opencaselaw.ch

MKGE 3 Nr. 8

MKGE 3 Nr. 8

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 8 - 14 question, le jugement s'est borné (ef. art. 161 A, eh. 2, lit. e, PPM) à mentionner l'art. 72 CPM dont ~l a fait application. Quant à savoir s'il y a lieu, dans d'autres cas ou la violation d'un reglement ou d'une prescription générale de serviee serait moins évidente, de mentionner dans l'acte d'aceusation d'abord, puis dans le jugement, les dispositions réglementaires qui auraient été violées, il n'appartient pas au l'ribunal de eassation de trancher cette question dans le présent arrêt et d'une façon générale. C'est semble-t-il plutôt une question d'especes, au sujet de laquelle l'Auditeur en ehef a le pouvoir d'émettre les instructions administratives qu'il jugerait utiles. (26 octobre l 936, Canonieo e. T. D. l.) 8. Vot~aussetzungen {ler Zusprechung des Revisionsbegel1rens (MStGO Al~t. 199)~ Bestatigung dei~ bisberigen Praxis (EI~w. A). - Ein nach der Hauptverbandlung eingeholtes Gutacbten über den Geisteszustan<l des V eru1·teilten li:ann ein « neues Beweismittel » dar- stellen (Erw. B). - Die Einstellung des Strafvollzuges nach l\IStGO AI~t. 201 ~ Abs. 2~ li:ann durch d en P1·asidenten des 1\IK G gescbeben~ unter Voi~behalt <ler Genehmigung seitens des Gesamtgerichts. Conditious auxquelles une de1nande de revision (art. 199 PPM) peut êti~e admise. Confirmation de la jurisprudence (cons. A). - Un rappo1·t sur l'état meutal du condamné~ établi apres le jugement~ peut constituer uu moyeu de preuve nouveau (cons. B). - Le Président du Tl\IC peut suspendre l'exécution de la peine en vertu de l'ai~t. 201 ~ al. 2~ PPl\11~ so us réserve de ratification p ar le Tribunal. Condizioni per l'ammissione di una domanda di revisione (art. 199 OGl\1). Conferma della giurisprudenza (cons. A). - Una perizia sullo stato mentale del condannato~ eseguita dopo la sen- tenza~ puõ costituire un mezzo di prova nuovo (cons. B). - li pre- sidente del tribunale 1nilitare di cassazione puõ sospendere la ese- cuzione della pena~ risei~vata la ratifica del tribunale. A. Gemãss Art. 199 MStGO kann der Verurteilte jederzeit auf Grund neuer, für die Verteidigung erheblieher Tatsachen oder Beweismittel die Revision (Wiederaufnahme) eines dureh rechtskrãftiges Urteilgeschlossenen militãrgerichtlichen V erfahrens verlangen. N e u sin d- wie das Kassations- gericht in stãndiger Reehtsprechung entschieden hat - Tatsachen und Beweismittel, die das urteilende Gericht nieht kannte und von denen überdies der Revisionsklãger ohne sein Verschulden in der Hauptverhand-

15 No. 8 lung ni eh t Gebrauch g ema eh t hat; un d erheblich sin d solche neuangeführte Tatsachen oder Beweismittel dann, wenn sie wichtig genug sind, um das frühere Beweismaterial als in wesentlichen Punkten zuungunsten des Revisionsklãgers lückenhaft erscheinen zu lassen und eine neue Be- urteilung des Falles zu rechtfertigen, wobei freilich genügt, wenn hiedurch im Gegensatz zum angefochtenen Urteil das Vorhandensein allgemeiner oder spezieller 1\filderungs- oder Minderungsgründe dargetan wird. Die Revisionsinstanz muss sich daher die Frage vorlegen, ob das Divisions- gericht, wenn es di e neuen, zugunsten des V erurteilten angeführten Tat- sachen oder vorgelegten Beweismittel gekannt hãtte, voraussichtlich zu einem andern Urteil gelangt wãre (vgl. Entscheide MKG 1926-1935, No. 30, S. 92 ff.). B. Ein neues ·Beweismittel im Sinne des Art. 199 MStGO kann nun, wie das Kassationsgericht schon mehrfach entschieden, auch in einem von einem vermindert zurechnungsfãhigen V erurteilten nachtrãglich über seinen Geisteszustand eingeholten Gutachten erblickt werden, da von einem solchen Menschen nicht verlangt werden kann, dass er sích von sich aus schon vor der Hauptverhandlung einer psychiatrischen Expertise unterziehe oder dass er eine solche in der Hauptverhandlung beantrage, um dadurch den Nachweis seiner mangelnden oder verminderten Zu- rechnungsfãhigkeit zu erbringen; denn solche Le u te sin d si eh in d er Regel ihres Zustandes gar nicht bewusst (vgl. statt vieler Entscheide MKG 1926-1935, No. 41, S. 121 1). Dies war offensichtlich auch vor- liegend der Fali. Niemand dachte im Zeitpunkt der Hauptverhandlung an einen kõrperlichen oder geistigen Defekt des K., so dass dessen Zu- rechnungsfãhigkeit dem Divisionsgericht, ohne dass von ihm überhaupt nach dieser Richtung irgendwelche Erhebungen angestellt wurden, im vollen Umfange als gegeben erschien. Durch die nachtrãglich erfolgten Begutachtungen wurde nun von Sachverstãndigen festgestellt, dass K. sei t l 931, al so au eh im Zeitpunkt d er T at, an sein er Hyperthyreose gelitten habe, so dass infolge der dadurch verursachten Herzbeschwerden und nervõsen Stõrungen seine Leistungsfãhigkeit und damit auch seine Fãhigkeit, gemãss seiner Einsicht in das Unrecht seiner Tat zu handeln, nach psychiatrischem Ermessen herabgesetzt gewesen sei. Es ist nicht Sache der Revisionsinstanz, diese Feststellungen auf ihre materielle Richtigkeit und Zuverlãssigkeit hin zu prüfen. Es genügt, dass diese nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen sind. Das kommt aber nicht in Frage; denn die Gutachten, di e auf einer fachmãnnischen Unter- suchung des K. beruhen, erwecken einen durchaus seriosen Eindruck. Bei dieser Sachlage kann ihnen aber der Charakter neuer, für die Ver- teidigung erheblicher Beweismittel nicht abgesprochen werden, da an- genommen werden muss, dass das Divisionsgericht bei deren Kenntnis

1) Weitere Bestãtigungen dieser Praxis (Erw. A und B) im Urteil des 1\IK.G vom 9. Oktober 1937, \Veber e. D. G. 5a.