opencaselaw.ch

MKGE 4 Nr. 114

MKGE 4 Nr. 114

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 114 - 248 - denn es war ihm nicht zuzumuten, dass er sich durch seine Angaben der Bestrafung wegen militãrischen Landesverrates aussetze, bloss um die V erurteilung wegen Widerhandlung gegen di e V erordnung vom 22. Sep- tember 1939 abzuwenden. (21. Mai 1943, Revisionsgesuch Wohler e. D. G. 8.) 114. Raubvet·such (At·t. 19 f., 130 MStG). Abgrenzung von d er ni eh t strafbaren Vot·bereitungsllandlung (Erw. A). - Vollendeter, un- vollendeter oder untauglicher Betrugsvet·sucb? (At·t. 19 f., 1361\IStG) (Erw. C). Brigandage (art. 130 CI1J\:I). Tentative de brigandage ou a ete s préparatoires non punissables (art. 19 sq. CPl\1) (cons. A).- Escro- querie (at·t. 136 CPM). Délit manqué, tentative ou délit .impossible? (art. 19 sq. CPl\1) (cons. C). Tentativo (\i ra p ina (art. 19 s s. e 130 CPl\11). Diffet·enza tt·a tentativo e atti }ll"epai·atoi·i no n punibili (cons. A). - Truffa (art. 136 CPl\1). Reato mancato, reato tenta to o t•eato impossibile? (art. 19 s s. CPl\1) (cons. C). Der Bescluverdetührer Diener rückte am 2. Nauember 194'2 mii cle1n Stab Sch. F. Ilb. Abt. 50 zum Aktiudienst ein. Am 14. Nauember 1942 begab er si eh wiihrend eines dreiiiigigen U rlaubes an sein en W ohnari Gent in der Absichi, dari e in Darlehen autzunehmen, um . ihn driingende Gliiubiger betriedigen zu konnen. Er war durch die · Verweriung einer uan ihm gemachien Ertindung beireftend e ine ma- gnetische Abhebeuarrichiung tür H abelmaschinen in Schulden g er aten. Am 16. Nauember 1942 reisie er nach Zürich zu seinen1 Bruder Ilein- rich Diener, nachdem seine Bemülzungen in Gent ertalglas geblieben waren. Als ilzm sein Bruder erottneie, dass auch von seiien seiner in Zürich wahnhatten M uit er ke ine tinanzielle H i l te z u erLvarien sei, erklãrie er, dann uniernehme er einen «Krampf>), d. h. er versuche au f verbreclzerische W eis e in den Besitz uan Geld zu gelangen. Er erkuncligte sich bei seinem Bruder, cler Angesiellier einer Grossbank in Zürich gezvesen war, naclz einer gui siluierien Persan, waraut ihn sein Bruder aut den in Zürich-Albisrieden wohnhatten Landwiri Fritz Ilaller autmerksam machie. Aut ielephanische Erkundigung bei der Bank erhielt Diener, der sich als Angesiellter einer Filiale

249 - No. 114 ausgab, d en Bescheid, das s das Kon to des H aller am H auptsitz d er Bank in Züriclz geführt luercle. N ach Auskundschaftung cler Lage des Heimlvesens Haller in Albisrieden begab sich cler Beschwerde- führer in die Wohnung seines Bruders und zog clort Zivilhosen über seine Militiirhosen und einen Zivilmantel an. Den Uniformkragen stülpte er um uncl bancl ein schwarzes Tuch um den Ilals. Daraufhin ri e f er in einer Telephonkabine ca. 17.15 den Landwirt II aller an, um seine Stimme kennenzulernen uncl bot ihm Gemdlde zum J{aufe an. N achher lduiete er der Bank au f, zvobei er si eh als > ausgab uncl ersuchie si e um unverzügliche Überbringung von Fr. 12 000 nach Albisrieclen. Die Bank erklarte, im Augenblick ke in en A usldufer z ur Verfügung z u haben, sicherte ihm aber di e Zustellung des Betrages durch eine sofortige Postexpress-Sendung binnen etwa einer halben Stunde zu. Diener begab sich anschliessend in di e N dhe des H eimwesens H aller. Di e Bank erkundigte si eh noch bei H aller, o b er den A uftrag erteilt habe. A ls er dies uerneinte, benachrichtigte sie die Kantonspolizei, die ein leeres Couuert express li aller zusiellen liess. H aller seinerseits hatte inzlvischen die Stadt- polizei benachrichtigt, die den Beschzverdeführer Diener uerhaftete, bevor der· Postbote erschien. A. Gemãss Art. 130 lVIStG macht sich des Raubes schuldig, >. l) i e Ausführungshandlung erfordert darnach e in gewaltsames Einwirken auf den Ciewahrsamsinhaber, durchdas sein Wider- stand gebrochen oder vereitelt werden soll. Von einem Raubversuch kann somit erst die Rede sein, wenn der 1'ãter n1it der Gewaltanwendung oder der Drohung zum Zwecke der Wegnahme der Sache begonnen hat. Wie d er V erteidiger mit Recht geltend ma eh t, ist di ese Voraussetzung hier nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer konnte mit der Tatbestands- handlung der Gewaltanwendung deshalb nicht beginnen, weil er verhaftet wurde, bevor der Postbote überhaupt auf dem Platze erschien. C. l) i e V erurteilung wegen vollendeten Betrugsversuches ficht d er Verteidiger nlit der Behauptung an, es liege hochstens ein unvollendeter Versuch vor, sofern nicht überhaupt ein untauglicher Versuch anzunehmen sei. Von letzterem kann von vorneherein keine Rede sein. Die in Be- reicherungsabsicht vorgenon1n1enen 'Tãuschungshandlungen des Be- schwerdeführers waren an si eh geeignet, eine V ermogensschãdigung d er Bank herbeizuführen, und Diener war sich dessen auch bewusst. Er hat alles zur Herbeiführung dieses Erfolges seinerseits Erforderliche getan.