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MKGE 3 Nr. 40

MKGE 3 Nr. 40

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No. 40 - 82 - Au Conseil National, M. Müller, rapporteur allemand de la Commis- sion (Bull. sténogr. 1924, p. 649), faisait expressément rentrer dans les eas de > le eas de la >. De même, dans un e session ultérieure, M. Seiler, qui l'avait remplaeé eomme rapporteur allemand, eommentait eomme suit l'art. 80 (Buli. sténogr. Conseil National, 1926, p. 161): >, et p l us l oin: >. Sur quoi, la disposition. de l'art. 80 fut adoptée sans nouvelles observations et ee texte n'a subi des lors aueune modification. Il résulte de ee qui précede que le grief tiré d'une prétendue violation des art. 15 et 80, eh. 2, CPM est mal fondé et doit être rejeté. (4 .mars 1939, Rüegger et Héritier e. T. D. 1.) 40. W enn ein Militargericht auf Grund einer Delegation na eh MStG Art. 221 bürgerliches Strafrecht anwendet, so sind gegen das Urteil ausschliesslich die in der MStGO vorgesehenen Rechtsmittel gegeben (Erw. A). - Das Verschulden bei Verletzungen des MFG beurteilt sich nach den gleichen rechtlichen Gesichtspunkten wie das V crschulden bei Verbrechen und Vergehen des allgemeinen Strafrechts. Di e e1·steren sin d keine blossen « Formaldelilite » (Erw. B-E). Lorsqu'un tribunal militaire applique par délégation (art. 221 CPl\1) le droit pénal ordinai1·e, seuls sont recevables contre le juge- ment les moyens de recours prévus 11ar la PPM (cons. A). - P o ur les infractions à la LA, la notion de faute s'apprécie d'apres les mêmes principes que quand il s'agit de crimes ou de délits du droit pénal général. Ces infractions ne rentrent pas, en effet, dans la catégorie de celles dont l'existence peut êt1·e indépendante de toute faute (For1naldelil{te) (cons. B-E). Allorche un tribunale ·militare applica p er delegazione (art. 221 CPl\11) il diritto penale ordina1·io, sono invocabili, contro il giudizio, so lo i 1·imedii previsti dalla O GM (cons. A). - La colpa - nelle

- 83 No. 40 infrazioni alia Iegge sulla circolazione dei veicoli - si appr.ezza secondo i medesimi principii ebe sono applicabili nel diritto penale. Dette infrazioni non so no dei semplici delitti formali (cons. B-E). A. Der Oberauditor hat in seiner Vernehmlassung die Frage auf- geworfen, ob das Militãrkassationsgericht zur Beurteilung d er vorliegenden Beschwerde zustãndig sei; obwohl si eh di ese ni eh t gegen di e V erletzung einer militãrstrafrechtlichen Vorschrift ri eh tet. Di e V erurteilung des Beschwerdeführers wegen V erletzung von Art. 26 MFG erfolgte auf Grund eirier Delegation gemãss Art. 221 MStG, wonach, wenn jemand mehrerer strafbarer Handlungen beschuldigt ist, die teils der militãrischen, teils der bürgerlichen Gerichtsbarkeit unterstehen, der Bundesrat deren aus- schliessliche Beurteilung dem militãrischen oder dem bürgerlichen Ge- richte übertragen kann. N un besteht, wie übrigens auch vom Oberauditor angenommen wird, kein Zweifel, dass, wenn ein Militãrgericht auf Grund einer solchen Delegation ein bürgerliches Delikt beutteilt hat, ein Rechts- mittel hiegegen n ur bei der militãrgerichtlichen Rechtsmittelinstanz, d. h. beim Militãrkassationsgericht, er ho ben werden kann; denn die Gesetz- gebung sieht nirgends die Mõglichkeit vor, dass ein divisionsgerichtliches Urteil an eine andere Instanz als an das Militãrkassationsgericht weiter- gezogen werden kann. Auch spricht Art. 221 MStG ausdrücklich von d er > durch das militãrische o d er das bürger- liche Gericht, wodurch auch die entsprechende Rechtsmittelinstanz mit- umfasst wird. B. Das Divisionsgericht hat den Beschwerdeführer von der Anklage auf Materialmissbrauch freigesprochen, weil das vorschriftswidrige Be- fahren der fraglichen Kurve ihm unter den obwaltenden Umstãnden ni eh t zum V erschulden gereiche. Di ese Kurve sei fahrtechnisch ungünstig gebaut, so dass der von Rapperswil her kommende Fahrer in gewissem Sinne gezwungen sei, sie zu schneiden. Sodann sei die Sicht auf die Strasse und damit auch die Abschãtzung der Entfernungen durch die Witterung und insbesondere auch zufolge der Konstruktion des Wagens erschwert gewesen. Infolgedessen habe der Angeklagte die Gefahr einer Kollision mit dem rechten ~rückengelãnder etwas überschãtzt und sei zu früh nach links in die Kurve eingebogen. Darin liege aber nicht eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit, sondern ein >, für welches S., d er ni eh t Lastwagenführer von Beruf sei, nicht verantwortlich gemacht werden kõnne. - Für die Beurteilung des Ver- schuldens bei Übertretungen des Motorfahrzeuggesetzes seien dagegen an dere Gesichtspunkte massgebend. Solche Übertretungen sei en >, bei denen das Verschulden > Straf .... barkeitsvoraussetzung sei wie im allgemeinen Strafrecht. Insbesondere sei hiebei bereits das technische U nvermõgen als V erschulden z u be- werten. Wie der Augenschein ergeben habe, werde die Kurve tatsãchlich

