der Antrag verbunden wird, Erkundigungen bei einer Amtsstelle einzuholen und amtliche Akten beizuziehen. Der Gesuchsteller hat die Tatsachen oder Beweismittel, auf die er sein Revisionsbegehren stützen will, genau zu bezeichnen. Es ist grundsãtzlich Sache des Gesuchstellers, im einzelnen darzutun, welche Tatsachen und Beweismittel nen und für di e V erteidigung erheblich sein sollen, un d diese Beweismittel na eh Mõg- lichkeit selbst zu beschaffen und auch dem Kassationsgericht zu unter- breiten. Wohl hat nach Art. 200, Satz 2, MStGO das Kassationsgericht über das Revisionsbegehren ccnach vorgãngiger lJntersuchung der Sache>> zu entscheiden. Diese Bestimmung kann aber nicht den Sinn haben, dass das Kassationsgericht verpflichtet wãre, auf eine blosse Behauptung des Gesuchstellers hin selbst alles N õtige zur Abklãrung des Sachverhaltes und zur Herbeischaffung von Beweismitteln zu veranlassen (Entschei- dungen MKG Bd. 2, No. 37). (7. September 1943, Revisionsgesuch Wolf und Kons. e. T. G. 2 B.) 123. Zustandigl{eit det~ J\ililitargerichte. - Für die Unterstellung unter das l\ililitarstraft·echt und die l\lilitarsti·afgerichtsbarl{eit ist cs unerl1eblich, ob eine Zivilpei~son die verletzte Person als An- gebõt~igen der Armee oder die bett·offene Sache als solcl1e, die der Armee dient, et~I{annt hat (Art. 1 Verordnung vom 28. l\lai 1940 betreffend Abandet·ung un d Erganzung des MStG). La juridiction Ulilitaire cst COIDilétente en VCI~tu de l'art. 1 er de l'Ord. du 28 mai 1940 modifiant et complétant le CPl\!1, sans égard au fait que l'auteur de l'acte inc1·iininé a t·econnu ou non dans la personne lésée ou dans la chose en cause une personne appat·tenant ou une cl1ose set·vant à l'armée. Competenza dei tribunali militari. Un civile e sottoposto al diritto penale militat·e ed alia giurisdizione dei tt·ibunali militari

No. 123 - 268 anehe se non ha saputo che la persona lesa apparteu~va al- l'esercito o che l'oggetto del reato se1·viva allo stesso (art. 1 dell'Ordinanza del 28 maggio 1940 ehe modifica e eompleta il CPM). Am Abend des 19. November 1942 begab sich HD Ernst Suter von M ettlen aus, wo er i m Dienste stand, na eh der Rugisbdlm, um seine Zeltdecke zu holen, clie er z.viihrend der Tagesarbeit ddrt halte liegen lassen. Er trug M ilitiirhose un d Lismer, dagegen zveder Watfen- rock noch Mütze. So betrat er gegen 20.30 Uhr den Gaden der Wiilve W as er, in zvelchem er di e Zeltdecke vermutete. Als er auf der Suche eine Stalltüre õffneie, ·entwich ein Schzvein. Suter sprang thm um den Gaden herum nach, um es einzufangen. Dabei wurde er im Mond- schein von dem etwa 70 m enifernten Wohnhaus aus uan Wwe.Waser, Alfred N iederberger und Franz Odermatt beobachtet. Di ese drei glailb- ten, er sei Z ivilperson, un d vermuteten in ihm e in en Di e b. N ieder- berger und Odermatt, mii Stocken bewaffnet, verfolgten Suter, tviihrend Wwe. W as er das Schwein, um tvelches si eh der Flüchtende nicht mehr bekümmerte, in den Stall zurücktrieb. Odermatt holte Suter zu~rst ein und versetzte ihm einen Stockhieb auf den Kopf. Der Geschlagene konnte sich z.vieder erheben und flüchtete zveiter. Etzva 50 m vom Gaden enifernt holten ihn Odermatt und Niederberger nochmals ein. Auf die Frage des letzteren, w er er sei, schwieg Suter, zvorauf N ietlerbetger und Odermatt ihn zu Boden prügelten und auch dann nicht sofort aufhõrten, als er sich als Soldat zu erkennen gab. Suter erliit ver- schiedene Schiidelbrüche und eine schwere Hirnerschütterung. Seine Verletzungen erforderten liingere Spitalbehandlung und hatten mehr- monatige vollstiindige Arbeitsunfiihigkeit zur Folge. Wer eine zur Armee gehorende Person vorsãtzHch verletzt, unter- steht für diese Tat "\Vãhrend der Dauer des gegenwãrtigen Aktivdienstes dem Militãrstrafrecht und damit der Militãrstrafgerichtsbarkeit (Att. l, lit. a, der Verordnung vom 28. Mai 1940 betreffend Abãnderung und Ergãnzung des Militãrstrafgesetzes, Art. 218 MStG). Ob der Tãter von der Zugehorigkeit des Verletzten zur Armee Kenntnis gehabt hat, ist nicht erheblich. Die Unterstellung unter das Militãrstrafrecht und die Militãrstrafgerichtsbarkeit hãngt bloss von objektiven Voraussetzungen ab. In diesem Sinne wurde wiederholt, schon unter altem Recht, ent- schieden (MKGE 1915-1925, No. 77 und 83). Das geltende Militãr- strafgesetz steht nicht auf anderem Boden. Sein Art. 16, der bei irrtüm- licher Vorstellung des Tãters über den Sachverhalt die Tat zugunsten des Tãters nach dem Sachverhalt beurteilt wissen will, den sich der Tãter