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MKGE 3 Nr. 68

MKGE 3 Nr. 68

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

- 145 No. 68 in d em j enigen d er Armee e ine W eiterdauer des verfügten .A .. usschlusses rechtfertigt, so steht ihm anheim, bei der Abteilung für Sanitãt des Armeestabes in Bern eine sanitarische U ntersuchung zu beantragen, auf · Grund derer dann von cler zustãndigen administrativen Behorde unter lTmstãnden die Wiederaufnahme in die Armee verfügt werden kann. (20. Mãrz 1940, Revisionsbegehren des J. Sch. e. D. G. 7.) 68. Der unter falscl1em Namen als IIilfsdienstpflichtiger Dienst- leistende untersteht der 1\;lilitarstrafgericbtsbarkeit nach 1\IStG Art. 2~ Ziff. 1 (Erw. B). - Beim zeitlichen Auseinanderfallen von \Villens- betatigung uud Eintritt des Erfolges gilt eiu V erbrecl1en o d er V er- g~ben so\vohl im Zeitpunl{te des verbrecherischen Verhaltens wie aucb im Zeitpunlite des Erfolgseintrittes als verübt. Die Militar- gerichte sind daber zustandig, aucl1 wenn der Tater nur im letztern Zeitpunlite d em 1\lilitarstrafgesetz unterstebt (E1·\v. C). - Vorsatz bei Erschleichung einer falschen Beurliundung (1\IStG Art. 173) (E1·\v. D). - Als e in «Aktenstücli, das dienstliche Be- deutung bat» (MStG Ar t. 78), gilt jedes von einer militarischen Stelle oder einer 1\!Iilitarpersou ausgestellte Aktenstück, das eine Feststellung Yon auf den J\tlilitardienst bezüglicheu Tatsachen ent- llalt (Erw. E). - Die missbraucltlicbe Verlivendung und das miss- brãucbliche V erwen(lenlassen des Dienstbücbleins ist ua eh 1\ISt G Art. 73 strafbar (Erw. F uud H). - Der in l\IStG Art. 235 aus- gesprochene Vorbehalt d er V erordnung über das militarische Kon- troll\vesen bedeutet nicht, dass die Anlvendbarlieit dei~ Bestimmungen des 1\riStG auf die in dieser Verordnung geregelten Verhãltnisse überbaupt ausgeschlossen werden sollte (Er\lv. F un d G). Celui qui sous un faux nom fait du service dans les services con1plémentaires e s t, en v er tu de l"art. 2, eh. 1, CPl\1~ soumis à la juridiction militaire (cons. B). - Lorsque le moment ou est commis l'acte d~exécution ne coincide pas avec celui ou se produit le résultat, le crime ou le délit doit être considéré comme accompli aussi bien au moment dudit acte qu'au moment ou celui-ci déploie ses effets. La compétence des tribunaux militaires est par conséquent acquise même lorsque l'auteur n'est soumis au di~oit pénal militaire qu'au moment ou le résultat de son a ete s'est I~éalisé (cons. C). - L'intention dans le délit d~obtention frauduleuse d~une constatation fausse (art. 173 CPM) (cons. D). - Constitue un document ayant

No. 68 -· 146 t1·ait au service (art. 78 CPM) to u t document émanant d'un organe de l'a1·mée e t constatant des faits relatifs au service (cons. E). - Le fait d'utiliser abusivement son livret de service ou de laisser quelqu'un d'autre en faire une utilisation abusive tombe sous le coup de l'art. 73 CPl\1 (cons. F e t li). - La réserve, à l'art. 235 CPl\11, des dispositions de l'ordonnance du Conseil fédéral sur les conti·ôles militai1·es n'exclut pas l'application des dispositions du CPJ\1 dans le do main e réglé p ar cette ordonuance (cons. F e t G). Chi presta un se1·vizio complementare sotto falso nome e soggetto alla giurisdizione 1nilitare a norma (lell' a1·t. 2, cif1·a 1, del CPl\11 (cons. B). - Allorche l'azione delittuosa ed il suo risultato ca(lono in tempi dive1·si, il delitto si considera consumato tanto uell' uno cl1e nelP altro momento. Esiste quindi la COID}letenza (lella giurisdi- zione militare, anche se il colpevole et·avi soggetto solo nell'ulthno 1nomento (cons. C). - Do lo nel conseguimeuto di una falsa attesta- zione (art. 173 CPl\11) (cons. D).