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No. 137
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Im vorliegenden Fali hat sich erst ein zustãndiges Organ der bürger-
lichen Gerichtsbarkeit, der Bezirksrichter Reiath, für unzustãndig er-
klãrt, nicht dagegen auch ein kompetentes Organ der Militãrgerichts-
barkeit.,Der Untersuchungsrichter der 6. Division war nicht hefugt,
über die Einleitung des militãrischen Strafverfahrens gegen den Rekurs-
heklagten z u befinden; das konnte na eh Art. 11 O, Ziff. 2, de r Militãrstraf-
gerichtsordnung nur der Kommandant des Regiments des l{ekurs-
heklagten oder, wenn dieser einer kleinern; selbstãndig im Dienst be-
findlichen Truppenabteilung angehorte, deren Kommandant tun, durch
die Verfügung der Voruntersuchung. Infolgedessen kann das Bundes-
gericht auf die Kompetenzkonfliktsbeschwerde nicht eintreten.
5. Immerhin mag bemerkt werden, dass der Rekursbeklagte die ihm
zur Last gelegten Áusserungen unbestrittenermassen getan hat, als er
sich im Militãrdienst befand. Er unterstand also dafür nach Art. 2,
Ziff. l, und Art. 218 des Militãrstrafgesetzes dem Militãrstrafrecht und
der Militãrstrafgerichtsbarkeit, weil Ehrverletzungen nach Art. 145 ff.
j enes Gesetzes strafbar sin d. Darauf, o b au eh d er Rekurrent damals in1
lVlilitãrdienst war oder sich die Âusserungen des Rekursbeklagten auf
seine militãrische Stellung und seine dienstlichen Pflichten bezogen,
kommt es entgegen de r Auffassung des lJ ntersuchungsrichters de r
6. Division nicht an.
(Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 1940 i. S. Siegrist gegen Michel
und Bezirksrichte~ Reiath, veroffentlicht im BGE 661, S. 159 ff.)
137.
Et·ltebung des Koiitpetenzl{onflil{tes durch ein Teri-itorialkom-
Inantlo (Et~w. 1). -
Offentliche Beschimpfung einer Militarperson
(1\IIStG A1·t. 101) (Erlv. 2). -
Ehrvet~Ietzung gegenüber einer im
J)ienst beiindlichen Person mit Bezug auf ihre dienstliche Stellung
o(lei' Tatigl{eit (MStG Art. 3~ Ziff. 1~ Abs. 9, und Art. 148) (Erw. 3).
-
Aufhebuug (les ganzen Stt~afurteils (les büt~get·lichen Stt·africhters
wegen U nzustandigl{eit~ obschon di e Verut·teilung aus ser \Vegen
det· det· l\tlilitãrgerichtsbarl{eit untet·stelienden Handlungen auch
wegen re in bürgerlichet· Vergcl1tn1 erfolgte (Er\v. 4).
Conflit (le contpétence soulevé pat· le Contmandant territorial
(cons. 1). -
Injure publique à un militah·e (art. 101 CPM) (cons. 2).
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Atteinte à l'honneur d'une personne au service~ quant à sa
situation militaire ou à son activité de service (a1·t. 3~ ·eh. 1, al. 9,
e t art. 148 CPM) (cons. 3). -
Jugement rendu en juridiction OI'•
dinaire et annulé dans son ensemble pour cause > behandelt
das MStG in Art. 101 auch die Beschimpfung einer Militãrperson.
>
Das ·Erforclernis der Offentlichkeit kann im vorliegenden Fall bejaht
werden, da F. die beiden, iin Aktivdienst stehendcn Soldatcn in Wirt-
schaften, das h eis s t in ~Q!Ie.ntlichen, j eder1nann zugãnglichen L.okalcn
_beschimpft hat. Aus den Akten ergibt sich auch, dass in den beiden \Virt-
schaften noch andere Personen anwesend waren.
Nach Art. 3 I MStG unterstehen iin Falle aktiven Dienstes dem
Militãrstrafrecht, wenn und sQweit der Bundesrat die lJnterstellung be-
schliesst, Zivilpersonen, die sich unter anderrn schuldig n1achen
>. J) er I3undesrat
hat durch Beschluss vo1n 29. August 1939 (GS S. 748) die Unterstellung
cler Zivilpersonen für in Art. 3 genannte lfandlungen beschlossen.
I~,. untersteht daher für die fraglichen Beschimpfungen der beiden
(in1 Aktivdienst stehenden) Soldaten den1 Militãrstrafrecht und darnit
auch der Niilitãrgerichtsbarkeit (Art. 218).
3. Wollte man dagegen annelunen, dass es sich nicht um õffentliche
Beschimpfung handle, so wãre die lJnterstellung unter das lVlilitãrstraf-
recht aus einem andern Gesiehtspunkte gegeben. Das MStCJ-B hehandelt
in Art. 145 ff. dic J~hrverletzungen. Art. 148 handelt speziell von den
Beschiinpfungen.
Nach Art. 3 I l. e. in Verbindung mit dem erwãhnten BRB fallen
Zivilpersonen un te r das l\1ilitãrstrafrecht in Hinsicht au f eine
>. Zitiert
wird also hier au eh 1\rt:. 148, die Bestimmung hetreffend die Beschünpfung.
Voraussetzung der lJnterstellung ist aher in diesem Zusammenhang,
dass clie I~hrverletzung I3ezug habc auf die dienstliche Stellung oder