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MKGE 3 Nr. 31

MKGE 3 Nr. 31 — Leupin e. D. G. 5.

Mkg · 1938-10-31 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 31

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lassen und infolgedessen auch solche Beschwerden als rechtzeitig be-

zeichnet, die innert der gesetzlichen Frist statt an den im Gesetze vor-

geschriebenen Gerichtsschreiber, an einen andern dem Divisionsgericht

zugeteilten Justizoffizier gesandt worden sind (vgl. Entscheidungen MKG

1915-1925, No. 68, S. 104 ff.). Es geht nun aber nicht an, den Kreis

der an Stelle des gesetzlich vorgeschriebenen Organes zur Empfangnahme

einer Kassationsbeschwerde zustãndigen Personen, entgegen dem Wort-

laut des Gesetzes, noch weiter auszudehnen und auch den Verteidiger,

dem reine Parteistellung zukommt, einzubeziehen. Als massgebendes

Datum für die Einreichung der vorliegenden Beschwerde ist daher der

·zeitpunkt zu erachten, in welchem der Verteidiger die ihm zugesandte

Beschwerde seinerseits z ur W eiterleitung an de n Gerichtsschreiber de r

Post übergeben hat. Damals war aber, wie schon bemerkt, die 24stündige

Frist des Art. 189, Abs. 2, MStGO bereits abgelaufen. Es kann daher auf

di e Beschwerde wegen V erspãtung ni eh t eingetreten werden.

(31. Oktober 1938, Leupin e. D. G. 5.)

31.

Strafn1ilderungsgründe (MStG Art. 45); Begriff der «aufrich-

tigen Rene».

Circonstances atténuantes (art. 45 CPM); notion du «repentir

sincere».

Circostanze attenuanti (CPM art. 45). Nozione del sincero

pentimento.

B. Die Zuerkennung von Strafmilderungsgründen gemãss Art. 45

MStG ist, wie das Kassationsgericht schon mehrfach entschieden hat

(vgl. EntscheidungenMKG 1926-1935, No. 6, S.15ff., undNo. 10, S. 27 ff.),

eine Ermessensfrage. Die Überprüfungsbefugnis des Kassationsgerichtes

ist daher darà.uf beschrãnkt, ob das Divisionsgericht bei der Beurteilung

des Falles von einer·richtigen rechtlichen Würdigung der in Art. 45 MStG

umschriebenen mildernden Umstãnde ausgegangen ist und keine Willkür

begangen hat. Das ist hier nicht der Fali. Nach Art. 45, Abs. 6, MStG

kann d er Richter di e Strafe mildern, wenn d er Tãter >. Hiezu bemerkte das Divisionsgericht, e s habe d en Eindruck er-

halten, das s d er Angeklagte heute über sein e T at eine > Re ue

empfinde. Hiebei handle es sich jedoch um eine Reue, die sich bei jedem

Tãter nachtrãglich einstelle infolge seiner Einsicht in die strafrechtlichen

Folgen sein er Ta t un d aus Furcht vor derStrafe un d d er damit verbundenen

N achteile in sein er persõnlichen un d bürgerlichen Stellung. S. se h e heute

voraus, dass er zufolge sein er V erurteilung sein e Stelle verlieren werde,