- E {\ocumento, che ha importanza 11e:r il sei~vizio (art. 78 CPJ\11), qualunque atto, 1·ilasciato da un ufficio o da persona militare, eontenente attestazione (li fatti, che si riferi- scono al se1·vizio militare (cons. E). - Chi adopera o lascia adoperare abusivamente il libretto di servizio e punibile a norn1a delP a1·t. 7:1 de l (:Pl\11 (cons F e li). - La riserva, contenuta nell'art. 235 del CPJ\rl, delP ordinanza sui controlli militari, non implica la esclu- sione dell'applicazione del CPJ\!I ai fatti cui e applicabile l'ordinanza (cons. F e G). IJurch V erfügung des Polizeidepartementes des Kantons Basel- ~Stadt sozvie der eidgenossischen Fremdenpolizei zvurde über den ita- lienischen Staatsangehorigen S. mii Wirkung ab 15. Oktober 1935 auf unbestimmte Zeit eine Einreisesperre verhiingt. S. verliess darauf- hin die Schzveiz, kehrte aber anfangs April 1939, unter Un1geluzng der Grenzkonirolle, Lvieder zurück uncl hielt sich in der Folge unier d em N amen des ihm bekannten SchLveizers R. in verschiedenen Stiidten d er Schweiz au f. N achdem er zuniichst als V ertreter d er Elektro-Lux AG. und in der Folge als Kunstmaler tiitig gezvesen zvar, fand er schliesslich am 23. Oktober 1939 bei cler Abteilung für leichte Truppen in Bern eine Beschiifiigung. Er erwirkte cliese, indem er si eh als hilfsdiensipflichtiger Scluveizerbürger mii N amen R. aus- gab. Daraufhin zvurde er daselbst als freiLvilliger Ililfsdienstsoldat in die Kontrollen und Soldlisten eingetragen uncl erhielt einen Tages- sold sowie e ine N achtlagerenischiidigung. N a eh einiger Zeit forderte

147 No. 68 ihn der Quartiermeister auf, sein Dienstbüchlein abzugeben. S. schützte vor, es liege no eh an sein em W ohnori in Zürich, zvorauf ihm ein Transporigutschein für die Bahnfahrt Bern-Zürich uncl zurück ausgestellt uncl eine eidgenossisthe Armbinde ausgehiindigt zvurde. So ausgerüstet begab er si eh 111 itte N ovember 1939 na eh Zürich, zvo er mii R. - angeblich zufiillig - zusamineniraf. Letzterer überreichte ihm sein Dienstbüchlein, das er - zviederu1n angeblich zufiillig - bei sich irug, nachdem S. ihm erkliirt haiie, dass er es vorübergelzend benoiige un d es ihm alsbald wieder zurücksenden zverde. N a eh B er n zurückgekehri, hiincligte S. dieses Diensibüclzlein, das er als das seinige bezeichneie, cler Abteilung für leichie Truppen aus. Anfangs Dezember verlangte er . es zvieder zurück, indem er behaupiete, er benoiige es zum Bezuge der Lebensmiitelkarten. Daraufhin irug er auf Seiie 30 mii Daium 6. Dezember 1939 eine falsche Abmeldung ein und versah sie 1nii einer gefiilschien Unierschrift als angebliche Unierschrifi des Sekiionsclzefs uan Züriclz. A1n 7. IJezember 1939 meldeie er sich dann gesiüizi auf diese falsche Abmeldung beim Sekiionschef von Bern an und liess im