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MKGE 3 Nr. 52

MKGE 3 Nr. 52

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- 109 No. 52 Strafbestimmungen nicht erst nach erfolgter Vereidigung der Truppe, sondern schon zu Beginn des betreffenden Aktivdienstes in Kraft. F. In seinem ergãnzenden Schriftsatz vom 13. Oktober hat K. um Zubilligung des militãrischen Strafvollzuges ersucht. Diese Eingabe ist erst nach Ablauf der dem Beschwerdeführer gesetzten Frist eingereicht worden, so dass darauf wegen Verspãtung nicht eingetreten werden kann. Si e hãtte ohnehin ni eh t gutgeheissen werden konnen, da di e Z ubilligung des militãrischen Strafvollzuges in das freie Ermessen des Divisions- gerichtes gestellt ist, das das Ka.ssationsgericht nicht überprüfen kann. Auch ist nach Art. 2 der Verordnung des Bundesrates vom 29. April 1938 der militãrische Strafvollzug für das Vergehen der einfachen Kõrper- verletzung nicht vorgesehen. (24. November 1939, Kaufmann Marcfl e. D. G. 4.) 52. Über den l\langel eines ausdrücklicb formulie1·ten Antrages kann binweggegangen werdeu, \íVenu sicb aus dem gauzen Inltalt der Beschwerdeschrift ohue \veiteres ergibt, worauf sie abzielt (MStGO Art. 192) (Erw. A).- Zustandigl{eit der Militargericbtsbarkeit nach l\'ISt G Art. 2, Ziff. 4 (militarische Stellung uud dienstliche ·Pfliehten ausserhalb des Dieustes) (Erw. C uud D). Il n'est pas indispeusable que des conclusions aieut été ex- pressément formulées loi"S(fU'on voit sans autre par l'ensemble du recours à quoi il te u d (art. 192 PPl\1) (cous. A). - Compétence des tribunaux militaires foudée su1· l'art. 2, cb. 4, CPM (situatiou militairc e t devoirs (\e service hors du service) (cons. C e t Il). Si puõ sorvolare alia maucanza di uua domanda esplicita in un ricorso in cassazione, quando dai contenuto di esso risulti senz' altro ciõ ebe si domanda (OGM art. 192) (cons. A). - Com- petenza dei tribunali 1nilitari a norma dell'art. 2, cif1·a 4, del CPM (posizioue militar e e doveri di servizio) (cons. C e D). Das Divisionsgericht 5 hat mii Urteil uom 17. Oktober 1939 den Korporal K. der Drohung gegenüber einen1 Vorgesetzten, der Be- schimpfung eines Vorgesetzten, des forigesetzten U ngehorsams un d der unerlaubten Enifernung schuldig erkléirt und zu 120 J'agen Ge- féingnis, z ur Eniseizung vom G rade eines Korporals, z u zLvei J ahren Einstellung in der bürgerlichen Ehrenféihigkeit sowie zu den J(osten des Verfahrens verurieili. D er Verurteilung Lvegen D ro h un g gegen- über einem Vorgesetzten lag folgender Sachverhali zugrunde: Am

6. April 1939 ausserte sich Kpl. K. in einer Wirtschafi, in Lvelcher

No. 52 - 110 er in Zivil auf einer Geschiiflsreise eingekehrl war, sein - ihm nicht personlich bekannler - Vorgeselzler, Major P., sei ein Landes- verriiler, ein Folzelchaib und Vagant; er, K., werde in einem Kriegs- fall zuerst diesen M ajor, d er ihm z u U nrecht e ine Arreststrafe von fünf Tagen zudiktiert habe, erledigen und erst nachher gegen den Feind schiessen. Gleichzeitig warf K. sein militiirisches Dienstbüchlein auf den Tisch. Die gegen das Urteil des Divisionsgerichtes 5 ein-- gereichte Kassationsbeschwerde wurde abgewiesen. A. Gemass Art. 192 MStGO unterliegen der Prüfung des Kassations- gerichtes >. D ara us ist z u schliessen, dass der Antrag auf Kassation des angefochtenen Urteils ein formales Erfordernis einer Kassationsbeschwerde ist. Doch mag, wie das Kassa- tionsgericht in stãndiger Rechtsprechung entschieden hat (vgl. statt vieler Entscheiqungen MK G 1926-1935, N o. 28, S. 90), über d en Mangel eines ausdrücklich formulierten Antrages hinweggegangen werden, wenn sich aus dem ganzen Inhalt der Beschwerdeschrift ohne weiteres ergibt, worauf sie abzielt. Das ist hier, entgegen der Auffassung des Grossrichters, d er Fall; denn wenn d er Angeklagte unmittelbar na eh sein er V erurteilung in einem Schreiben an den Grossrichter die Strafe als zu lange bezeichnete un d im Anschluss daran bemerkte, es handle sich um einen Fall >, so kann darin - wenn man die Unbeholfenheit des in juristischen Dingen unerfahrenen Beschwerdeführers berücksichtigt- die Anmeldung einer Kassationsbeschwerde erblickt werden, mit welcher der Beschwerde- führer die Zustãndigkeit der Militãrgerichtsbarkeit anfechten und dem- gemãss eine teilweise Aufhebung des Urteils und Reduktion der über ihn verhãngten Gesamtstrafe erwirken wollte. Es ist daher auf die Kassa- tionsbesch w er de einzutreten. B. . .. C. Der Verteidiger stützt seine Unzustãndigkeitseinrede darauf, dass das Divisionsgericht z u U nrecht eine Beziehung zwischen d en ehrver- letzenden und drohenden Ausserungen des Beschwerdeführers einerseits un d seiner militãrischen Stellung un d sein en dienstlichen Pflichten anderer- seits als gegeben erachtet habe. Der Grund für die Ehrverletzungen und Bedrohungen sei ausschliesslich auf der politischen Ebene zu suchen. K. habe in V erfolgung eines ihm als Staatsbürger zustehenden politischen Interesses un d nicht in sein er Eigenschaft al s U ntergebener des Ma j o r P. gehandelt. D. Dieser Auffassung kann nicht beigetreten werden. K. war zu- gegebenermassen Untergebener des Major P. und hat sich damals nach der verbindlichen Feststellung des Divisionsgerichtes durch Vorweisung