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No. 62 ~ 130 de deux actes d'accusation distincts; ensuite, s'agissant d'un accusé pré- venu des délits d'atteinte à la puissance défensive du pays (art. 94 CPM) et de défaut aux cours de répétition de 1936, 1937 et 1938 (art. 82 CPM), le Tribunal devait rendre deux jugements distincts: l'un, en raison du premier de ces délits, no n compris dan s l'amnistie conditíonnelle du 18 septembre 1939; l'autre, en raison du délit d'insoumission commis en 1936, à juger sur demande de relief du jugement contumacial du 9 septembre l 937; p ar ailleurs, le Tribunal de division avait à suspendre. l'exécution de la peine éventuellement prononcée par lui pour ce délit d'insoumission, ainsi que la poursuite relative aux autres délits d'in- soumission (commis en 1937 et 1938). Contrairement à la façon de voir du Grand-Juge, il n'y avait donc pas lieu d'appliquer l'art. 49 CPM. (20 décembre 1939, Reymond e. T. D. l a.) 62. Zustandigkeit der Militai~gerichtsbarkeit mit Bezug aui Ehr- verletzungen, begangen durch einen W ehrmann ausserhalb des Dienstes, gegenüber seinem militariscl1en Vorgesetzten (MStG AI~t. 2, Ziif. 4). · Con1pétence des t1·ibunaux Inilitaires pour juge1~ des atteintes à l"'honneui~ de ses supérieurs militah·es commises par un militaire hors du service (art. 2, eh. 4, CPl\1). · Competenza della giurisdizione Inilitare. in caso di attentato all'onor~ coininesso, contro un superiot·e Inilitare, da un n1ilitare, fuori di servizio (art~ 2, n. 4, CPM). A. Der Beschwerdeführer hat die ihm zur Last gelegten Anschuldi- gungen gegen Hptm. B. ausser Dienst erhoben. Trotzdem hat das Divi ... ~ionsgericht sein e Zustãndigkeit be j aht, da B. hiedurch di e in Art. 24 des Dienstreglementes statuierte Pflicht, ausser Dienst Anstand und Pflichtgefühl zu beweisen, verletzt habe. Die militãrgerichtliche Zu- stãndigkeit sei daher auf Grund von Art. 2, Ziff. 4, MStG gegeben, wo- nach Dienstpflichtige ausserhalb des Dienstes > d em Militãrstrafrecht unterstehen. B. Es kann dahingesfellt bleiben, ob Art. 24 des Dienstreglementes auf den hier zur Beurteilung stehenden Tatbestand anwendbar ist. Nach Art. 2, Ziff. 4, MStG unterstehen Dienstpflichtige ausserhalb des Dienstes dem Militãrstrafrecht nicht nur mit Bezug auf ihre dienstlichen Pflichten, sondern auch ganz allgemein >. Nun war der vom Beschwerdeführer angegriffene Hptm. B. dessen Ein ... heitskommandant, also sein direkter Vorgesetzter. Die Anschuldigungen B.s bezogen sich auf eine militãrische Angelegenheit- und erfolgten auf
131 No. 63 Grund von · angeblichen Erfahrungen un d Beobachtungen, die der Be- schwerdeführer wãhrend des Dienstes als militãrischer U ntergebener des Hptm. B. gemacht haben will. Er verfolgte damit nach seinem eigenen Zugestãndnis festgestelltermassen den Zweck, die Kommandoenthebung des Hptm. B. zu erwirken., d. h. sich eines ihm nicht genehmen Vor- gesetzten zu entledigen. C. Es bestand daher eine unmittelbare Beziehung zwischen der persõnlichen militãrischen Stellung des Beschwerdeführers einerseits und den von ihm gegen Hptm. B. gerichteten Angriffen andererseits, d. h. diese Angriffe standen sowohl hinsichtlich ihrer Veranlassung wie auch ihres Inhaltes in einem direkten Zusammenhang mit der Eigenschaft des Beschwerdeführers als Sóldaten und militãríschen Untergebenen des Hptm. B. Der Fali unterscheidet sich daher grundsãtzlich von dem vom Verteidiger angeführten, vom Bundesgericht beurteilten Falle Hagen- buch (abgedruckt in den Entscheidungen des MKG 1926-1935, No. 67, S. 186 ff.; BGE 61 1, S. 113 ff.), indem dort die zur Beurteilung stehenden Ãusserungen des Angeklagten