Dienstbüchlein eine entsprechende Eintragung vor- rzelzmen. I m N ouember un d Dezember 1939 enizvendete S. au f der -'Abteilung für leiclzte Truppen eine Anzahl Briefbogen 1nii dem Auf- druck:, sozvie Ini t der falschen Untersclzrifi «0. H asler» versah: «Bescheinigung. Bern, 10. November 1939. Unierzeichneier besclzeinigt, dass Alois Rucksiuhl als ri. D. i1n aktiven Diensf auf der Ableilung Armeesiab für leichie Truppen arbeitet und somil die gleiclzen Rechie (Ermassigungen) einzu- rauinen sind zvie bei andern Soldaien, denn dieser Dienst erfordert manch1nal melzr Einsalz und V erantzvoriung als jeder andere Diensi. Es zeichnet lzochaclztungsvoll: . . . . . . . . . . .)) Von dieser Besclzeinigung zvill S. jedoch, keinen Gebrauch ge- Inaclzt lzaben. Gestützt auf diese Vorgange erkannte das Territorialgericht 2 Init Urteil vom 13. Februar 1940 den S. der Erschleiclzung einer falschen Beurkundung, der Fiilschung dienstlicher Aktenstücke sozvie

No. 68 - 148 des A1 issbrauches und d er Verschleuderung uan M aierial, un d d en R. ebenfalls des M issbrauches uan M aierial schuldig. A. Nach Art. 173 MStG ist mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefãngnis zu bestrafen, wer durch Tãuschung bewirkt, das~ sein Vorgesetzter, ein Beamter oder eine Person offentlichen Glaubens, eine reehtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet. Diesen Tatbestand erachtet das Territorialgericht bei S. dadurch als erfüllt, dass er dureh die falsehe Angabe, er sei R. un d dureh di e Vorweisu n g dessen Dienstbüchleins di e Eintragung als frei williger Hilfsdienstsoldat in di e Kontrollen der Abteilung für leiehte Truppen sowie in die bezüglichen Soldlisten erwirkte. D em hãlt d er V erteidiger entgegen, S. sei e s bei diesem V erhalten nieht darum zu tun gewesen, unriehtige Eintragungen zu veranlassen. J)ass er dies bewirkte, sei ihm gar nieht bewusst geworden. Er habe lediglieh den z,veck verfolgt, die Anstellung zu erhalten und dafür eine Entschãdigung zu beziehen. Der Vorsatz für die Ersehleiehung einer falsehen Beurkundung habe ihm daher gefehlt. Selbst wenn dieser Tat- hestand aber aueh gegeben wãre, konnte S. deswegen nicht verurteilt werden, weil er die Tãusehungshandlung zu einer Zeit hegangen hahe, da das Militãrstrafgesetz noeh nieht auf ihn anwendbar gewesen sei. S. sei erst dureh seine Anstellung hei der Ahteilung für leiehte Truppen cle1n MStG unterstellt worclen. B. Diese Ejnwendungen sind nieht zu horen. Vorerst ist festzustellen, dass S. nieht gemãss Art. 3, Ziff. 3, MStG, sonclern auf Grund von Art. 2, Ziff. 1, MStG dem Militãrstrafreehte unterstand; denn seine Funktionen bei der Abteilung für leiehte Truppen stellten sieh als Djenstlejstung ejnes freiwilligen Hilfsdienstsoldaten und nieht als Arbeitsleistung eines Angestellten clar. Er war somit eine Person, die sieh im Militãrdienst hefand. Daran ãndert aueh der lJmstand niehts, class er als Auslãnder nicht bereehtigt gewesen wãre, schweizerisehen Militãrdienst zu leisten un d das s er diesen du re h sein tãusehendes V erhalten ersehlieh. Mass- gebend ist einzig, dass er tatsãchlieh Dienst geleistet hat (vgl. aueh den Entscheid des MKG vom 10. Februar 1894 i. S. Harzenmoser, abgedruekt. jn der Sehweizerisehen Zeitsehrift für Strafreeht 