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No. 102 -· 222 - fasst, ãndert nichts d ara n, das s er mit d er A usführung zwei selbstãndige Handlungen begeht, die den Tatbestand real konkurrierender Delikte erfüllen. (13. Mãrz 1943, Lisik und Kons. e. T. G. 3 A.) 102. Begi~iff des «militarischen Geheimnisses » (Art. 86 und 106 l\IStG).- Fiir die Entscheidung, ob ein Al{tenstück als militãrisches Gel1eimnis zu beti~acbten sei, l{oinmt es einzig auf seinen Inhalt an und nicbt darauf, \Vie es von den beteiligten Stellen administrativ behaudelt lvird (Erw .. A). - Begi~iff des « Ansichnehmens » (Art. 106 MStG) (E1·w. B). - \Ver militarisclt geheiinzuhaltende Gegen- stande einfach liegeu lasst, ohn~ sicb \Veiter um sie zu kümmern, handelt iabrHissig (Er\v. D). N otion du « sec1·et militaire » (art. 86 e t 106 CPJ\11). - P o ur décider si un docun1ent (loit être qualifié de « secret », il faut s'en rapportei~ uniquemeut à son contenu, non à la maniere dont les organes ad1I1inistratifs intéressés en fo n t usage (cons. A). - N otion de la « prise de 11ossession » (art. 1 OG CPl\11) (cons. B). - Se re n d coupable de négligence, celui qui simplement laisse traine1·, sans s'en occuper autrement, des «eh o ses» qui doivent être gardées secretes dans Pintérêt de la défense nationale (cons. D). Concetto di « segreto militare » (art. 86 e 106 CPM). - P er giudicare se un documento costituisca un segreto militare fa stato solo il suo contenuto e non il valore ebe gli attribuiseono gli uffici amministrativi (cons. A). - Concetto dell' «impossessa1·si » (art.106 CPl\11) (cons. B).- Chi lascia giacenti cose militari da tenere segrete e no n se ne occupa p iu, agisce 11e1~ negligenza (cons. D). A. Die Kassationsklager Albiker, Meyer Willy und Rosa sowie Meyer Emil erblicken eine Gesetzverletzung in der Annahme des Territorial- gerichtes, dass der Geschossplan und die Handskizze Gegenstãnde im Sinne des Art. 106 MStG darstellen, die mit Rücksicht auf die Landes- verteidigung geheimgehalten werden. Die Vorinstanz geht vom Begriff des militãrischen Geheimnisses aus, wie ihn das Militãrkassationsgericht in seinem Entscheide vom 2.August 1940 i. S. Schãr (Entscheidungen MKG 1936-1940, S. 188 ff.) festgelegt und seither in stãndiger Praxis festgehalten hat. Auf Grund der Ausführungen des beigezogenen militãrischen Sachverstãndigen ist sie zur Auffassung gelangt, dass die aus den Plãnen ersichtlichen Ober-
223 - No. 102 flãchen- und Toleranzmasse des Geschosses 1m Interesse der Landes- verteidigung geheimzuhalten sind. Die hiegegen gerichteten Einwendungen der Beschwerdeführer sind unbegründet. Für die Entscheidung, ob ein Aktenstück als militãrisches Geheimnis zu betrachten ist, kommt es einzig auf seinen Inhalt an und nicht darauf, wie es von den beteiligten Stellen administrativ behandelt wird. Die Anbringung eines Stempelaufdruckes > ist daher so wenig ent- scheidend ftir den Geheimcharakter wie der im vorliegenden Falle an- gebrachte Stempelaufdruck, dass der Plan ohne schriftliche Einwilligung d er KT A weder kopiert, vervielfãltigt no eh Drittpersonen mitgeteilt oder zugãnglich gemacht werden darf. Die Vorinstanz hat übrigens diesem Stempelaufdruck kein ausschlaggebendes Gevvicht beigemessen, sondern auf die Aussagen des Sachverstãndigen der KTA abgestellt. Ob die erwãhnten Masse des Geschosses auch auf anderem Wege mehr oder weniger leicht erfahren werden konnen, ist unerheblich. Es genügt, dass sie gegenüber dem Ausland geheimgehalten werden sollen, und dass es daher für einen fremden Staat einer besonderen Tãtigkeit bedarf, um sie in Erfahrung zu bringen. Ebensowenig wird der Geheim- charakter dadurch aufgehoben, dass die Geheimhaltung durch die in Frage kommenden amtlichen und militãrischen Stellen keine vollstãndige ist un d sein kan n. O h ne Bedeutung ist schliesslich au eh d er W ert, de n die geheimen Tatsachen für den fremden Staat haben konnen. Die Kassationsbeschwe.rde der Eheleute Meyer und des Meyer Emil, die sich einzig gegen die vorinstanzliche Annahme des Geheimcharakters der Plãne richten, sind deshalb als unbegründet abzuweisen. B. Der Kassationsklãger Albiker wendet weiter ein, er habe den P lan ni eh t «widerrechtlich an si eh genommen)), sondern wãhrend sein er Anstellung rechtmãssig erhalten und besessen. Bei seiner Entlassung hãtte er ihn allerdings zurückgeben sollen, allein das Zurückbehalten konne nach dem Wortlaut des Art.l06 MStG nicht einem rechtswidrigen Ansichnehmen gleichgesetzt werden, wie di e V orinstanz annehme. Auch diese Anfechtung geht fehl. Wie das Kassationsgericht am
6. Juni 1942 i. S. Güdel entschieden hat, hat der Begriff des) z. B. in Art. 129 MStG. F_::r setzt nicht eine aktive T'ãtigkeit, ein positives 'Handeln voraus, viel- mehr genügt au eh das >o d er das<< In-Empfang-nehmen)) eines Gegenstandes, auch wenn die Übergabe ohne Zutun des Empfãngers erfolgt. Der rechtmãssige Besitz des Albiker an den Plãnen wurde zu einem widerrechtlichen, als Albiker diese Gegenstãnde bei seiner Ent- lassung unbefugt zurückbehielt. W ollte ma n mit d em Verteidiger an- nehmen, Albiker habe damals die Plãne vergessen gehabt, so bekundete