'No. 40 - 84 von d en vorbeifahrenden Motorfahrzeugen mehr o d er weniger geschnittén; aber immerhin werde dabei ein Abstand von ungefãhr einem Meter vom linken Strassenrand eingehalten, welchen auch S. technisch hãtte einhalten kõnnen. Da er dies nicht g etan habe, liege eine V erletzung von Art. 26 MFG vor, welche gemãss Art. 58 MFG zu ahnden sei. C. Den Ausführungen des Divisionsgerichtes ist zu entnehmen, dass es bei der Beurteilung der Schuldfrage hinsichtlich des Materialmiss- brauches einerseits und der Übertretung des Motorfahrzeuggesetzes ander.;. seits von rechtlich verschiedenen Gesichtspunkten ausgegangen ist. Darin liegt, wie in der Kassationsbeschwerde mit Recht geltend gemacht wird, eine Gesetzesverletzung. Übrigens besteht das W ese n des sogenannten Formaldeliktes darin, dass dieses nach dem Prinzip der Erfolgshaftung, also unbekümmert um die Frage des V erschuldens, zu bestrafen ist. Es ist daher ein Widerspruch, wenn das Divisionsgericht die Übertretung des MFG als > bezeichnet, aber trotzdem für deren Straf- barkeit grundsãtzlich ein V erschulden, wenn au eh besonderer Art, fordert. Ob beim heutigen Stand des schweizerischen Strafrechtes für Formal- delikte überhaupt no eh Raum ist, braucht hier ni eh t un tersu eh t zu werden; denn jedenfalls kõnnen die Ühertretungen des MFG nicht als solche erachtet werden. Das ergibt sich nicht nur aus dem Hinweis in Art. 65, Abs. 3, MFG auf die allgemeinen Bestimmungen des BStR, sondern auch aus dem Art. 65, Abs. l, MFG, der in Abweichung von Art. 11 BStR auch die fahrlãssig begangenen Delikte strafbar erklãrt. Daraus ist zu schliessen, dass Übertretungen des MF G, di e weder vorsãtzlich no eh fahrlãssig begangen wurden, nicht bestraft werden kõnnen (vgl. auch Strebel, Kommentar zu Art. 65 MFG, S. 923, Note 36). D. Gilt für die Frage der Strafbarkeit von Übertretungen des MFG das Prinzip der Schuldhaftung, so geht es auch nicht an, an das Ver- schulden andere Anforderungen zu stellen als bei der Beurteilung von Verbrechen und Vergehen des allgemeinen Strafrechtes; denn der Unter- schied dieser verschiedenen Deliktskategorien ist kein qualitativer, son- dern n ur ein quantitativer, der seinen Ausdruck in entsprechend strengeren bzw. milderen Strafen (bezüglich Art und Mass), nicht aber hinsichtlich d er Beurteilung des V erschuldens findet. Eine Beurteilung d er Schuld- frage nach den gleichen rechtlichen Grundsãtzen ist insbesondere dann geboten, wenn, wie dies im MFG der Fali ist, ausdrücklich die allgemeinen Bestimmungen des Bundesstrafrechtes als anwendbar erklãrt sind (vgl. auch Hafter, Lehrbuch des Strafrechtes, Allgemeiner Teil, S. 99). E. Das Divisionsgericht hat die Kollision des von S. gelenkten Wagens mit dem fraglichen Randstein hauptsãchlich auf technisches Un- vermõgen und nicht auf mangelnde Aufmerksamkeit des Beschwerde- führers zurückgeführt. Dabei bemerkte es, dass dieses Unvermõgen ihm nicht zum Verschulden gereiche. Wenn ihm, obwohl er nicht Lastwagen- führer von Beruf ist, von seinen militãrischen Vorgesetzten ein solches