8, S. 94 f.). C. Es ist riehtig, dass S. im Zeitpunkt, als er sieh unter dem falsehen Namen 11. bei der Abteilung für leiehte Truppen vorstellte, noeh nieht im Dienste war. Daraus folgt jedoch, entgegen der Annahme des \Ter- teicligers, nicht, dass er die Erschleiehung der falsehen Beurkundung, um deretwillen er vom Territorialgericht verurteilt wurde, vor seiner Unterstellung unter das Militãrstrafrecht begangen habe. Beim zeitliehen Auseinanderfallen von Willensbetãtigung und Eintritt des Erfolges gilt - in analoger Anwendung des bei Distanzdelikten mit Bezug auf den Be- gehungsort gültigen Ubiquitãtsprinzipes- ein Verbrechen oder Vergehen

149 No. 68 sowohl im Zeitpunkte des verhrecherischen Verhaltens wie auch im Zeit- punkt des Erfolgseintrittes als verübt (vgl. auch Hafter, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil, S. 84, Ziff. V; Thormann und Overbeck, Kommentar zu Art. 7 eidgenossisches StGB Ziff. V, Note 8; Logoz, Com- mentaire du CPS art. 2, rem. 4, art. 7, rem. 6). In diesem letzteren Zeitpunkte aber, d. h. im Momente, als S. zufolge seiner tãuschenden Angaben in die fraglichen Listen eingetragen wurde, unterstand der Beschwerdeführer clem l\1ilitãrstrafgesetz. Zudem hat S. übrigens auch in der Folge erneute Tãuschungshandlungen vorgenommen. Es kann in dieser Hinsicht auf die zutreffenden Ausführungeu der Vorinstanz ver- wiesen werden. D. Vollig unbegründet ist sodann der Einwand des Verteidigers, dass S. d er V orsatz gefehlt hahe. Eine falsche Beurkundung wird in der Regel nicht um ihrer selbst, sondern um der damit verbundenen rechtlichen Wirkung willen angestreht. So war auch das Verhalten S.s in seinem Endzweck nicht auf die Erwirkung der streitigen Eintragungen, sonclern darauf gerichtet, dass er als Hilfsdienstpflichtiger beschãftigt uncl entlohnt wurde. S. wusste aber selbstverstãndlich, qass, wenn er unter falschem Namen bei der Abteilung für leichte Truppen in Dienst trat, dies nur auf Gruncl einer entsprechenclen Registrierung erfolgen konnte und dass er clen Sold nur ausbezahlt erhalten konnte, wenn er in clie Soldliste eingetragen wurde. Die Erschleichung der falschen Be- urkundungen war daher nicht nur, wie cler Verteidiger behauptet, eine >, sondern e in wesentlicher Bestandteil de r von S. hegangenen Tat. Bei dieser Sachlage hat das Territorialgericht den Tat- bestancl des Art. 173 MStG mit l{echt sowohl in objektiver wie in sub- jektiver l-linsicht als gegeben erachtet. E. Der Verteidiger rügt ferner, dass das Territorialgericht in der I-Ierstellung der Bescheinigung vom 10. November 1939 durch S. eine Fãlschung eines dienstlichenAktenstückes gemãss Art. 78 MStG erblickt habe. Dieser Attest über die Besehaftigung des > bei der Ahteilung für leichte --rruppen sei seinem Inhalte nach lediglich ein Empfeh- lungsschreiben, un1 cliesem bei Geschãftsleuten un d U nternehmungen die gleiehen Ermãssigungen zu verschaffen, wie sie die Soldaten geniessen. E s handle si eh somit nicht um ein Aktenstück, > . . A.uch dieser Einwand g eh t fehl. J e des' von einer militãrischen Stelle oder einer Militãrperson ausgestellte Aktenstück, das eine Feststellung von auf den Militãrdienst bezüglichen Tatsachen enthãlt, ist als ein Aktenstü ek, >, z u \Verten, au eh wenn die Ausstellung nicht auf Grund bestimmter Vorschriften und nicht zu ausgesprochen dienstlichen Zwecken erfolgte. Auch die Fãlschung einer Bescheinigung, wonach ein militãrischer Vorgesetzter sein em U nter- gebenen einen Attest über seine Dienstleistung ausstellt, fãllt daher unter 11