sich auf eine allgemeine, ebensosehr poli- tische wie militãrische Angelegenheit bezogen, zu welcher jeder andere Schweizer, ob dienstpflichtig oder nicht, seine Meinung hãtte ãussern kõnnen, wobei die persõnliche militãrische Stellung des Angeklagten und sein Verhãltnis zum Angegriffenen mit den streitigen Darlegungen in keinem Zusammenhange standen (vgl. auch den Entscheid des MKG i. S. Küchler vom 24. November 1939) 1). Die Zustãndigkeit des Divisions- gerichtes 4 zur Beurteilung des vorliegenden Straftatbestandes war daher gegeben. (29. Dezember 1939, Briefer e. D. G. 4.) 63. Der Vorgesetzte desjenigen, der eine Disziplinarstrafe aus- spricht, kann nach MStG Art. 207 auch. die militãrgerichtliche Behandlung der Angelegenheit vera~lassen (Erw. A). - Eine Dis- zipÍinarstrafe, ob vollzogen oder nicht, vermag die militãrische Gerichtsbarkeit nicht auszuschliessen (Erw. B). Le chef de celui qui a puni peut, en vertu de l'art. 207 CPM, décider aus si de donner à l'affaire un e sui te judiciaire (eons. A). - U ne peine disciplinaire, même si elle a déjà été subie, ne peut faire obstacle à r'action de la Justice militaire (cons. B). li superiore, di chi ha inflitto una punizione disciplinare, puõ, in forza dell'art. 207 CPM, ordinare una procedura giudiziale 1) Oben No. 52.
No .. 6,3 - 132 (cons. A). -. U na punizione disciplinare, anehe già scontata, non esclude la giudiziale persecuzione del reato (cons. B). A. Nach Art. 207 MStG kann ein Vorgesetzter des Strafenden eine Disziplinar-Strafverfügung, die er für unzulãssig oder unangemessen er- achtet, aufheben oder ãndern. Diese ihm als militãrverwaltungsrechtliche Aufsichtsinstanz zustehende Befugnis schliesst nicht nur das Recht in sich, an Stelle der aufgehobenen Disziplinarstrafverfügurig selber eine Disziplinarstrafe auszufãllen; d er Vorgesetzte kann au eh, sofern er eine kriminelle Bestrafung für notwendig erachtet, verfügen, dass die militãr- strafgerichtlichen Organe mit der Angelegenheit zu betrauen seien. B. Dabei spielt keine Rolle, ob die Disziplinarstrafverfügung bereits vollz.ogen war oder nicht. Zu Unrecht behauptet der Verteidiger, darin liege eine V erletzung des Grundsatzes, wonach ein Tãter für e in un d dieselbe strafbare Handlung nicht zweimal bestraft werden darf; denn eine einer _kriminellen Bestrafung unterliegende Tat kann nur durch ein durch das zustãndige strafgerichtliche Organ ausgefãlltes Strafurteil rechts- krãftig geahndet werden (vgl. au eh Garraud, Traité d'Instruction Crimi- nelle, 6, S.· 276; Lowe-Rosenberg, Die Strafprozessordnung für das Deutsche Reich, 19. Auflage, S. 504 f.). Das Kassationsgericht hat daher schon wiederholt entschieden, dass eine von einem militãrischen Oberen oder von einer militãrischen Behõrde ausgefãllte Disziplinarstrafe die tnilitãrische Gerichtsbarkeit nicht auszuschliessen vermag, Und zwar un- pekümmert darum, ob die betreffende Disziplinarstrafe vollzogen wurde õder nicht (vgl. die Entscheidungen des MKG i. S. Marchesi vom 12. April 1912, i. S. Massera vom 5. Juni 1912, i. S. Candolfi vom 17. April 1913,
i. S. Burgener vom 11. November 1914, abgedruckt in der Z. 25, S. 70 ff., 200 ff., 26, S. 182, 27, S. 391 ff.; Stooss, Kommentar zu Art. 3 MStGO, Note 5, S. 15). An diesem noch unter der Herrschaft des alten Militãr- strafgesetzes vom 27. August 1851 ausgesprochenen Grundsatz wurde auch durch die inzwischen erfolgte neue Regelung des Disziplinarver- fahren's durch das Militãtstrafgesetz vom 13. Juni 1927 nichts geãndert. Das Divisionsgericht ist daher mit Recht auf die Beurteilung des ein- geklagten Tatbestandes eingetreten. (29. Dezember 1939~ Meyer Robert e. D. G. 4.)