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No. 35 - 74 bekannt gewesen sei. Diese Feststellung ist tatsãchlicher Natur und daher für das Kassationsgericht verbindlich. D er V erteidiger scheint dies au eh nicht bestreiten zu wollen. Er behauptet aber, die Angeklagten hãtten sich in einem Gewissenskonflikt befunden, da sie als Demokraten es als Pflicht der Schweiz empfunden hãtten, der bedrãngten Schwesterrepublik zu Hilfe zu kommen. Es bedarf keiner weiteren Erõrterung, dass, wenn d er S taa t im Interesse sein er Sicherheit ein bestimmtes V er bot erlãsst, der einzelne Bürger es nicht mit der Begründung übertreten darf, dass das V er bot mit sein em Gewissen ni eh t vereinbar sei. (10. Dezember 1938, Bollinger und Schlaginhaufen e. D. G. 4.) 35. Die 24stündige Frist des Art. 189, Abs. 2, MStGO gilt auch als innegehalten, wenn das Kassationsbegehren innerhalb der Frist bei einem auslãndischen Postbureau (in eas11 in der Nahe der Schweizergrenze) aufgegeben lvurde. Le délai de 241teures de l'art. 189, al. 2, CPM est réputé observé lorsque la déclaration de recours a été, dans ce (\élai, remise à un bureatt de poste étranger (qui in casu se trouvait pres de la fron- tiere). 11 termine di 24 ore, per annunciare il ricorso in cassazione (art.189, al. 2, della OGM), si considera osservato quando l'annuncio sia, entro tale termine, consegnato ad un ufficio postale estero (in prossimità - in casu - della frontiera svizzera). Le Tribunal militaire de cassation a déjà eu l'occasion de poser en principe que la mise à la poste 'dans le délai de 24 heures de la déclara- tion de recours suffit p o ur rendre le recours recevable à la forme (cf. arrêt Turin, du 10 février 1916. Rec. 1915-1925, n° 19). 11 n'y a pas lieu d'adopter, en l'espece, une autre interprétation de la prescription de l'art. 189 PPM, moins stricte sur ce point que celle de l'art. 41, al. 3, de l'OJF. En effet, outre que le recourant habite une localité frontiere et qu'il était tout naturel qu'il mit son pli à la poste au lieu d~ son domicile 1), sa déclaration de recours est parvenue au greffe du Tribunal militaire de la 1 er division, le 26 janvier, >, c'est-à-dire, comme si elle avait été expédiée le 25 janvier, au soir, d'un bureau de poste suisse. (4 mars 1939, Candolfi e. T. D. 1.)
1) Machilly (Haute-Savoie).
75 No. '36 36. Im Kassationsverfahren konnen keine neuen Beweismittel berücksichtigt werden. - Mehrere, für sich allein betrachtet nicht besonders belastende Dienstverletzungen konnen in ihrer Gesamtheit e.ine gerichtliche Bestrafung rechtfertigen. De nouveaux moyens de preuve ne peuvent être pris en considé- ration dans la procédure de cassation. - Plusieurs violatiors des devoirs du service ({Ui, prises isolément, ne sont pas particulierement graves peuvent néanmoins, dans leur ensemble, justifier une sanction j udiciaire. Nella procedura di cassazione non possono prendersi in con- siderazione nuovi mezzi di prova. - Parecchie violazioni dei doveri di servizio, le quali, isolatamente considerate, non sono gravi, possono giustificare, nel loro insieme, una punizione giudi- ziaria. B .... Auf diesenBrief, der erst nach Fãllung des angefochtenen lJrteils geschrieben worden ist, kann nicht eingetreten werden, da im Kassations- beschwerdeverfahren keine neuen Beweismittel berücksichtigt werden dürfen. Die rechtliche Würdigung des Verhaltens des Beschwerdeführers hat daher auf Grund der Sachdarstellung des Divisionsgerichtes zu er- folgen. C .... Das Divisionsgericht hat zwar bemerkt, es sei zuzugeben, dass einige der bewiesenen Vorkommnisse für sich allein betrachtet nicht als besonders belastend erscheinen. Dagegen sei der Gesamteindruck, den man durch diese Vorfãlle über das Verhalten des Major X. und einiger seiner Offiziere erhalte, hõchst unerfreulich. Dem hãlt der Beschwerde- führer entgegen: W as im einzelnen nicht belastend sei, kõnne au eh in der Gesamtheit keine strafbare Handlung darstellen. Dieser Einwand ist nicht schlüssig. Das Divisionsgericht hat nicht erklãrt, einzelne Vor- kommnisse seien überhaupt nicht belastend, sondern nur nicht besonders belastend. Das s Ma j o r X. si eh wiederholt derartige U ngehõrigkeiten zu- schuld~n kommen liess, de u tet auf eine Schwãche hin, di e sein V erhalten in der Tat als bedeutend schwerwiegender erscheinen lãsst, als wenn es sich nur um ein einzelnes Vorkommnis handeln würde, das als eine momentane Verirrung gewertet werden kõnnte. Der Beschwerdeführer hat durch sein Verhalten seine Autoritãt stark untergraben und durch das schlechte Beispiel, das er sein en U ntergebenen gab, di e militãrische Disziplin schwer gefãhrdet, so dass die Annahme einer wiederholten Dienstverletzung keineswegs als rechtswidrig erscheint. (4. Mãrz 1939, Major X. e. D. G. 4.)