No. 68 150 Art. 78 MStG. Ob S. von dieser Bescheinigung Gebrauch gemacht hat oder nicht, ist ohne Bedeutung und kann daher dahingestellt bleiben, da das Delikt mit de r Ausstellung vollendet w ar. F. Im Verhalten R.s, der sein Dienstbüchlein dem S. ausgehãndigt hat, erblickt das Territorialgericht einen 1\iiaterialmissbrauch im Sinne des .A.rt. 73 lVIStG; denn wenn R. auch nicht genau gewusst habe, was S. mit dem Dienstbüchlein zu tun beabsichtigte, so habe er doch aus den gesamten Umstãnden schliessen müssen, dass er etwas lJnerlaubtes damit vorhatte. D em hal t der Verteidiger entgegen: ~1issbrauch von Material künne nach dem Wortlaut des Gesetzes nur an dienstlich anvertrauten oder überlassenen Sachen begangen werden, d. h. an G-egenstãnden, die einen materiellen Wert haben, nicht aber an einer Urkunde, wie sie das Dienst- büchlein darstelle. Zudem sei das Dienstbüchlein Eigentum des 1\rlannes und nicht nur ihm anvertraut. Das Verhalten R.s erfülle den Tatbestand des Art. 86 der VO über das militãrische Kontrollwesen vom 7. Dezember 1925 (Militãramtsblatt l 925 S. 165 ff.), \Vonach, 'venn ein Dienstbüchlein durch einen J)ritten gefãlscht worden ist, der an dieser Fãlschung nicht beteiligte Trãger wegen mangelhafter Aufbewahrung bestraft werclen kann. l)iese Spezialstrafbestimmung schliesse daher die Anvvrnd- barkeit der allgemeinen Bestimmung des Art. 73 lVIStG unter allen lJnl- stãnden aus. Nach Art. 73, Ziff. l, lVIStCJ" ist mit Çi-efãngnis zu bestrafen, wer W affen, Munition, Ausrüstungsgegcnstãnde, Pferde, Fahrzeuge o d er an- dere ihm dienstlich anvertraute oder überlassene Sachen nüssbrãuchlich verwendet, verãussert, verpfãndet, beiseite sehafft, im Stiche lãsst, vor- sãtzlich oder fahrlãssig beschãdigt oder zugrunde gehen lãsst. Z u der dem ~Ianne anvertrauten Ausrüstung gehort aber, wie in Art. 114 des Dienst- reglementes ausdrücklich festgestellt ist, auch das Dienstbüchlein. :Es ist daher nicht einzusehen, warum eine missbrãuchliche Verwendung des- selben nicht unter Art. 73 1\riStG fallen soll. Die Auffassung, dass diese Vorschrift n ur Gegenstãnde, di e einen materiellen W ert besitzen, im Au g e ha be, trifft nich t zu. E s han deit si eh hier ni eh t um ein Vermügens- delikt, sonclern u m e ine besondereArt de r Dienstverletzung, in d em j edwecle zweck\vidrige Verwendung anvertrauten Materials unter Strafe gestellt ist, weil hierin eine Verletzu1;g militãrischer Interessen liegt. Der Tat- bestancl des .A..rt. 73 MStG umfasst also nicht nur solche Verwenclungs- arten, die eine materielle Schãdigung des S ta a tes zur l:folge haben. Übri- gens besitzt auch das J)ienstbüchlein einen gewissen materiellen \Vert, so dass eine missbrãuchliche Verwendung, die dessen Verlust und die N otwcndigkeit seines Ersatzes na eh si eh zieht, au eh e in en materiellen Schaden bewirkt. G. D er Hinweis des Verteidigers auf .i\.rt. 86 d er VO über das Inili- tãrische Koritrollwesen geht ebenfalls fehl. Zwar ist richtig, dass die